IKBD News
ERKLÄRUNG DES INTERNATIONALEN BUCHENWALD-KOMITEES ZUM EINMARSCH IN DIE UKRAINE
Im Namen der Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager Buchenwald, Dora und ihrer Außenlager, die den Überfall der Nazitruppen in ihr Land und seine katastrophalen Folgen für sie selbst und ihre Familien erleben mussten,
In Erinnerung an das Leiden von unschuldigen Zivilisten und Widerstandskämpfern, Opfer während des 2. Weltkriegs und der nationalsozialistischen Expansionspolitik,
In Erinnerung an den von den Nazis gegen Juden und Sinti und Roma Europas ausgeübten Völkermord, der zum Tod von Millionen von Menschen führte,
Im Namen der 21.000 Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald, die am 19. April 1945 im befreiten Lager Buchenwald einen Schwur ablegten,
Klagt das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos (IKBD) den russischen Präsidenten Wladimir Putin der gezielten Kriegshetze an, der systematischen Kriegsvorbereitung und schließlich des rücksichtlosen Überfalls russischer Truppen auf die souveräne Ukraine, der unter völliger Missachtung bestehender Verträge des Völkerrechts erfolgt und der die geschaffene europäische Nachkriegsordnung in Frage stellt.
Das IKBD und seine Überlebenden erinnern an das tiefe Leiden der großen Zahl sowjetischer Häftlinge, unter denen die meisten Russen und Ukrainer waren. Sie wurden von den Faschisten gefangen genommen, deportiert und zu Tausenden ermordet. Alle hatten die Hoffnung, die Zeugen und Akteure einer neuen, friedlicheren Welt zu werden. Keiner von ihnen wollte noch einmal Krieg, weder zu den eigenen Lebzeiten, noch zu denen ihrer Kinder.
Das IKBD verurteilt mit großer Schärfe die ungerechtfertigte Invasion der Russischen Föderativen Republik in der Ukraine und erinnert sie daran, dass sie als ständiges Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen besondere Verantwortung trägt für Frieden und Sicherheit in der Welt.
Das IKBD unterstützt mit dieser Erklärung das ukrainische Volk und versichert ihm seine Solidarität im Kampf für Freiheit, Demokratie und staatliche Souveränität. Es erklärt sich gleichfalls solidarisch mit allen Menschen, die in der Folge bewaffneter Konflikte aus ihren Heimatländern vertrieben wurden und in größter existenzieller Not leben müssen. Es sieht mit großer Sorge, dass die Militärausgaben in allen Staaten der Welt erheblich wachsen und fordert deshalb, die Militärbudgets zu kürzen und ernsthafte Schritte zur Abrüstung einzuleiten. Nur auf diesem Wege kann die Sicherung des Weltfriedens schrittweise realisiert werden.
Das IKBD hofft auf Vernunft und einen Dialog. Es ruft die Russische Föderation und die Ukraine auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, damit Frieden und Sicherheit in Europa dauerhaft wieder hergestellt werden können.
Auch die NATO-Staaten haben die Pflicht, militärische Konflikte zu deeskalieren, und tragen die Verantwortung – als Militärmacht mit Zerstörungspotential – diplomatische Lösungswege zu finden. Im Namen des Schwures von Buchenwald, im Namen der Charta der Vereinten Nationen, des Friedens und des Lebens fordern wir:
ENDE MIT DEM KRIEG IN DER UKRAINE!
Dienstag, den 8. März 2022
Bertrand HERZ (1930-2021)
Unser Freund Bertrand Herz, Ehrenpräsident des Internationalen Komitees Buchenwald Dora und Kommandos und Vizepräsidenten der Association Française Buchenwald, Dora und Kommandos Bertrand Herz verstarb gestern, 20. Mai 2021, in Paris.
Bertrand Herz wurde am 24. April 1930 in Paris in einer lothringischen Familie jüdischen Glaubens geboren. Im September 1942 flüchtete seine Familie in die unbesetzte Zone in Toulouse.
Nach der Landung der Alliierten in Nordafrika und der Besetzung der Süd-Zone durch deutsche Truppen wurde die Familie Herz am 5. Juli 1944 von der Gestapo verhaftet . Der Vater, die Mutter, Bertrand und seine ältere Schwester wurden in der Caffarelli-Kaserne in Toulouse interniert. Nur sein Bruder konnte sich der Verhaftung entziehen.
Am 30. Juli 1944 wurde die ganze Familie in Richtung Buchenwald für die Männer und Ravensbrück für die Frauen deportiert. Die Reise dauerte sechs Tage für die ersteren, sieben Tage für die letzteren. Am 6. August 1944 wurde Bertrand Herz in Buchenwald unter der Nummer 69592 registriert. Er blieb bis zum 14. Dezember zusammen mit seinem Vater im Block 61 des Kleinen Lagers. Vater und Sohn wurden dann zum Kommando von Niederorschel überstellt, wo sie im Rüstungsbetrieb Junkers Flugzeugflügeln anfertigten.
Bertrands Vater, Willy Herz, KLB 69591, verstarb in Niederorschel am 27. Januar 1945. Die Häftlinge des Kommandos von Niederorschel wurden am 1. April von dort aus nach Buchenwald evakuiert, und erreichten das Stammlager am 10. April, dem Tag vor der Befreiung des Lagers.
Ende April kehrte Bertrand Herz nach Paris zurück, wo ihn seine Schwester und sein älterer Bruder erwarteten. Seine Mutter, Louise Herz, überlebte die Deportation nicht, und verstarb am 29. Dezember 1944 in Ravensbrück.
Bertrand Herz nahm sein Studium wieder auf. Er absolvierte die Ecole Polytechnique im Jahr 1953.
Von 1953 bis 1960 arbeitete er im Commissariat de la Marine Nationale, wo er Reserve Commander war. Seit 1958 IT-Spezialist, trat er der Thomson-Gruppe bei, wo er seine gesamte Karriere verbrachte. Von 1985 bis 1994 war er außerordentlicher Professor am Technologischen Institut der Universität Paris-V, wo er die Aufstellung von Computersystemen unterrichtete. Er veröffentlichte zwei Bücher über dieses Thema.
Bertrand Herz trat 1994 in die Reihen der Association Française Buchenwald Dora et Kommandos ein. Von 1997 bis 2000 war er deren Generalsekretär und seit 2000 einer der Vizepräsidenten.
Im Jahr 2002 trat er die Nachfolge von Pierre Durand als Vorsitzender des Internationalen Komitees Buchenwald Dora und Kommandos an, eine Position, die er bis 2016 ausübte. Anschließend wurde er zum Ehrenpräsident des Komitees genannt.
Bertrand Herz wurde im September 2006 zum Ritter des französischen nationalen Verdienstordens und im April 2011 zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt. Oktober 2009 verlieh im die Stadt Weimar die Ehrenbürgerschaft.
Er erhielt den Verdienstorden des Landes Thüringen im April 2010.
Bertrand Herz veröffentlichte 2015 seine Memoiren Le pull-over de Buchenwald Im Verlag Éditions Tallandier. Das Buch war sehr erfolgreich und wurde neu veröffentlicht (Collection poche – Texto Tallandier).
2016 erschien das Buch in deutscher Sprache unter dem Titel Der Tod war überall.
Wir alle sprechen seinen Kindern Olivier, Florence und Véronique, seiner ganzen Familie und seinen Lieben unser aufrichtiges Beileid aus.
75. Jahrestage der Befreiung der KZ Buchenwald
75. Jahrestage der Befreiung der KZ Buchenwald
Brüderlichkeit.
Das Covid-19 – Virus hat diese Dynamik gebrochen. Es bringt aber auch unsere Stärken und Schwächen ans Licht. Es ermöglicht den Rückzug auf uns selber. Zugleich erweckt es in uns humanistische Regungen. Wir müssen uns beschränken, jedoch mit großer Energie Solidarität befördern.
Die Situation regt an, grundsätzliche Fragen zu bedenken und öffnet neue Perspektiven. Wie wir im Geist des Schwurs von Buchenwald das Mahnen und Gedenken an authentischen Orten gestalten werden, soll im Mittelpunkt unserer Überlegungen stehen.
Vor 75 Jahren verkündete der politische Häftling Hans Eiden in seiner Funktion als Lagerältester: „Kameraden! Wir sind frei!“
Der organisierte politische Widerstand hatte einen bedeutsamen Sieg errungen. In die Freude drang die Trauer um die Opfer. Aus dem Gedenken an sie entwickelte sich über nationale Unterschiede, Weltanschauungen, Kulturen, Lebenserwartungen und vielfältige Meinungsverschiedenheiten hinweg eine übereinstimmende Zuversicht, die sich im Schwur von Buchenwald artikulierte:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Die unbedingte Verbindlichkeit wurde zum Vermächtnis.
Das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos ist der Träger dieses Vermächtnisses und verpflichtet, es zu bewahren.
Das IKBD ist Erbe des Willens, den Nazismus und den Faschismus zu vernichten. Diese Ideologien führten mit Nationalismus, Herrenmenschentum und Gewaltverherrlichung zu Ausgrenzung, Hass, Massen- und Völkermord und Vernichtungskrieg.
Im Sinne des Schwurs von Buchenwald haben wir starke Vorbehalte gegenüber der ahistorischen und die Wahrheit verfälschenden Gleichsetzung aller „Opfer totalitärer und autoritärer Regime“ durch das Europäische Parlament.
Mit großer Besorgnis müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass Einwände gegen die Kommerzialisierung authentischer Orte zur Bewahrung der historischen Stätten von Außenlagern der KZ Buchenwald, Dora durch kommunal Zuständige ignoriert werden. Das betrifft das Treiben rechtsextremistischer Kampfsportler auf dem ehemaligen Hasag-Gelände in Leipzig und die Einrichtung des Bratwurstmuseums in Mühlhausen.
Das IKBD achtet und unterstützt die Arbeit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau – Dora und dankt dem Freistaat und den Behörden von Thüringen und Weimar sowie allen Gedenkgremien für ihr moralisches und politisches Engagement.
Das IKBD hat stets – allein oder an der Seite von anderen internationalen Lagerkomitees – den Rassismus, den Antisemitismus, die Stigmatisierung der Sinti und Roma, der Migranten und auch jeden Ausgrenzungsreflex gegen Menschengemeinschaften angeprangert und sieht sich verpflichtet, das auch künftig zu tun.
Die Erfahrungen aus den dunklen Jahren der NS-Zeit und die Worte der Internierten und Deportierten in den KZ haben zu den wichtigsten Entscheidungen für den Frieden zwischen Nationen und für den Sozial- und Kulturfortschritt erheblich beigetragen.
Es ist unser Stolz und unsere Pflicht, es nie in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die politischen Entwicklungen in Thüringen und Deutschland sowie solche in vielen anderen Ländern Europas, Asiens und Amerikas sind für uns alle eine große Herausforderung, denn sie haben sich bedenklich verbreitet. Sie widersprechen grundsätzlich den Werten des Schwurs von Buchenwald.
Die Ursachen und Konsequenzen von Nazismus und Faschismus zu erklären, die Erinnerung an die Opfer und KZ-Internierten und Deportierten zu bewahren, ihre Botschaften zu übermitteln und weiterzutragen, ist unser Wille und unsere Aufgabe für die Gegenwart und Zukunft, weil es auch 75 Jahre nach der Befreiung keine Welt des Friedens und der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Würde für jeden Menschen gibt.
Internationales Komitee Buchenwald Dora, 11. April 2020
Dominique Durand, Präsident

Le 11 avril 2020, le glas de Buchenwald sonnera pour rappeler le 75e anniversaire de la libération du camp nazi de Buchenwald.
Nous tous, anciens déportés, descendants, familles et porteurs de mémoire, citoyennes et citoyens, entendions bien nous retrouver sur la colline du Ettersberg, réunis autour de cet évènement mémorable pour commémorer, réfléchir et nous souvenir. Nous souhaitions faire de même à Nordhausen et sur les lieux des kommandos extérieurs.
Malheureusement, les évènements tragiques de la pandémie du corona-virus ne le permettront pas. Les anciens internés et détenus du camp ne pourront ni se rendre au Théâtre national de Weimar, où ils étaient attendus, ni sur la place d’appel de Buchenwald et Dora, ni se joindre à différentes rencontres prévues avec des scolaires et des jeunes. Nous serons également privés des précieux moments d’amitiés avec nos Anciens. Leur présence est irremplaçable et amplifie considérablement la portée de leur message, leur être, leur personnalité rendant vivantes ces pages de l’Histoire qui paraissent si lointaines.
Si ces commémorations sont des moments de retour et d’explications sur le passé, elles sont aussi de grands moments de retrouvailles et de fraternité.
Le Covid 19 a brisé cette dynamique. Mais il a mis en lumière à la fois nos faiblesses et nos forces, en révélant nos replis sur soi, mais nos élans humanitaires, soulignant le paradoxe de devoir nous restreindre tout en faisant preuve d’une grande énergie pour générer notre solidarité.
Cette situation fait naître des questions fondamentales, en même temps qu’elle ouvre de nouvelles perspectives. Une des questions qui reste au coeur de nos réflexions est de savoir comment nous allons nous recueillir et commémorer les victimes sur les lieux réels de leurs souffrances dans l’esprit du Serment de Buchenwald.
Il y a 75 ans, le détenu politique allemand, Hans Eiden, doyen du camp, s’exprimait en ces mots : « Camarades, nous sommes libres ! » La résistance politique et structurée du camp venait de remporter une victoire essentielle. Pourtant la joie côtoyait le deuil omniprésent, celui des victimes qui n’avaient pas survécu. Autour de leur mémoire, se mit en place, par-delà les différences nationales, par-delà les conceptions, les cultures, les attentes et les divergences d’opinion, une seule et même confiance qui s’incarna dans le Serment de Buchenwald :
« L’écrasement définitif du nazisme est notre tâche.
Notre idéal est la construction d’un monde nouveau dans la paix et la liberté. »
Cet engagement inconditionnel est devenu un héritage.
Le Comité international Buchenwald Dora est cet héritier dont le devoir est de veiller à ce qu’il soit préservé.
Le Comité international Buchenwald Dora est l’héritier d’une volonté : celle d’écraser le nazisme et le fascisme, idéologies qui ont conduit au nationalisme, à la dictature, à l’apologie de la violence, à l’exclusion, à la haine, aux massacres et aux génocides, autant qu’à une guerre d’anéantissement.
Restant fidèles à l’esprit du Serment, nous rejetons vigoureusement les contre-vérités historiques qui mettent sur un même pied, comme le fait le Parlement européen, toutes les « victimes des régimes totalitaires et autoritaires ».
C’est avec un profond souci que le CIBD constate que les objections avancées à l’encontre de toute exploitation à des fins commerciales d’authentiques lieux de mémoire afin de préserver les sites historique des camps satellites de Buchenwald et Dora, restent lettre close pour les autorités locales. Ceci a pour conséquences que des formations d’extrême-droite se servent des sites historiques du l’ancien kommando de Hasag à Leipzig comme lieu d’activités pour pratiquer les arts martiaux et que la municipalité de Mühlhausen a autorisé l’installation d’un musée de la saucisse jouxtant des lieux de mémoire.
Le CIBD respecte et soutient les travaux de la Fondation des Mémoriaux de Buchenwald et Mittelbau-Dora, de même qu’il remercie l’État de Thuringe, les autorités de Weimar, ainsi que tous les organismes chargés de mémoire pour leur engagement moral et politique.
Le CIBD s’est toujours attaché à dénoncer, seul ou aux côtés des autres comités internationaux de camps, les fléaux du racisme, de l’antisémitisme, toute stigmatisation à l’encontre des Sinti et Roms, des migrants, ainsi que tout réflexe d’exclusion de la communauté humaine, et il s’engage à poursuivre ces combats à l’avenir.
L’expérience puisée dans les années sombres du national-socialisme ainsi que la parole des déportés et internés dans les camps nazis ont contribué de manière décisive aux décisions les plus importantes prises pour assurer la paix entre les nations, le progrès social et culturel. C’est notre fierté et notre devoir de faire en sorte que ceci ne tombe jamais dans l’oubli.
Les récents développements politiques en Thuringe et en Allemagne ainsi que dans nombreux autres pays d’Europe, d’Asie et d’Amériques sont autant de lourds défis à relever qu’ils se sont gravement étendus. Ils vont profondément et fondamentalement à l’encontre des valeurs du Serment de Buchenwald.
Il est du devoir du CIBD d’expliquer les causes et les conséquences du nazisme et du fascisme, de préserver la mémoire des victimes déportées et internées dans les camps nazis, de transmettre leur parole. C’est notre devoir aujourd’hui comme demain, car aujourd’hui, 75 ans après la libération du camp de Buchenwald, il n’existe toujours pas pour chacun un monde de paix et de liberté, de justice et de dignité.
Le comité international Buchenwald Dora, 11 avril 2020
Dominique Durand, Président

On April 11, 2020, the knell of Buchenwald will sound to commemorate the 75th anniversary of the liberation of the Nazi camp Buchenwald.
All of us, former prisoners, descendants, families and bearers of remembrance, citizens, intended together on the Ettersberg gathered on this memorable occasion to commemorate, reflect and remember. We wanted to do the same in Nordhausen and on the sites of the external kommandos.
Unfortunately, the tragic events of the corona-virus pandemic will not allow this.
The former internees and inmates of the camp will neither be able to go to the National Theatre in Weimar where they were expected, nor to the Appellplatz in Buchenwald and Dora, nor will they join various meetings schedule with schoolchildren and young people. We will also be deprived of precious moments of friendship with our Alumni. Their presence is irreplaceable and considerably amplifies the scope of their message, their being their personality, making alive those pages of History which seem so remote.
If these commemorations are moments of return and explanation of history, they also are great moments of reunion and brotherhood.
Covid 19 has broken this dynamic. But it highlighted both our weaknesses and our strengths, revealing our inward-looking but humanitarian impulses, underlining the paradox of having to restrict ourselves while at the same time showing great energy to generate our solidarity.
This situation raises fundamental questions while at the same time opening up new prospective. One of the questions that remains at the heart of our reflections is the way to gather and commemorate the victims in the genuine places of their suffering in the spirit of the Buchenwald Oath.
Seventy-five years ago, the German political prisoner, Hans Eiden, dean of the camp, called: „Comrades, we are free! “
The political and structured resistance of the camp had just won a major victory. Yet, joy was shadowed by grief, by mourning of the victims who had not survived. Around their memory, beyond national differences, beyond national conceptions, cultures, expectations and divergent opinion, a single belief rose in one voice which was embodied in the Buchenwald Oath:
„The absolute destruction of Nazism is our device!
The building of a new world of peace and freedom is our ideal ! »
This unconditional commitment has become a legacy.
The International Committee Buchenwald Dora is the designated heir whose duty it is to ensure and preserve his legacy.
The International Committee Buchenwald Dora is the heir of a will: that is to destroy the Nazism and the fascism, both ideologies that led to nationalism, dictatorship, the glorification of violence, exclusion, hatred, massacres and genocides, as well as to a war of annihilation.
Remaining faithful to the spirit of the Oath, we vigorously reject historical untruths that equate, as the European Parliament does, all „victims of totalitarian and authoritarian regimes“.
It is with deep concern that the ICBD notes that the objections raised against any commercial exploitation of historical sites of the satellite camps of Buchenwald and Dora remain ignored by the local authorities. As a result, extreme right-wing groups are using the historic site of the former Hasag Kommando in Leipzig as a place of activity for martial arts, and the city of Mühlhausen has authorised the establishment of a sausage museum adjacent memory site.
The ICBD respects and supports the work of the Buchenwald and Mittelbau-Dora Memorials Foundation and thanks the State of Thuringia, the Weimar authorities and all memorial organizations for their moral and political commitment.
The ICBD has always been committed to denouncing, alone or together with other international camp committees, the scourges of racism, anti-Semitism, any stigmatization of Sinti and Roma, migrants, as well as any reflex of excluding human community, and will keep the fight.
The experience drawn from the dark years of National Socialism and from the words of the prisoners in the Nazi camps have mainly contributed to the major decisions made to ensure peace among nations aa well as social and cultural progress.
It is our pride and duty to ensure that this will never be forgotten.
The recent political developments in Thuringia and Germany as well as in many other countries in Europe, Asia and in the American continents are as great a challenge as they have spread out. They fundamentally crush against the values of the Buchenwald Oath.
It is the duty of the ICBD to explain the causes and consequences of Nazism and fascism, to preserve the memory of the victims deported and interned in the Nazi camps, to pass on their word. Because today, 75 years after the liberation of the Buchenwald camp, there still no peace, no freedom, no justice and no dignity for everyone , it is and will remain our duty to preserve and forward the Memory.
The International Buchenwald Committee Dora, 11 April 2020.
Dominique Durand, President

Zum 75. Jahrestag der Befreiung und Selbstbefreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald am 11. April 2020
Liebe Kameradinnen und Kameraden, liebe Freundinnen und Freunde, Weggefährten,
meine Damen und Herren!
In einer außergewöhnlichen Situation äußere ich mich.
Die Corona – Pandemie hat die Welt in den Griff genommen. Um Menschen vor dem Virus Corvid-19 zu schützen, sind vielfältige Maßnahmen getroffen worden.
Unter diesen Bedingungen über die Befreiung der Häftlinge des faschistischen deutschen Konzentrationslagers Buchenwald zu sprechen, ohne in die Gesichter der Menschen sehen zu können, die angesprochen werden sollen, ist für mich eine neue Situation. Es wird keine herzlichen, kameradschaftlichen Begrüßungen, keine Begegnungen geben, keine Gespräche miteinander werden geführt werden können.
Wenn ich in der Vergangenheit über meine Entwicklung, meine Erlebnisse und Erfahrungen sprach, war es mir immer besonders wichtig, in die Gesichter zu sehen und auch auf diese Weise den sozialen Kontakt herzustellen.
Der soziale Kontakt hat für mich so große Bedeutung, weil er mir nach meiner Einweisung in das Konzentrationslager Buchenwald das Leben rettete. Ich, der wenig Erfahrene, neunzehnjährige politische Häftling, wäre gnadenlos dem Mordterror der SS ausgeliefert gewesen, hätten mir nicht erfahrene Kameraden beigestanden. Noch heute verneige ich mich vor dem Sozialdemokraten Hermann Brill und dem Kommunisten Eduard Marschall, die mich im Kleinen Lager ausfindig machten und mit dafür sorgten, dass ich ins Hauptlager kam. Ich verneige mich vor Hermann Schönherr und Walter Wolf, die mutig und uneigennützig solidarisch als Kapos Leben von anderen Kameraden beschützten – auch mein Leben. Und ich erinnere mich in Dankbarkeit an den Stubendienst im Block 45, den österreichischen Häftling Fritz Pollak, der für mich eine Schlafstelle fand. Es handelte sich bei allen Genannten um politische Häftlinge, die zum organisierten politischen Widerstand im KZ Buchenwald gehörten, der unter größter Geheimhaltung sein Bemühen darauf richtete, gegen die Bestien der SS ein humanistisches internationales Schutzschild zu schaffen.
Unser Kamerad und langjähriger Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald – Dora und Kommandos, der französische Kommunist Pierre Durand sagte: »Es gab viele Buchenwald«. Ja, es gab auch das Buchenwald des organisierten antifaschistischen Widerstands. Das darf nicht vergessen werden. Diese Mahnung am fünfundsiebzigsten Jahrestag der Befreiung und Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald ist sehr aktuell.
Als am 11. April 1945 mein Vorarbeiter, der Dresdener jüdische Kamerad Leonhard in die Gerätekammer mit der Nachricht stürzte, er hätte Häftlinge mit Waffen im Lager gesehen, die sich in Richtung Haupttor bewegten, glaubte ich ihm zunächst nicht. Dann aber sah ich das mit eigenen Augen und meinte zu träumen. Aus dem Traum riss mich das Wort »Kameraden«. Aus den Lautsprechern war das zu hören, aus denen soeben noch Kommandos gebrüllt worden waren, die den Tod bedeuten konnten. Nun sprach der Lagerälteste Hans Eiden: »Kameraden! Wir sind frei!« Diese wenigen Worte erschütterten mich.
Durch das geöffnete Haupttor mit der zynisch gemeinten Inschrift »Jedem das Seine« ging ich, nein, ich schritt erstmals als freier Mensch.
Die Inschrift war zum Bumerang für die SS-Täter geworden. Es gelang nicht, alle zur Verantwortung zu ziehen und nicht wenige blieben straflos.
Dann kam der 19. April 1945, das Totengedenken auf dem Appellplatz. Wo sich heute die Gedenkplatte befindet, war ein schlichter hölzerner Obelisk errichtet und vor diesem traten blockweise die 21.000 Überlebenden an, um im Gedenken an die 51.000 Toten (später musste die Zahl auf 56.000 ergänzt werden) den Schwur zu leisten mit der Grundaussage:
»Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.«
Für viele von uns ehemaligen Häftlingen wurde dieser Schwur lebenslang verbindlich, ein Kompass für das künftige Leben, ein Programm für die Lebensgestaltung.
Ich habe geschworen, meine Schwurhand gehoben. Ohne Einschränkung stelle ich hier fest: Niemand hat das Recht, den Wortlaut des Schwurs von Buchenwald missverständlich zu deuten! Niemand!
Genau so wie niemand das Recht hat, etwa der Sixtinischen Madonna von Raffael den Faltenwurf zu korrigieren.
Mit der Erfahrung von Buchenwald und im Bewusstsein der Kraft der Solidarität trat ich am 1. August 1947 in die interzonale Organisation Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) ein. Deren politische Arbeit war auf die Verwirklichung der programmatischen Sätze des Schwurs von Buchenwald gerichtet – und ist es immer noch.
Dass dieser größten deutschen Verfolgtenorganisation fünfundsiebzig Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus in übelster antikommunistischer Tonlage auf Grund infamer Unterstellungen von der Berliner Finanzbehörde die Gemeinnützigkeit entzogen werden konnte, ist ein Skandal erster Güte und eine jeglichen demokratischen Verständnisses hohnsprechende Schande.
Ich habe beim Bundesfinanzminister dagegen protestiert. Er ließ mir mitteilen, dass er über die Entscheidung der Berliner Steuerverwaltung genau so überrascht gewesen sei wie ich und dass er sich die Anzweiflung der Verfassungstreue der VVN-BdA nicht hätte vorstellen können. Zugleich ließ er darauf verweisen, dass Steuerverwaltung Angelegenheit der Länder und alles rechtmäßig vollzogen worden sei. Der Minister, hieß es, hätte um eine Darstellung aus Berlin gebeten. So geschehen im November 2019. Bis heute sind zwar die finanziellen Forderungen an die VVN-BdA ausgesetzt, der Entzug der Gemeinnützigkeit bleibt jedoch aufrechterhalten, wodurch diese antifaschistische Organisation erwürgt und handlungsunfähig gemacht werden soll.
Damit bin ich in der Gegenwart und habe die Jahre des Kalten Krieges übersprungen, der, überwunden geglaubt, sich größter Lebendigkeit erfreut.
Ich bin in einer Gegenwart, die offenbar aus der Vergangenheit zu lernen nicht in der Lage ist. Es gibt erstarkende Kräfte, die Nationalismus und völkisches Denken neu beleben, Rassismus, Fremdenhass, Antisemitismus, Antiziganismus ideologisch befördern. Politische Stagnation und soziale Fehlentwicklungen nutzen sie, um populistisch in die Irre zu leiten. Leider haben sie dabei Erfolge in Parlamenten aller Ebenen – hier, bei uns zu Hause. Der Tabubruch von Erfurt am 5. Februar 2020 war ein Putschversuch im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten. Uns verbietet sich, mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen.
Nicht erst seit Bekanntwerden des Terrors des so genannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), der zehn Jahre unerkannt und ungehindert morden durfte, wird uns die Mär vom Einzeltäter aufgetischt, noch dazu von dem in seiner psychischen Entwicklung gestörten. Dass ein gesellschaftlicher Hintergrund und ein ideologisches Umfeld heranwachsen konnten, die entscheidenden Einfluss auf die Motivbildung der Täter hatten, wird geflissentlich unterschlagen.
Der Mord an Walter Lübcke in Wolfhagen, die Morde in Hanau und Halle ebenso wie das Angreifen oder Abfackeln von Flüchtlingsunterkünften (die Aufzählung ließe sich fortsetzen) haben übereinstimmend politische Zielsetzungen. Wenn offen gefordert wird, die Erinnerungskultur in Deutschland um 180 Grad zu wenden und die Verbrechen der deutschen Faschisten zum »Vogelschiss« der Geschichte mutieren, so ist das geistige Brandstiftung und Schaffung eines ideologischen Umfelds für politisch motivierte Gewalt.
Die Täter von 209 Morden mit rechtsextremistischem Hintergrund seit 1990 haben einzeln gehandelt, ja, ihre Motivgefüge und ihre Opfer sind sehr ähnlich. Die Drahtzieher unerwähnt und unbeobachtet zu lassen, ist sträflich.
Wir erfuhren dieser Tage, dass das Bundeskriminalamt feststellte, der Mörder von Hanau sei kein »Anhänger einer rechtsextremistischen Ideologie«, schließlich hätte er einem »dunkelhäutigen Nachbarn« mehrfach geholfen und in einer Fußballmannschaft mit mehreren Mitspielern mit Migrationshintergrund zusammen gespielt. So schlicht denkt man im Bundeskriminalamt und nach Kritik wird man dieses Denken rechtfertigen. Eine reale rechtsextreme Tat, aber ein unbescholtener und kein rechter Täter?
Auch das hatten wir in der Geschichte schon.
Warum wohl fällt Verantwortlichen nicht auf, dass es 209 Opfer rechtsextremistischer Gewalt gibt, aber kein Todesopfer linksextremistischer Gewalt bekannt ist, da man große Anstrengungen unternimmt, linken und rechten Extremismus gleich zu setzen?
Polemisch zugespitzt stellt sich die Frage, ob wegen der rechtsextremistischen Verbrechen die Antifaschisten verfolgt werden müssen.
Ich persönlich und meine Mitstreiter in der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora haben immer großen Wert darauf gelegt, mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen, um unser Wissen und unsere Erfahrung zu vermitteln. Bei Gesprächsrunden, Projektwochen in Schulen, Führungen in Buchenwald usw. stellten wir große Aufgeschlossenheit fest. Gleichermaßen konstatierten wir, dass die Vermittlung von Wissen über die Zeit des Faschismus und in dieser Zeit begangene Verbrechen in den Schulen rückläufig und teilweise gar nicht mehr vorhanden ist. Wir sehen einen sehr ernst zu nehmenden Zusammenhang zwischen Zunahme rechtsextremistischer Handlungen und nicht vermitteltem historischen Wissen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf
Am 27. März 2020 hat die Journalistin und Schriftstellerin Daniela Dahn in der Tageszeitung neues deutschland gefordert, dass die bundesdeutsche Politik endlich konsequent aktiv werden muss. Ihre Forderungen zur Kenntnis zu nehmen und zügig zu handeln, entspricht unserer antifaschistischen Grundeinstellung.
Die Tatsache, dass wir den 75. Jahrestag der Befreiung und Selbstbefreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald nicht in gewohnter Weise begehen können, betrübt besonders uns wenige Überlebende.
Für mich, das will ich noch einmal mit aller Deutlichkeit betonen, war der Schwur von Buchenwald ein Leben lang verbindlich. Ich weiß, dass es aus nachfolgenden Generationen Menschen gibt, die nicht aufhören werden, sich um die Verwirklichung des Schwurs zu mühen.
Wenn nach Abklingen der Corona-Krise vieles neu gedacht und gemacht werden muss, fordere ich die Nachkommenden auf:
- Lasst nicht zu, dass vergessen wird, was in Buchenwald geschah und ordnet es ein in das Furchtbare, was durch die Hitlerfaschisten in der Welt angerichtet wurde.
- Erinnert und bedenkt die Apriltage 1945 in Buchenwald.
- Erinnert und bewahrt den Schwur von Buchenwald, denn es gibt keine Alternative zu einer Welt des Friedens, der Freiheit und ohne Faschismus, wenn die Menschheit überleben will.
- Scheut keine Mühe, wenn es darum geht, den antifaschistischen Konsens immer neu, auch international, zu beleben.
Meine Gedanken sind in Buchenwald, bei Euch, bei Ihnen
Günter Pappenheim
Buchenwaldhäftling Nr. 22514
Erster Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos
Vorsitzender der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora

Liebe Freunde
Corona, Corona, was hast Du uns angetan!
Wir wollten uns treffen, gedenken und uns erinnern, und wir wollten uns freuen. Wir wollten sagen, wir sind da, trotz der Vorhersage von Jorge Semprún, der zum Jahrestag 2005 sagte: In zehn Jahren „wird es keine unmittelbare Erinnerung mehr geben, kein direktes Zeugnis, kein lebendiges Gedächtnis, das Erlebnis jenes Todes wird zu Ende gegangen sein.” Das war 2005, zum 60. Jahrestag der Befreiung. Lasst uns gemeinsam feiern, dass er sich getäuscht hat. Wegen der weltweiten Epidemie ist es leider unmöglich, dass wir zusammenkommen.
In diesem Jahr wurden die letzten Überlebenden zur Gedenkfeier eingeladen. Wegen ihres hohen Alters und ihres Gesundheitszustandes konnten nicht alle zusagen.
Vor 75 Jahren war ich ein zwölfjähriger Junge, der im Konzentrationslager Buchenwald befreit wurde. Ich kam aus Auschwitz – nach einem Todesmarsch und einem Transport im offenen Waggon bei einer Kälte von 25 Grad minus. Es war der 23. Januar 1945.
Ich bin für mein großes Glück dankbar. Ich bedanke mich bei allen mutigen Männern dafür, dass sie 21.000 Häftlinge, die nur noch Haut und Knochen waren, darunter ca. 900 Kinder, befreiten.
Oft werde ich gefragt, wie ich die drei Jahre in den Todeslagern überleben konnte. Das frage ich mich auch selbst des Öfteren. Gewöhnlich antworte ich: meine Erziehung von Zuhause, Überlebenswille, Ausdauer. Und ich kann noch einen weiteren Grund anführen: Ich war mit meinem zwei Jahre älteren Bruder Shmuel zusammen. Selig sei sein Andenken.
Nach Auschwitz bedeutete Buchenwald für uns einen wichtigen Wandel, ganz vorsichtig gesagt, zum Besseren. Das ist natürlich alles eine Sache der Verhältnismäßigkeit. Bereits beim Eintritt in die Desinfektionskammer und als wir trockene Kleidung erhielten, beruhigten uns die alteingesessenen Häftlinge und sagten uns: „Hier ist nicht Auschwitz.“
Wir blieben einige Tage in einer Baracke für erwachsene Häftlinge, danach wurden wir in Block 66 – den Kinderblock – im Kleinen Lager am anderen Ende des Lagers gebracht.
Dies ist vielleicht meine letzte Gelegenheit, mich bei den Mitgliedern der Widerstandsorganisation des Lagers Buchenwald zu bedanken (politische Häftlinge wie die Kommunisten, Franzosen, Deutsche, Holländer, Juden und andere).
Sie fassten den Beschluss, die letzten überlebenden Kinder, die die Lager in Polen und die Todesmärsche überlebt hatten in Gruppen oder einzeln in Zügen nach Buchenwald kamen, zu retten.
Unter Initiative von Jack Werber, Antonin Kalina und weiteren Widerstandskämpfern wurde der Kinder-Block geschaffen. Der Blockälteste war Antonin Kalina. Er ist posthum mit als „Gerechter unter den Völkern“ von der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem geehrt worden für seinen Beitrag zur Rettung der ca. 900 jüdischen Kindern, darunter mein Bruder und ich.
Im Block 66 herrschte eine konstruktive Atmosphäre. Die verantwortlichen erwachsenen Häftlinge, darunter Jendrich Plusser und Gustav Schiller, sorgten dafür.
Nach einigen Monaten verschlechterte sich mein Gesundheitszustand so, dass ich im Sterben lag. Auf Initiative von Antonin Kalina und mithilfe meines Bruders wurde ich in das Krankenrevier des Lagers verlegt mit der Hoffnung, gerettet zu werden. Es ist meine letzte Gelegenheit, mich bei einem eine Brille tragenden polnischen Häftling zu bedanken, der dort neben mir lag, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern kann. Er nahm mich in seine Obhut und gab mir Hoffnung und Kraft, weiter um mein Leben zu kämpfen. Zu meiner Überraschung wurde ich nach einigen Tagen gemeinsam mit anderen Kranken in das Lagerbordell verlegt. Ich staunte über den dort herrschenden Luxus und über die schönen und gepflegten Frauen.
Seit Jahren hatten meine Augen solche Schönheiten nicht gesehen. Ich fühlte mich wie im Garten Eden. Ich wurde umarmt, mir wurde herzlich zugeredet, und ich wurde professionell medizinisch untersucht. Ich erhielt ein besseres Essen, sogar Schokolade!!!
Ich nutze die Gelegenheit, mich bei den wunderbaren Frauen, die ebenfalls Lagerhäftlinge waren und die an diesem Ort tätig sein mussten, zu bedanken. Sie haben mich aufopferungsvoll gepflegt und mein Leben gerettet. Selig sei ihr Andenken. Ich wurde im Lagerbordell befreit. Es war der 11. April 1945, gegen Mittag. Auf dem Appellplatz waren Schüsse und Freudenrufe zu hören. Die Häftlinge verließen ihre Baracken und vertrieben die SS-Männer aus dem Lager.
Buchenwald wurde von den Häftlingen, den Mitgliedern der starken Widerstandsorganisation, die seit 1937, also seit Errichtung des Lagers dort existierte, aus eigener Kraft befreit. Die Alliierten, Soldaten der III. US Armee von General Patton, erreichten Buchenwald. Um 15.15 Uhr war das Lager offiziell befreit.
2005, sechzig Jahre danach, kehrte ich zum ersten Mal nach Deutschland und ins ehemalige Konzentrationslager Buchenwald zurück. Es war ein außergewöhnlich starkes Erlebnis. Mich bewegten sehr gemischte Gefühle. Trauer mischte sich in Freude, dass mir das Glück zum Überleben zuteil geworden war. Ich traf Freunde, frühere Häftlinge. Ich lernte das große und engagierte Team von Menschen kennen, die mit viel Fürsorge, Wissen und Hingabe in der Gedenkstätte arbeiten. Ihnen ist der Kontakt mit den ehemaligen Häftlingen wichtig. Deswegen treffen wir uns jährlich zum Jahrestag der Befreiung. Ihre Aufgabe ist es, die Dokumente und Artefakte der vergangenen Zeit im Lager zu sammeln und aufzubewahren.
Die Gedenkstättenleitung kümmert sich um die Bewahrung und Vermittlung des Wissens über die Geschehnisse in Buchenwald und seinen Außenlagern in den Jahren von 1937 bis 1945. All dies mit dem Ziel, die Erinnerung zu bewahren und nicht zu vergessen. In der Tat besuchen die Gedenkstätte Delegationen aus der ganzen Welt, Schüler und Einzelbesucher.
Zum Schluss möchte ich mich bei allen Buchenwald-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern bedanken, zuerst bei ihrer Leitung Prof. Volkhard Knigge, Rikola-Gunnar Lüttgenau und Dr. Philipp Neumann-Thein, bei den Historikern, den Pädagogen, den Archivmitarbeitern, den Restauratoren, bei allen, die in der Vergangenheit in der Gedenkstätte gewirkt haben und die auch weiterhin in ihr tätig sind, die ihre Zeit und ihre Tatkraft für dieses hehre Ziel einsetzen.
Großer Dank an das Internationale Komitee der Buchenwald-Häftlinge, das uns vertritt und uns zusammenbringt.
Ein besonderer Dank an die Thüringer Landesregierung, die in der Vergangenheit die Gedenkarbeit im ehemaligen Lager Buchenwald in jeder Hinsicht unterstützte und weiterhin unterstützt.
Hier möchte ich die Gelegenheit nutzen, den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow persönlich zu seiner Neuwahl zu beglückwünschen.
Ihr Erfolg ist unser Erfolg.
Naftali Fürst
Naftali-Duro Furst, Vize-Präsident des IKBD, ehemaliger Häftling

Liebe Freunde,
Im Namen der ehemaligen ungarischen Häftlinge, vor allem der fast 10.000 Frauen, die sich in den Nebenlagern von Buchenwald befanden, bemerke ich, dass es äußerst traurig ist, dass wir gerade diesen wichtigen Tag den 75 Jahrestag unserer Befreiung nicht ihrer Bedeutung würdig feiern können.
Unser Lager war damals die Münchmühle in Stadtallendorf, gearbeitet habe ich mit einer Gruppe von 1000 Frauen zusammen und habe Sprengstoff und Granate hergestellt. Wir wurden am 28 März in einen Todesmarsch evakuiert und etwa 20 Frauen von uns haben wir uns in einer Scheune versteckt, wo uns die alliierten Truppen erreichten und die 6. Panzerdivision hat uns befreit.
Lange Jahre vergingen, wir kamen jedes Jahr nach Buchenwald, wir schätzten hoch den Buchenwald-Geist, die Würde des Menschen, die Freiheit, dass der Krieg einmal beendet, keine Menschengruppen dazu kamen, von anderen
Menschen unterdrückt zu werden, oder die Quälerei und Schickanen der SS zu erdulden. Der Buchenwald-Geist, die Buchenwald-Schwur waren nach dem Krieg lange nicht so aktuell wie jetzt.
Mir persönlich sogar gab es eine Sicherheit, dass es Landtage in der Bundesrepublik gab, wo sich kein Rechtsextremismus befand. Da sich die Lage drastisch veränderte, müssen wir, die von den unmenschlichen Ideen und Mentalitäten so viel gelitten haben unsere Stimme hören lassen und ein für allemal behindern, dass die schrecklichen Zeiten, der ständige Hass und die Angst
wieder in die Gesellschaft kommen.
Wir bereiten uns darauf vor, dass diese außergewöhnliche Zeiten sich normalisieren, und dass wir wieder alle zusammen frei feiern werden.
Vermutlich kommt es schnell.
In dieser Hoffnung schicke ich Euch meine besten Grüße
mit viel Liebe
Eure Eva
Éva Fahidi-Pusztai, Vize-Präsident des IKBD, ehemaliger Häftling

LA LECCIÓN DE BUCHENWALD
El próximo día 11 de abril, se cumplirán 75 años de la liberación del campo nazi de Buchenwald, en Alemania. Uno de los campos más grandes que construyó el régimen nacionalsocialista, y por donde pasaron más de 277.000 prisioneros, de más de 50 nacionalidades, entre ellos 643 republicanos españoles, y donde fueron asesinados cerca de 56.000.
Buchenwald, como otros campos, representa también la cuna de los valores europeos. Un lugar sombrío, frio y cruel, que ejemplifica lo más oscuro y sórdido de la condición humana, a la vez que sus más altos valores de lucha, entrega y solidaridad.
Unos valores que quedan perfectamente reflejados en el “juramento de Buchenwald” que los superviviente proclamaron en la appleplatz el 19 de abril de 1945, cuando en memoria de sus camaradas fallecidos juraron no desfallecer hasta acabar definitivamente con el nazismo, y no detenerse hasta construir un mundo nuevo de hombre y mujeres libres y en paz, un mundo justo entre todos los pueblos de la tierra.
Estos días de zozobra mundial a causa de la pandemia del coronavirus, y ante la triste incapacidad de la Unión Europea, para actuar de manera conjunta y solidaria, se nos aparecen como los mejores para recuperar el mensaje de los deportados y deportadas a los campos de concentración y a los campos de exterminio nazis. Recuperar el espíritu de su juramento, hoy más vivo que nunca; recoger su testimonio y su lucha por la justicia y la paz. Hacer nuestro su compromiso y continuar su lucha.
Hacer nuestro, como hicieron ellos, el internacionalismo como único instrumento para proteger las libertades, y la solidaridad y la fraternidad, como únicos sentimientos para la justicia social y la sostenibilidad universal.
Envidiamos la clarividencia de los supervivientes, cuando en las ceremonias conmemorativas de la liberación del campo, en los últimos años, vuelven a leer el juramento, y expresan con energía a la vez que con tristeza, que esta Europa de hoy no es la Europa por la que ellos lucharon, que la Europa que derrotó al nazismo, la Europa de la libertad, no es la Europa actual. El viejo continente se ha convertido en un territorio insolidario, que pone fronteras y alza alambradas, que deja morir a los refugiados en el mar. Que la Europa de Bruselas, es la Europa del Banco Mundial y del FMI, del capital y los intereses particulares.
Decía Jorge Semprún, que la explanada de Buchenwald, bajo el viento glacial del Ettersberg -un viento de una eternidad mortífera, que sopla sin cesar, incluso en primavera-, es un lugar idóneo para hablar de Europa. Un lugar ideal, único, para reflexionar sobre Europa, para meditar sobre su origen y sus valores. Para recordar las raíces de Europa pueden encontrarse en ese lugar, en las huellas materiales del nazismo y el estalinismo, contra las cuales, precisamente, se inició la aventura de la construcción europea.
Y sigue Semprún, es un lugar ideal, la explanada de Buchenwald, para recordar el origen de Europa, pero también para pensar en su futuro, en este momento de crisis, involución, falta de aliento y empuje. Un momento en el que viene a la memoria la frase de Edmund Husserl, pronunciada en Viena en 1935, en pleno apogeo de los totalitarismos: „El mayor peligro para Europa es el cansancio“.
Palabras de Semprún, de abril de 2010, con motivo de su “último viaje a Buchenwald” donde pronunció un discurso durante la ceremonia de la liberación de este año. Palabras de hace 10 años, pero que al igual que el juramento siguen absolutamente vigentes.
Quizás sí que Europa esté cansada, y esté perdiendo el espíritu fundacional que recogió los anhelos de los luchadores antifascistas, las luchas y los sacrificios de tantas personas que dejaron su juventud y muchísimos sus vidas, para conquistar un mundo de igualdad y solidaridad.
Pero en memoria de todos ellos, pero también por nosotros y sobre todo por las generaciones futuras, debemos aprender la lección de Buchenwald, y no permitir está deriva autoritaria, interesada, esta Europa defensora de los intereses particulares y los capitales privados, de la privatización en contra de lo público. Debemos aprender la lección y recuperar el espíritu de Buchenwald, del bien común, de lo público y lo universal, que en nuestro país es la Res Pública, la Republica.
Enric Garriga
Presidente de Amical de Mauthausen y otros campos
Enric Garriga, Vize-Präsident des IKBD, Nachfolger

MESSAGE DE L’ASSOCIATION FRANCAISE BUCHENWALD, DORA ET KOMMANDOS POUR LE 75e ANNIVERSAIRE DE LA LIBERATION DU CAMP DE BUCHENWALD
11 AVRIL 2020
75 ans après le 11 avril 1945, nous honorons la mémoire des déportés de Buchenwald et saluons le combat clandestin pour la dignité et la destruction du nazisme que beaucoup ont mené au péril de leur vie.
A Buchenwald et dans ses 139 kommandos, entre 1937 et 1945, 249.570 hommes et 28.230 femmes de plus de cinquante nationalités ont été enfermés, dont plus de 20.000 hommes et 1.800 femmes français. Parmi eux, 56.000 ont été assassinés ou sont morts des terribles conditions imposées par les nazis.
En ce jour, nos pensées sont solennellement tournées vers les disparus et les survivants, ainsi que leurs familles.
Nous adressons à la poignée de derniers rescapés un message d’amitié et de fraternité, renforcé par les circonstances extraordinaires actuelles qui empêchent la tenue des commémorations prévues et provoquent l’isolement de tous.
Le 11 avril 1945, les troupes américaines découvraient le camp de concentration de Buchenwald. Les combats avaient provoqué la fuite des SS et permis le déclenchement d’une insurrection des déportés, préparée depuis plusieurs mois et menée courageusement par les membres de l’organisation clandestine de Résistance. Les libérateurs étaient accueillis par les survivants, les armes à la main, un événement unique et majeur.
Buchenwald était alors le plus important des camps nazis.
Buchenwald allaient devenir le symbole de cette Résistance à l’oppression nazie qui s’est poursuivie au cœur de l’enfer concentrationnaire.
Réunies au sein du Comité des intérêts français dirigé par Frédéric Henri Manhès et Marcel Paul, les familles de la Résistance française refusèrent de céder à l’abattement et organisèrent au mieux dans des conditions dramatiques, la solidarité, le sabotage, le soutien moral et le sauvetage des vies, en s’appuyant particulièrement sur la composante communiste.
Au nom de ce combat commun contre le IIIe Reich, nous ne saurions admettre que la spécificité du nazisme et du fascisme soit niée et que les nazis et leurs collaborateurs soient confondus avec ceux qui en furent des opposants de premier plan, au mépris de l’histoire et des mérites rendus. Nous dénonçons également toutes les tentatives de négation ou de banalisation des crimes nazis, qui visent à réhabiliter en Allemagne et ailleurs les meurtriers, leurs complices et relégitimer les tenants d’une idéologie coupable et de ses dérivés.
Nous saluons la mémoire des soldats alliés qui sacrifièrent leur vie pour défaire le IIIe Reich et ses complices, permettant ainsi aux survivants de retrouver la liberté.
75 ans après le 11 avril 1945, nous proclamons notre fidélité au souvenir des déportés de Buchenwald en refusant l’oubli de leurs vies, de leurs combats et de leur martyr, et l’absolue nécessité de l’enseignement de l’histoire du système concentrationnaire et génocidaire nazi et de la transmission de la mémoire des victimes, par-delà les époques et les générations.
Ces quelques années dans l’histoire de l’humanité marquent bien au-delà par les ressorts qui incarnent la propension des hommes à s’autodétruirent et à remettre en cause l’unicité de l’espèce humaine.
Le « Serment de Buchenwald », adopté le 19 avril 1945 sur l’ancienne place d’appel, proclame : « Notre idéal est la construction d’un monde nouveau dans la paix et la liberté ». Cette proclamation demeure la nôtre plus que jamais, rescapés, familles de déportés, amis membres de l’Association française Buchenwald, Dora et Kommandos. Au nom de cet héritage, nous refusons toutes les dérives autoritaires et rappelons notre profond attachement aux valeurs républicaines et démocratiques, face aux menaces qui n’ont pas disparues et qui se développent encore et toujours, sous de nouveaux et d’anciens visages.
Gardons vivante la mémoire des déportés de Buchenwald et des camps nazis, gardons vivante la vigilance et l’espérance qu’ils nous ont léguées.
Olivier LALIEU
Président de l’Association française Buchenwald, Dora et Kommandos

Messaggio del présidente dell’ ANED per il 75 anniversario della liberazione del campo di Buchenwald
In questi giorni di primavera migliaia di ragazzi italiani erano pronti a raggiungere altre migliaia di ragazzi europei nelle celebrazioni che avrebbero ricordato il 75^ anniversario della Liberazione dei campi. Lo avrebbero fatto per ribadire, al fianco degli anziani superstiti di quella orrenda ecatombe, i giuramenti dei deportati appena liberati: il giuramento di lottare per sempre per un mondo solidale, di pace e di libertà.
A poche settimane da quelle cerimonie un nuovo virus ha costretto in casa oltre un miliardo e mezzo di persone.
Mai nella storia del mondo le frontiere erano state sigillate come in queste settimane. In tutti i paesi forze reazionarie hanno rilanciato tesi fasciste e sovraniste. Di fronte a una pandemia che scuote allo stesso modo alle fondamenta il mondo intero la risposta di costoro è l’egoismo nazionalistico.
Contemporaneamente l’epidemia ha falciato in molte comunità l’intera generazione dei nonni, degli anziani, dei detentori della memoria della guerra, dei bombardamenti, delle deportazioni.
Mentre mezzo mondo è chiuso in casa le istituzioni europee e internazionali si sfaldano e già si parla di una crisi economica mondiale forse senza precedenti. Milioni di persone stanno perdendo le proprie certezze e il proprio lavoro.
Occorre tornare allo spirito del 1945: chiamare i giovani all’impegno, alla mobilitazione. Così come si sono mobilitati quest’anno per il clima, i giovani dovranno battersi insieme per difendere il proprio futuro, per tornare ad abbattere le frontiere e costruire un mondo davvero libero e in pace.
Dario Venegoni
President ANED Italy
Message from the President of ANED Italy for the 75th anniversary of the liberation of the camp of Buchenwald
In these springtime thousands of Italian young persons were ready to join thousands of European peers in the celebrations that would commemorate the 75th anniversary of the Liberation of the camps.
They would have been there alongside the elderly survivors of that horrendous massacre, to reaffirm the oaths of the newly liberated deportees: the oath to fight forever for a world of solidarity, peace and freedom.
A few weeks before those ceremonies, a new virus has forced more than one and a half billion people at home.
Never in the history of the world borders have been sealed as in the recent weeks.
In all countries, reactionary forces have relaunched fascist and sovereignist theories.
In the face of a pandemic that shakes the whole world equally to its foundations, their response is nationalistic selfishness.
At the same time in many communities the epidemic has mowed down the entire generation of grandparents, the elderly, the holders of the memory of war, bombings, deportations.
While half of the world is locked at home, European and international institutions are breaking down and there is already prediction of a perhaps unprecedented world economic crisis.
Millions of people are losing their certainties and their jobs.
We must return to the spirit of 1945: calling young people to commitment, to mobilisation.
Just as they mobilized this year for the climate, young people will have to fight together to defend their future, to return to opening borders and building a truly free and peaceful world.
Dario Venegoni
President ANED Italy
Message de Dario Venegoni, Président de l’ANED (Italie) (Association nationale des anciens déportés dans les camps nazis) à l’occasion du 75e anniversaire de la libération de Buchenwald
En ces jours de printemps, des milliers de garçons italiens étaient prêts à rejoindre des milliers d’autres garçons européens lors de célébrations qui auraient marqué le 75e anniversaire de la libération des camps. Ils l’auraient fait pour réitérer, aux côtés des survivants âgés de cet horrible massacre, les serments des déportés libérés en 1945 : le serment de se battre pour toujours pour un monde de solidarité, de paix et de liberté.
Quelques semaines après ces cérémonies, un nouveau virus a contraint plus d’un milliard et demi de personnes à se renfermer chez elles.
Jamais dans l’histoire du monde les frontières n’avaient été scellées comme ces dernières semaines. Dans tous les pays, les forces réactionnaires ont relancé les thèses fascistes et souverainistes. Face à une pandémie qui secoue de la même façon le monde entier à ses fondements, leur réponse est l’égoïsme nationaliste.
Dans le même temps, l’épidémie a fauché dans de nombreuses communautés toute la génération des grands-parents, des personnes âgées, des détenteurs du souvenir de la guerre, des bombardements et des déportations.
Alors que la moitié du monde est fermée chez nous, les institutions européennes et internationales s’effondrent et il est déjà question d’une crise économique mondiale peut-être sans précédent. Des millions de personnes perdent leurs certitudes et leur emploi.
Il faut revenir à l’esprit de 1945 : appeler les jeunes à l’engagement, à la mobilisation. Tout comme ils se sont mobilisés cette année pour le climat, les jeunes devront se battre ensemble pour défendre leur avenir, pour revenir à abattre les frontières et construire un monde vraiment libre et pacifique.
Dario Venegoni
Président de l’ANED – Italie
Österreichische KZ-Vereinigung Buchenwald
Liebe Kameraden, liebe Freunde!
Leider können wir heute nicht gemeinsam den Tag der Befreiung vor 75 Jahren begehen.
Das hält uns aber nicht davon ab, den verstorbenen Kameraden zu gedenken und den leider immer wenigeren Kameraden unseren Dank und Hochachtung auszusprechen.
Wir hier in Österreich haben uns sozusagen telefonisch getroffen, um den Gedenktag Verbal zu begehen.
Eine neue und eigenartige Art, aber es war für unsere Gemeinschaft doch ein wichtiger Akt des Gedenkens.
Unser Gedanken waren natürlich auch bei euch und allen unseren langjährigen Freunde von Buchenwald und Dora.
Wir hoffen euch alle nach dieser Corona-Pandemie Gesund bald wieder persönlich zu sehen, um ein würdevolles Gedenken nachzuholen.
Liebe Grüße aus Österreich
Österreichische KZ-Vereinigung Buchenwald
Obmann
Albert Dlabaja
Obmann Stellvertreter
Alexander Melach
Sektetärin
Irene Schusser
Kassier
Helga Brunner
Amicale autrichienne de Buchenwald
Chers camarades, chers amis!
Malheureusement, aujourd’hui, nous ne pouvons pas célébrer ensemble le jour de la libération, il y a 75 ans.
Nous espérons vous revoir tous en personne peu de temps après cette pandémie corona pour compenser une commémoration digne.
ZZB NOB – Association slovène pour les valeurs de la lutte de libération nationale contre le nazisme et le fascisme
11. april 1945 – Osvobojeni koncentracijski taborišči Buchenwald in Dora

11. april 1945 – Osvobojeni koncentracijski taborišči Buchenwald in Dora
Ob 75 – letnici osvoboditve obeh taborišč so predstavniki mednarodnega taboriščnega komiteja Buchenwald – Dora in predstavniki lokalnih oblasti, položili cvetje k spominski plošči na zbirnem mestu v Buchenwaldu in pri spomeniku pod krematorijem v Dori.
Vsako leto se spominskih slovesnosti v Buchenwaldu in Dori udeležijo predstavniki Taboriščnega odbora Buchenwald – Dora, ki deluje pri ZZB NOB Slovenije, kot tudi predstavnik slovenskega veleposlaništva v Berlinu.
Mednarodni komite Buchenwald – Dora je ob letošnjem praznovanju sprejel posebno deklaracijo, s pismom pa se je oglasila tudi veteranska organizacija FIR. Oboji opozarjajo na razcvet nacifašizma v Evropi in prizadevanja nekaterih držav za rehabilitacijo vojnih zločincev in s tem za spreminjanje zgodovine.
Koncentracijsko taborišče Buchenwald
11. aprila 1945 je bilo osvobojeno koncentracijsko taborišče Buchenwald, eno največjih nacističnih taborišč. Osvobodili so ga interniranci sami. Ilegalno vojaško vodstvo v taborišču je izdalo ukaz o napadu na taboriščno ograjo in stražne stolpe potem, ko so dobili informacijo, da se taborišču približujejo ameriške tankovske enote, ki jih je vodil general Patton. Ulaz je bil izpolnjen v dobri uri. Interniranci so zajeli 120 esesovskih stražarjev in veliko orožja, po spopadih izven taboriščne ograje pa še 100 nemških vojakov. Ko je do osvobojenega taborišča prišla prva zavezniška enota, so jih vzhičeno pozdravili in jim izročili ujetnike. Pri osvoboditvi taborišča so pomembno vlogo odigrali tudi Jugoslovani, ki so bili organizirani v 16 skupinah, saj so sodelovali pri zavzetju glavnega vhoda in s strojnico stolpa nad njim.
Skozi Buchenwald je v osmih letih šlo več kot 238.000 ljudi in v njem umrlo 56.000 internirancev. Od aprila 1941 do aprila 1945 je Buchenwald sprejel 3872 Jugoslovanov (med njimi je bilo 1471 Slovencev, dobra polovica jih je umrlo) in več sto hrvaških Istranov ter Slovencev iz Julijske krajine. Osvoboditev v taborišču na hribu Ettersberg v bližini Weimarja, je dočakalo 21.000 internirancev, med njimi 607 Jugoslovanov. Zgodovino buchenwaldskega taborišča so sklenili 15. aprila z zborovanjem na nekdanjem appelplatzu (zbornem mestu) in prisego prebrano v številnih jezikih, da se bodo borili toliko časa, da bo uničen nacizem s koreninami vred in pomagali zgraditi nov svet – svet miru in svobode.
Jani Alič
Koncentracijsko taborišče Mittelbau – Dora
Koncentracijsko taborišče Mittelbau – Dora je bilo osvobojeno 11. aprila 1945. Skozi taborišče in njenih 30 podružnic je šlo več kot 32 tisoč ljudi. Med njimi je bilo 700 do 800 Jugoslovanov, od tega 325 Slovencev. Le malo jih je preživelo.
Koncentracijsko taborišče Dora so nacisti ustanovili 22. avgusta 1943 kot podružnico KL Buchenwald, iz katerega so takoj preselili na tisoče delavcev za povečanje podzemnih skladišč in postavitev proizvodnih montažnih hal ter železniških povezav iz podzemlja na ranžirno postajo v Nordhausnu. Potem, ko so v noči iz 17. na 18. avgust 1943 angleški bombniki močno poškodovali raketna izstrelišča in proizvodne hale brezžično vodenih raket V2 na otoku Usedom v Baltskem morju, so na predlog ministra za oborožitev Alberta Speera preselitev montažnih linij raket V2 v podzemlje hribovja Unterharz, severno od Nordhausna, kjer so že obstajala podzemna skladišča kemičnega orožja in bencina.
Taborišče Dora je 1. novembra 1944 postalo samostojno. Ena najhujših podružnic Dore je bilo taborišče Erlich. Angleški bombniki so 3. in 4. aprila 1945 praktično uničili mestece Nordhausen vendar tako, da so ostale vse železniške in ceste povezave, ki so vodile iz KL Dora na ranžirno postajo v centru Nordhausna nedotaknjene. Angleški bombniki so pobili tudi preko 1200 internirancev na »Appelplatzu« Boelke Kaserne.
Mag. Boris Nemec
ZZB NOB – Association slovène pour les valeurs de la lutte de libération nationale contre le nazisme et le fascisme
11 avril 1945 – Libération des camps de concentration de Buchenwald et Dora
À l’occasion du 75e anniversaire de la libération des deux camps, des représentants du Comité international du camp de Buchenwald – Dora et des représentants des autorités locales ont déposé des fleurs sur la plaque commémorative du site de rassemblement de Buchenwald et sur le monument situé sous le crématorium de Dora.
Chaque année, des représentants du comité du camp de Buchenwald – Dora, travaillant au ZZB NOB de Slovénie, ainsi qu’un représentant de l’ambassade de Slovénie à Berlin, assistent aux cérémonies commémoratives à Buchenwald et Dora.
Le Comité international de Buchenwald – Dora a adopté une déclaration spéciale lors de la célébration de cette année et une lettre de l’organisation vétéran FIR. Ils pointent tous les deux vers le boom du fascisme nazi en Europe et les efforts de certains pays pour réhabiliter les criminels de guerre et ainsi changer l’histoire.
Camp de concentration de Buchenwald
Le 11 avril 1945, le camp de concentration de Buchenwald, l’un des plus grands camps nazis, a été libéré. Il a été libéré par les détenus eux-mêmes. Des dirigeants militaires illégaux du camp ont émis un ordre d’attaque contre la clôture du camp et les tours de garde après avoir reçu des informations selon lesquelles des unités de chars américains dirigées par le général Patton s’approchaient du camp. L’entrée principale était libre en une heure. Les détenus ont capturé 120 gardes SS et de nombreuses armes, et après avoir combattu à l’extérieur de la clôture du camp, 100 autres soldats allemands. Lorsque la première unité alliée est arrivée au camp libéré, ils ont été accueillis avec enthousiasme et remis des prisonniers allemands. Les Yougoslaves ont également joué un rôle important dans la libération du camp, organisés en 16 groupes, car ils ont participé à la capture de l’entrée principale et de la tour avec une mitrailleuse au-dessus.
Plus de 238 000 personnes ont traversé Buchenwald en huit ans, tuant 56 000 détenus. D’avril 1941 à avril 1945, Buchenwald a reçu 3872 Yougoslaves (dont 1471 Slovènes, dont plus de la moitié sont morts) et des centaines d’Istriens Croates et Slovènes des Alpes Juliennes. La libération dans un camp sur la colline d’Ettersberg près de Weimar a été accueillie par 21 000 détenus, dont 607 Yougoslaves. L’histoire du camp de Buchenwald a été conclue le 19 avril par les prisonniers réunis à l’ancien Appelplatz (lieu de rassemblement) et un serment lu en plusieurs langues pour lutter si longtemps que le nazisme avec ses racines serait détruit et pour construire un nouveau monde – un monde de paix et de liberté.
Jani Alič
Mittelbau – Camp de concentration de Dora
Le camp de concentration de Mittelbau – Dora a été libéré le 11 avril 1945. Plus de 32 000 personnes ont traversé le camp et ses 30 subcampes. Parmi eux, 700 à 800 Yougoslaves, dont 325 Slovènes. Peu ont survécu.
Le camp de concentration de Dora a été créé par les nazis le 22 août 1943, en tant que branche de KL Buchenwald, à partir de laquelle des milliers de travailleurs ont été immédiatement déplacés pour augmenter les installations de stockage souterraines et pour installer des halls de montage de production et des liaisons ferroviaires du métro au Gare principale de Nordhausen. Cela s’est produit peu de temps après que les bombardiers britanniques ont gravement endommagé les lancements de missiles et les installations de production de missiles V2 sur l’île de la mer Baltique dans la nuit du 17 au 18 août 1943. Le secrétaire aux armements, Albert Speer, a proposé de déplacer les chaînes d’assemblage de missiles V2 vers les collines souterraines d’Unterharz, au nord de Nordhausen, où se trouvaient déjà des armes chimiques souterraines et des dépôts de gaz.
Le camp de Dora est devenu un camp indépendant le 1er novembre 1944. L’un des pires affiliés de Dora était le camp d’Erlich. Les 3 et 4 avril 1945, les bombardiers anglais ont pratiquement détruit la ville de Nordhausen mais ont laissé intentionnellement intacts toutes les liaisons ferroviaires et routières menant de KL Dora à la gare principale de Nordhausen au centre de Nordhausen. Des bombardiers anglais ont également tué plus de 1 200 détenus rassemblés dans „l’Appelplatz“ de Boelke Kaserne.
Mag. Boris Nemec
ZZB NOB – Association slovène pour les valeurs de la lutte de libération nationale contre le nazisme et le fascisme
April 11, 1945 – Buchenwald and Dora concentration camps liberated
On the occasion of the 75th anniversary of the liberation of both camps, representatives of the Buchenwald – Dora International Camp Committee and representatives of local authorities laid flowers at the memorial plaque at the Buchenwald assembly site and at the monument under the Dora Crematorium.
Each year, representatives of the Buchenwald – Dora Camp Committee, working at the ZZB NOB of Slovenia, as well as a representative of the Slovenian Embassy in Berlin, attend the commemorative ceremonies in Buchenwald and Dora.
The International Committee of Buchenwald – Dora adopted a special declaration at this year’s celebration and a letter from the veteran organization FIR. They both point to the boom of Nazifascism in Europe and the efforts of some countries to rehabilitate war criminals and thus to change history.
Buchenwald Concentration Camp
On April 11, 1945, Buchenwald Concentration Camp, one of the largest Nazi camps, was liberated. It was freed by the inmates themselves. Illegal military leadership in the camp issued an order of attack on the camp fence and guard towers after they received information that U.S. tank units led by General Patton were approaching the camp. The main entrance was free in an hour. The inmates captured 120 SS guards and many weapons, and after fighting outside the camp fence, another 100 German soldiers. When the first Allied unit arrived at the liberated camp, they were greeted with enthusiasm and handed over German prisoners. The Yugoslavs also played an important role in the liberation of the camp, organized in 16 groups, as they participated in the capture of the main entrance and the tower with machine gun above it.
Over 238,000 people have gone through Buchenwald in eight years, killing 56,000 inmates in it. From April 1941 to April 1945, Buchenwald received 3872 Yugoslavs (1471 of whom were Slovenes, more than half of whom died) and hundreds of Croatian Istrians and Slovenes from the Julian Alps. Liberation at a camp on Ettersberg Hill near Weimar was welcomed by 21,000 inmates, including 607 Yugoslavs. The history of the Buchenwald camp was concluded on April 19 by the prisoners gathering at the former Appelplatz (assembly site) and an oath read in many languages to fight for so long that Nazism with its roots would be destroyed and to build a new world – a world of peace and freedom.
Jani Alič
Mittelbau – Dora Concentration Camp
The Mittelbau – Dora Concentration Camp was liberated on April 11, 1945. More than 32,000 people went through the camp and its 30 branches. Among them were 700 to 800 Yugoslavs, of which 325 were Slovenes. Few survived.
The Dora Concentration Camp was established by the Nazis on August 22, 1943, as a branch of KL Buchenwald, from which thousands of workers were immediately relocated to increase underground storage facilities and to set up production assembly halls and rail links from the underground to the Nordhausen main railway station. This happened soon after the British bombers severely damaged the missile launches and production facilities of V2 missiles on the Isle of Baltic Sea on the night of August 17-18, 1943. Secretary of Arms, Albert Speer proposed relocation of the V2 missile assembly lines to the hills underground Unterharz, north of Nordhausen, where there were already underground chemical weapons and gas depots.
The Dora camp became independent camp on November 1, 1944. One of Dora’s worst affiliates was the Erlich camp. On 3 and 4 April 1945, the English bombers virtually destroyed the town of Nordhausen but left all the rail and road links leading from KL Dora to the Nordhausen main railway station in the center of Nordhausen intentionally intact. English bombers also killed more than 1,200 inmates gathered in Boelke Kaserne’s „Appelplatz“.
Mag. Boris Nemec
A l’occasion du 75e anniversaire de la libération du camp, Le comité international a appelé ses responsables nationaux à soutenir l’Association Lebenshilfe-Werk de Weimar-Apolda dans son projet 1000 arbres pour Buchenwald.
Chaque arbre est planté pour honorer la mémoire d’un détenu ou d’un groupe de détenus.
Cette plantation a eu lieu le 4 avril 2020 Schwabsdorfer Weg, le long du chemin suivi, le 7 avril 1945, par deux colonnes de détenus évacués du camp de Buchenwald vers celui de Flossenbürg, à 250 kilomètres de là.
Ont été honorés cette année
L’Italien Ferdinand ZIDAR
Ferdinando ZIDAR 1915 – 2003 KLB 44217 Juni 1944 –Mai.1945
Les Français Julien CAIN, Robert ANTELME, Jorge SEMPRUN, Pierre DURAND
Julien CAIN 1887 – 1974 KLB 42170 Januar 1944 – April 1945
Robert ANTELME 1917 – 1990 KLB 81474 August 1944 – April 1945
Jorge SEMPRUN 1923 – 2011 KLB 44904 Januar 1944 – April 1945
Pierre DURAND 1923 – 2002 KLB 49749 Mai 1944 – April 1945
Les Norvégiens Arnljot GAARE et Elling KVAMME
Arnljot GAARE 1921 – 1997 KLB 39411 + 47347
Elling KVAMME 1918 – 2016 KLB 39181 + 54702 Januar 1944 – April 1945
1 Baum für 650 NORWEGISCHE STUDENTEN in Buchenwald
Le Roumain Petru MURESAN
Petru MURESAN 1917 – 2012 KLB 76749 als Adolf Hersko 1944 – 1945
Les Sinti et Roms Willi BLUM, Ewald HANSTEIN et Franz ROSENBACH
Willy BLUM 1928 – unbekannt als Kind KLB 74254
Ewald HANSTEIN 1924 – 2009 KLB 74557
Franz ROSENBACH 1927 – 2012 KLB 43227
Les Allemands Ernst JENDE, Klaus TROSTDORF et Erich SCHEINHARDT
Ernst JENDE 1911 – 2001 KLB 457 Juli 1937 – April 1945
Klaus TROSTORFF 1920 – 2015 KLB 1819 April 1944 – April 1945
Erich SCHEINHARDT KLB 763 Juli 1937 – April1940
1 Baum für die ehemaligen Häftlinge aus Zeitz
Les Espagnols Edmon Gimeno FONT, Jose Maria VILLEGAS IZQUIERDO et Marcel.li GARRIGA CHRISTIA
Edmon Gimeno FONT 1923 – 2014 KLB 43631 Januar.1944 – April 1945
Jose Maria VILLEGAS IZQUIERDO 1917 – 2008 KLB 69684 August 1944–April 1945
Marcel.li GARRIGA CHRISTIA 1916 – 2009 KLB 40548 Januar 1944 – April 1945
Und 1 Baum für das internationale Lagerkomitee (ILK)
November 2019
ERKLÄRUNG VON MADRID
Bei unserem Treffen in Madrid am 2. November 2019 – am Vorabend des 75. Jahrestages
der Befreiung der Lager – begrüssen wir, Vorsitzende und Generalsekretäre der
Internationalen Komitees der Vernichtungs- und Konzentrationslager der Nazis, die
Arbeit der spanischen Behörden und der Amical de Mauthausen y Otros Campos für die
Anerkennung der Deportation der spanischen Republikaner in die NS-Lager.
Nachdem wir die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 19. September 2019 zur
Bedeutung des europäischen Gedächtnisses für die Zukunft Europas (2919/2819 RSP)
zur Kenntnis genommen haben, bringen wir unsere tiefe Besorgnis über die in diesem
Dokumente übertragene fehlerhafte Sicht auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts zum
Ausdruck. Wir sehen in dieser Resolution den Versuch, die Opfer des Nazi-Terrors und die
Opfer des Stalinismus unter dem nichtssagenden Begriff des „Totalitarismus“ unreflektiert
gleichzusetzen Wir werden immer die menschlichen Tragödien der Opfer des Stalinismus
mit aller Ehrerbietung anerkennen – die versuchte Gleichsetzung oder das gegeneinander
Ausspielen dieser beider Opfergruppen ist für uns jedoch unerträglich.
Wir können keinesfalls akzeptieren, dass die Grundpfeiler des Nazi-Terrors, nämlich
systemimmanenter Rassismus und Antisemitismus, die industrielle Vernichtung ganzer
Bevölkerungsgruppen – Männer, Frauen und Kinder – nicht genannt werden.
Wir hoffen, unseren Beitrag dazu leisten zu können, dass die Mitglieder des Europäischen
Parlaments anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung der Lager und des Endes des
Zweiten Weltkriegs eine neue Entschließung ausarbeiten, die die Erinnerung an alle
Opfer des Nationalsozialismus respektiert und die ehrgeizigen Botschaften, die sie uns
hinterlassen haben, eine Entschließung, die ein klares Bekenntnis des Europäischen
Parlaments gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Ausgrenzung sowie eine
eindeutige Haltung zu den Menschenrechten und Solidarität zum Ausdruck bringt und eine
Haltung der Offenheit gegenüber dem Anderen.
Wir bekräftigen unsere Forderung nach vollständiger Einhaltung der Entschließung des
Europäischen Parlaments vom 11. Februar 1993 zum europäischen und internationalen
Schutz der NS-Konzentrationslager als historische Denkmäler.
Wir begrüßen die Initiative des Internationalen Komitees von Mauthausen, im Rahmen
des spezifischen Programms des Europarates, eine neue Kulturroute zu schaffen, die die
Geschichte in der Geographie und im europäischen Raum sichtbar machen soll. Sie wird das
europäische Netzwerk des nationalsozialistischen Terrors dokumentieren, sei es in
Konzentrations- und Vernichtungslagern oder in Ghettos und bei den Todesmärschen.
Wir begrüßen das Engagement vieler junger Europäer zum Gedenken an die Opfer der NSLager.
Wir ermutigen sie, ihren friedlichen Kampf für die Wahrung der Werte Freiheit ,
Achtung der Menschenrechte und internationale Solidarität fortzusetzen, die uns die
Deportierten und Internierten hinterlassen haben, die den Aufbau Europas genährt haben.
Unterzeichner:
Internationale Komitees von Auschwitz, Buchenwald-Dora, Dachau, Mauthausen,
Natzweiler-Struthof, Neuengamme, Ravensbrück, Sachsenhausen, Vereinigung
Flossenbürg, ANED, International Freedom Fighters Federation (IHRA), Internationaler
Holocaust Remembrance Alliance).
Oktober 2019
ERKLÄRUNG DES IKBD ÜBER DIE ENTSCHLIESSEUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS VOM 19.9.2019 ÜBER DIE BEDEUTUNG DER ERINNERUNG AN DIE EUROPÄISCHE VERGANGENHEIT FÜR DIE ZUKUNFT EUROPAS
Das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos (IKBD) äußert seine tiefe Besorgnis über die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 19. 09.2019 zur Bedeutung der Erinnerung an die europäische Vergangenheit für die Zukunft Europas.
Das IKBD betrachtet den Text dieser ersten Entschließung des neugewählten Europäischen Parlaments über die historische Erinnerung für die Erziehung der Jugend und den Aufbau eines freien und demokratischen Europas als eine nicht erträgliche Beleidigung für die Opfer des Faschismus und des Nazismus sowohl wie für die Erbauer eines gelinderten, demokratischen und freien Europas.
Mit Recht besorgt sich die Entschließung in ihrem letzten Teil über den Aufstieg in Europa von identitärischem Fremdenhass und fordert das Verbot von neofaschistischen und neonazistischen Gruppierungen (Punkt 20) Sie betont zugleich, „dass die tragische Vergangenheit Europas auch künftig als moralische und politische Inspiration dienen sollte, sich den Herausforderungen der Welt von heute zu stellen, wozu der Kampf für eine gerechtere Welt, die Schaffung offener und toleranter Gesellschaften und Gemeinschaften, in denen ethnische, religiöse und sexuelle Minderheiten vertreten sind, und die praktische Umsetzung der europäischen Werte für alle Menschen dienen“ (Punkt 21).
Jedoch ist diese Entschließung leider die Frucht ungesunder Kompromisse. Sie entwickelt trügerische und nicht akzeptable Argumente , die zur Misshandlung der historischen Wahrheit führen.
Aus diesem Grund fordert das IKBD den sofortigen Rückzug der Entschließung P9-TA-PROV (2019)0021.
Das IKBD begründet folgende Argumente zur seiner Erklärung:
- Das IKBD bedauert, dass die heutige Entschließung des EU-Parlamentsüber über die Bedeutung der europäischen Erinnerung zum Aufbau eines europäischen Geschichtsbewusstseins keineswegs die zuvor entscheidende Entschließung des Europäischen Parlaments vom 11. Februar 1993 zum europäischen und internationalen Schutz der von den nationalsozialistischen errichteten Konzentrationslager als historische Mahnmale erwähnt.
- Das IKBD mahnt, dass der Hitler-Nazismus und der Stalin-Kommunismus keineswegs auf gleiche Ebene und unter dem zusammengefassten gleichgestellten Begriff von „Totalitarismus“, wie er schon in den 30er Jahren zur Kennzeichnung des Mussolini Regimes verwendet war, gestellt werden können. Einige Abgeordneten vergessen, dass ihre eigenen Länder, die sich damals auf der Umlaufbahn des nazistischen Regimes befanden, ihre eigenen Formen von Totalitarismus entwickelt haben: Finnland, Spanien, Portugal, Ungarn, Polen…
- Das IKBD fordert, dass eine EU-Parlament Entschließung zum europäischen Geschichtsbewusstsein die spezifischen Charakteren der nazistischen Ideologie nicht verbirgt: Rassismus, Antisemitismus, Völkermord gegen die Juden und Sinti und Roma, Vernichtungs- und Konzentrationslager, Mordstätten für behinderte Menschen, waren der Sockel des Hitlertäterregimes, und wurden parallel zu den Massakern von slawischen Völkern, zur Versklavung durch Zwangsarbeit von Millionen von Männern, Frauen und Kindern, die in Deutschland und in den vom III. Reich besetzten Ländern planmäßig und systematisch durchgeführt.
Das IKBD erinnert, dass alle Nationen die zum Opfer des Nazi Unterdrücker wurden, sich an die Organisation der Vereinten Nationen anschlossen.
- Das IKBD betrachtet nicht, im Gegensatz zum Text der EU-Parlaments Entschließung vom 19.9.2019 (Punkt 2), den deutsch-sowjetischen Pakt (Ribbentrop-Molotow) als den Ursprung des 2. Weltkrieges. Andere Kausalitäten werden in diesem Text vernachlässigt: das Versailles Abkommen, die 1929 Wirtschaftskrise. Geschwiegen werden die Wiederbesetzung des Saarlandes (1935), der Anti Komintern Pakt (November 1936), die Rom-Berlin Achse (November 1936) der Anschluss mit Österreich (März 1938), das Münchner Abkommen (September 1938): die berühmten Worten von Winston Churchill an den Premierminister Chamberlain dürften nicht vergessen werden: „Sie hatten die Wahl zwischen Krieg und Schande, sie haben sich für die Schande entschieden, und werden trotzdem den Krieg bekommen“. Die Entschließung schweigt über die Besatzung des Sudetenlandes (Oktober 1938), und über den Einmarsch der Nazis in die Tschechoslowakei (März 1939).
- Das IKBD bedauert die enge Betrachtung der Entschließung über Russlands Leid, beschrieben (Punkt 15) „als das größte Opfer des kommunistischen Totalitarismus“. Die Entschließung vergisst das Leid und die Verluste durch den deutschen Naziangriff im Westen, und die japanischen Kräfte im Osten des Landes zu nennen.
- Das IKBD bedauert tief, dass die Entschließung den Völkermord und das Leid der Sinti und Roma schlicht und einfach auslässt, und die Verfolgung von Homosexuellen ignoriert. Genauso ignoriert sie die politischen Verfolgungen, die Internierung und Deportation von Millionen von Menschen durch Europa und deren gewaltige Ausbeutung in der nazistischen Kriegsindustrie. 2020 wird in Weimar ein Museum zum Thema der NS-Zwangsarbeit geöffnet, und damit das tragische Schicksal der internierten und deportierten Opfer des Nazismus geschildert und zur erweiterten Kenntnis des Publikums gebracht.
- Das IKBD erinnert, was keinesfalls im Text der Entschließung steht, dass zahlreiche deutsche Kommunisten zu den allerersten KZ-Häftlingen gehörten. Ihre Erinnerung darf nicht in Vergessenheit geraten.
Die ehemaligen Häftlinge des Lagers Buchenwald und seiner Außenkommandos haben diese beispiellosen Tatsachen und spezifischen Seiten der nazistischen Ideologie in ihrem Herz und Leibe erfahren.
Aus diesen Gründen,
Und im Namen der überlebenden KZ-Häftlinge aller Nationen und Opfer von Buchenwald und seiner 139 Außenkommandos,
Im Namen aller der Opfer der Nazibarbarei,
lehnt das IKBD die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 19. September 2019 zur „Bedeutung des europäischen Geschichtsbewusstseins für die Zukunft Europas“ als eine Beleidigung für die Erinnerung der Opfer und derjenigen, die für ein humanistisches Europa gekämpft haben, radikal ab.
Sollte der Aufbau eines besseren Bewusstseins für die Zukunft Europas auf der Denunzierung aller gestern wie heute begangenen Verletzungen der Menschenrechte und der Menschenfreiheiten „ruhen“, so erklärt das IKBD, dass dies im Respekt und in Übereinstimmung mit der historischen Wahrheit, ohne jeden gezwungenen Geschichtsvergleich und politisch kalkuliertes Amalgam geschehen soll.
Das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos 08.10.2019
Juli 2019
ERKLÄRUNG DES INTERNATIONALEN KOMITEES BUCHENWALD-DORA UND KOMMANDOS
Gedenkbäume, die zur Ehre und in Erinnerung an ehemalige KZ-Internierte und- Häftlinge gepflanzt wurden, wurden neulich wieder geschändet.
Sowie die Stolpersteine sind diese Erinnerungsbäume das Symbol für die Männer, Frauen und Kinder, die unabgesehen von ihrem Alter, Geschlecht, Religion, Meinung, sozialer Herkunft, Nationalität Opfer der nationalsozialistischen Barbarei in Buchenwald wurden.
Jeden Ast dieser Bäume abzubrechen, ist wie einen Körper zu quälen. Jeden Stamm dieser Bäume abzusägen, ist wie eine Seele zu ermorden.
Das IKBD verurteilt diese Gewalttaten und bedauert, dass der nationale und internationale politische Kontext sie bekräftigen kommt.
Das IKBD prangert diese Situation und diese abscheulichen Taten an.
Das IKBD bekämpft sie im Namen des Schwures von Buchenwald.
Das IKBD wird weiter die Initiative der Lebenshilfe-Werks Weimar-Apolda „1000 Buchen für Buchenwald“ unterstützen.
MONTREUIL, den 28.6.2019

BAUM DANUTA

BAUM KARSTEN
Avril 2019
Gedenkstätte Buchenwald
Denkmal für alle Opfer des KZ Buchenwald / Mémorial de Buchenwald, Hommage aux victimes du camp de concentration de Buchenwald
Gedenkveranstaltung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) / Cérémonie du souvenir du Comité international Buchenwald-Dora et Kommandos

Begrüßung / Allocution de bienvenue
Modération : Agnès Triebel, Generalsekretärin des IKBD (secrétaire générale du CIBD)
Allocution d’accueil du Prof. Dr. Volkhard Knigge – Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Directeur de la Fondation des Mémoriaux de Buchenwald et Dora
Discours de M. Alojy Maciak. Traduction par M. Kamil Majchrzak – ehemaliger Deportierter, Vizepräsident für Polen des IKBD (déporté , vice-président représentant la Pologne au Comité international)
Discours de M. Vasile Nussbaum – ehemaliger Deportierter, Vizepräsident für Rumänien des IKBD (déporté, vice-président représentant la Roumanie au Comité international)
Discours de M. Romani Rose – Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma (Président du Conseil central des Sinti et Roma)
Discours de M. Dominique Durand, Präsident des IKBD (Président du CIBD)
Lecture du Serment par cinq anciens déportés
Lecture du Serment dans les langues de celui-ci par cinq anciens déportés
Verlesung des Schwurs von Buchenwald durch fünf ehemalige Häftlinge (in den Originalsprachen).
Reading of the Oath of Buchenwald in the languages of the latter by five former deportees.
Avril 2019
Gedenkstätte Buchenwald
Denkmal für alle Opfer des KZ Buchenwald / Mémorial de Buchenwald, Hommage aux victimes du camp de concentration de Buchenwald
Gedenkveranstaltung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) / Cérémonie du souvenir du Comité international Buchenwald-Dora et Kommandos

Begrüßung / Allocution de bienvenue
Modération : Agnès Triebel, Generalsekretärin des IKBD (secrétaire générale du CIBD)
Allocution d’accueil du Prof. Dr. Volkhard Knigge – Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Directeur de la Fondation des Mémoriaux de Buchenwald et Dora
Discours de M. Alojy Maciak. Traduction par M. Kamil Majchrzak – ehemaliger Deportierter, Vizepräsident für Polen des IKBD (déporté , vice-président représentant la Pologne au Comité international)
Discours de M. Vasile Nussbaum – ehemaliger Deportierter, Vizepräsident für Rumänien des IKBD (déporté, vice-président représentant la Roumanie au Comité international)
Discours de M. Romani Rose – Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma (Président du Conseil central des Sinti et Roma)
Discours de M. Dominique Durand, Präsident des IKBD (Président du CIBD)
Lecture du Serment par cinq anciens déportés
Lecture du Serment dans les langues de celui-ci par cinq anciens déportés
Verlesung des Schwurs von Buchenwald durch fünf ehemalige Häftlinge (in den Originalsprachen).
Reading of the Oath of Buchenwald in the languages of the latter by five former deportees.
December 2018
Unser Kamerad, Freund, Genosse
Ottomar Rothmann,
Ehrenbürger der Stadt Weimar,
ist am 14. Dezember 2018 verstorben.
Ottomar Rothmann kam frühzeitig mit der politisch organisierten Arbeiterbewegung in Berührung, die wesentlichen Einfluss auf seine Entwicklung nahm. Die so genannten »Goldenen Zwanziger Jahre« waren für ihn und seine Familie Jahre größter Entbehrungen. Nach der Machtübergabe an die deutschen Faschisten wurden seine Brüder und seine Mutter aus politischen Gründen verfolgt. Das führte zu seinem Entschluss, Widerstand gegen die Nazis zu leisten. Im Januar 1943 wurde er festgenommen. Gestapo – Verhöre und Einzelhaft folgten. Im Mai 1943 erließ die Gestapo den Schutzhaftbefehl und Ottomar Rothmann wurde der politische Häftling Nummer 6028 im Konzentrationslager Buchenwald. Da er sich als zuverlässiger Antifaschist und in Bewährungssituationen als standhaft erwies, wurde er in Aktionen des illegalen politischen Widerstands einbezogen. Im Januar 1945 nahm ihn die illegale Parteiorganisation der KPD im KZ in die Partei auf. Als am 6. April 1945 die Gefahr bestand, dass sechsundvierzig Häftlinge von der SS erschossen werden sollten, die dem illegalen Lagerwiderstand zugeordnet worden waren, erhielt Ottomar den Auftrag, den Blockältesten der Schreibstube, Hans Neumeister, sicher zu verstecken. Hans Neumeister erlebte die Befreiung. Ottomar Rothmann leistete am 19. April 1945 gemeinsam mit seinen Kameraden den »Schwur von Buchenwald«, der für ihn lebenslang verbindlich blieb.
Aktiv war er in verschiedenen Funktionen, getreu dem Schwur am »Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit«, beteiligt. Ab November 1974 baute er maßgeblich die Pädagogische Abteilung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte auf, die er dann leitete. Er erwarb sich bis zu seinem Renteneintritt 1986 bleibende Verdienste. Nach seiner Pensionierung blieb er der Gedenkstätte verbunden. Als Mitglied des Häftlingsbeirates der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora arbeitete er aktiv an der Bewahrung des antifaschistischen Vermächtnisses. Obwohl schon im hohen Alter, trat er in Zeitzeugengesprächen, insbesondere mit jungen Menschen überzeugend auf. Regen Anteil nahm er bis zuletzt am gesellschaftlichen und politischen Leben.
Wir bewahren das Andenken an einen aufrechten Antifaschisten.
Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora
ZMD besucht mit Flüchtlingen ehemaliges KZ-Buchenwald
Buchenwald 26.01.2018: ZMD besucht mit dem Vorsitzenden Aiman Mazyek und rund 30 Geflüchteten muslimischen Glaubens die Gedenkstätte Buchenwald.
Zudem nahm die Gruppe an der Gedenkveranstaltung zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust teil. Anwesend waren Zeitzeugen, die als Kinder in Buchenwald inhaftiert waren. An der Gedenkzeronomie nahm zudem der Ministerpräsident Ramelow teil. Besonders die Geschichte vom Überlebenden Naftali Fürst berührte unsere Gruppenteilnehmer sehr. Hocherfreut waren die Teilnehmer, dass sich nach der Begegnung die Gelegenheit zum gemeinsamen Bild ergab.
Die Gruppe wurde unter der Leitung von Herrn Hirte (Buchenwald) durch die Gedenkstätte geführt. An dieser Stelle großen Dank an Herrn Hirte und der Leitung Buchenwald für die Kooperation. Wir hoffen auf weitere Zusammenarbeit und Ausbau des Projekts, dass einen enormen pädagogischen Beitrag zur Integration leistet und zur Verständigung der Religionen.
source : http://islam.de/29616
APPELL VON MAILAND, 1. Juli 2018
Die Präsidenten, Vizepräsidenten und Generalsekretäre der Internationalen Komitees der Nazi Konzentrationslager haben sich – auf Initiative der Associazione Nationale Ex Deportati Nei Campi nazisti (ANED) – am 1. Juli 2018 in der Casa della Memoria in Mailand getroffen. Angesichts der aktuellen Bedrohungen gegen das Gedächtnis und gegen die Zukunft Europas und seiner MitbürgerInnen, veröffentlichen wir folgenden feierlichen Aufruf :
Wir sind die Träger des Gedächtnisses der Überlebenden der Naziverbrechen: dieses lebendige und schmerzvolles Gedenken macht aus uns die Sprecher für die abertausenden Männer und Frauen, die die Lager überlebt haben. Wir sind entweder Angehörige oder Nachkommen der Überlebenden bzw. normale BürgerInnen, die innerhalb ihrer verschiedenen Organisationen aktiv sind.
Es liegt uns am Herzen die früheren KZ-Lager, die heute Erinnerungsorte geworden sind, zu schützen und sie vor dem Vergessen, der Banalisierung sowie der Zerstörung zu bewahren. Wir beziehen uns unter anderem auf den Entschluss des Europaparlaments vom 11. Februar 1993 betreffend den europäischen und internationalen Schutz für historische Denkmäler der Orte der Nazi Konzentrationslager. Die jüngsten Angriffe auf die historische Substanz in Mauthausen und Flossenbürg empören uns zutiefst.
Wir sind empört, daß die europäischen Mitgliedsländer sich beim Votum einer Resolution der UNO für den Kampf gegen eine Verherrlichung des Nazismus am 21. November 2014 enthalten haben.
Gegenüber aller nationalistischen und populistischen Versuche diese Orte der Barbarei sowie die Kämpfe und die Solidarität aus dem europäischen Gedächtnis verschwinden zu lassen, bleiben wir überaus wachsam.
Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 erinnert daran daß: „(…) die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen (…).“ Hunderttausende von Deportierten in die Nazilager sind die Opfer dieser Barbarei geworden.
Seit über siebzig Jahren sind die Überlebenden und ihre Nachkommen den Versprechen bei der Befreiung ihrer Lager treu geblieben. Unermüdlich haben sie sich für den Frieden und für die brüderliche Solidarität unter den Völkern eingesetzt. Durch ihr Zeugnis haben sie gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass und die Thesen der Rechstextremisten in Europa gekämpft.
Auf die Ankunft von Flüchtlingen, die von Krieg und Hunger getrieben sind, ist die Antwort von verschiedenen europäischen Staaten nicht eine humanitäre Aufnahme sondern die Schliessung ihrer Grenzen. Das Mittelmeer ist zu einem riesigen Friedhof geworden wo die Hoffnungen von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern ein Ende finden. Europa scheint sein Gedächtnis verloren zu haben: viele Europäer waren, vor und nach dem Krieg, selber Flüchtlinge. Sie haben manchmal Solidarität erfahren aber auch Diskriminierung und Zurückweisung. Europa muß die schrecklichen Lektionen seiner jüngsten Geschichte lernen und nicht die Augen vor seiner Verantwortung schließen:
Welche Werte wollen wir den jungen Generationen vermitteln? Egoismus und die Angst vor dem Anderen dürfen die Werte des Humanismus, die im Herzen unserer gemeinsamen Geschichte und unserer Verpflichtungen stehen, nicht ersetzen.
Wir appellieren deshalb an die vom Volk gewählten Vertreter in den verschiedenen nationalen und europäischen Institutionen und bitten sie, sich bei der Suche nach adäquaten Antworten in der Flüchtlingsfrage vor allem vom Respekt vor der Menschenwürde eines jeden leiten zu lassen.
Erste Unterschriften :
- Associazione Nazionale Ex Deportati Nei Campi nazisti (ANED)
Dario Venegoni, Präsident presidente@aned.it
Aldo Pavia: Vize-Präsident aldo.pavia@inwind.it - Comité International de BUCHENWALD-DORA
Dominique Durand, Präsident cibd@buchenwald-dora.fr - Comité International de DACHAU
Jean-Michel Thomas, Präsident jm-thomas@wanadoo.fr
Preben Dietrichson, Administrator preben.d@online.no - Association des déportés et familles des disparus du camp de concentration de FLOSSENBÜRG et Kommandos :
Michel Clisson, Président cm.clisson@wanadoo.fr - Comité International de MAUTHAUSEN
Guy Dockendorf, Präsident guy.dockendorf@culture.lu
Floriana Maris, Vize-Präsidentin floriana@studiomaris.com
Jean-Louis Roussel, Vize-Präsident jeanlouis.roussel@univ-rouen.fr - Comité International de NATZWEILER-STRUTHOF
Jean-Marie Muller, Präsident, cin-natzweiler-struthof@laposte.net
Claes Reksten, Generalsekretär claes@reksten.net - Amicale Internationale de NEUENGAMME
Jean-Michel Gaussot, Président jmichelgaussot@yahoo.fr
Christine Eckel, Secrétaire générale christineeckel@gmx.de - Comité International de RAVENSBRÜCK
Ambra Laurenzi, Präsidentin laurenzi.irk@gmail.com
Jeanine Bochat, Vize-Präsidentin jeanine@bochat.eu
April 2018
Photos d‘Andreas Domma
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Gedenkveranstaltung des 73. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald 15. April 2018
Ansprache von Dominique Durand, Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos
Zeugenberichte von Zahava Stessel, ehemalige Häftlinge eines Kommando des KZ Buchenwald
Erinnerungen von einer Auschwitz Überlebenden
Obwohl uns der Anstieg des Nationalsozialismus sehr sorgte und die Gesetze gegen die Juden unsere wirtschaftliche Lage immer schwerer machten, dachten 1944 die ungarischen Juden, dass der Krieg bald zu Ende war und ihr Leben noch gerettet werden könnte. Dies geschah aber nicht.
Mein Vater hatte -als Einzelkind- aus meiner Schwester und mir den Stolz unserer Großeltern gemacht.
Großmamas Vorfahren waren Deutsche, und sie gab mir Deutschunterrichte. Ich liebte meine kleine Großmama sehr und lernte, um ihr eine Freude zu machen, ein paar Wörter oder Sätze wie: „Morgen, morgen, nur nicht heute,
Sagen alle faulen Leute“.
Im Jahr1939 mit Ausbruch des Krieges verschlechterten sich Dinge, und meine größte Angst lag daran, dass mein Vater zum Pflichtdienst in der Armee berufen wird. Jedes Mal, wenn ich den Briefträger sah -ich war damals ein neunjähriges Kind- folgte ich ihm bis er an unser Haus vorbeiging.
Dann kam die Zeit unseres letzten Passahfests in Ungarn. Am 6. April 1944, waren wir dabei unser Passahgeschirr in den Schrank bis zum nächsten Jahr abzustellen, als wir zur Kenntnis nahmen, dass wir innerhalb der zwei nächsten Stunden, das Haus verlassen sollten. Alles ging sehr rasch bis wir uns dann in einem Viehwagon befanden, und in Auschwitz ankamen. Den Namen Auschwitz hörten wir zum ersten Mal.
Als wir bei der schmalen Fensteröffnung des Wagons hinausblickten, sahen wir Männer mit geschorenem Kopf und gestreifter Kleidung. Dann mussten wir aus dem Zug, und unsere Sachen hinterlassen.
Zunächst wurden mein Vater und mein Großvater von uns getrennt und wurden befohlen zur Männergruppe zu gehen. Ich habe ihnen noch eine ganze Minute lang mit den Augen folgen können, bis sie dann von der Menschenmenge verschlungen wurden.
Wir mussten uns in fünfer Reihe einordnen. Meine Schwester und ich gingen neben meiner Mutter und meine Großmutter hielt sich an ihrem Arm fest. Dann wurden wir plötzlich aufgewiesen, meine Schwester und ich, uns zur Seite zu stellen, während meine Mutter und meine Großmutter weiter gingen.
Alles ging so schnell! Das Bild des letzten Blicks voller Verzweiflung von meiner Mutter und der Hilfslosigkeit von meiner Großmutter, die sich beide wie in einem immer kleiner werdenden Rahmen von uns distanzierten, hat mein Herz erfroren und sich in mir für den Rest meines Lebens eingeprägt.
Obwohl uns das Lager unsere Eltern und Großeltern weggenommen hatte, blieben ihre Lehren von Gerechtigkeit und Anständigkeit tief in uns eingewurzelt. Die Nazis hatten unsere Köpfe geschoren, sie hatten uns alles von Kleidung bis zum eigenen Namen weggeraubt, und wir waren nur mehr zu Nummern geworden. Sie wollten uns entmenschlichen. Aber das haben sie nicht geschafft. Wir behielten unseren innerlichen Geisteswiderstand. Wir unterstützen uns gegenseitig alle und wurden sozusagen „Lagergeschwister“. Wir gründeten unsere „Lagerfamilie“. Ohne jegliche emotionale Unterstützung kam ein alleinstehender KZ-Häftling schnell unter solchem grausamen Zustand zugrunde.
Die Nazis wollten aus uns undifferenzierte Sklaven machen, aber wir wussten wer wir waren. Dadurch, dass sich einige unter uns schon vor der Lagerzeit kannten, war es uns möglich Warmherzlichkeit und Gastfreundschaft, wie wir von zuhause hatten, auszuüben.
Januar 1945 bekam die Elza Szamosi einen Apfel von einem Zivilarbeiter in einer Fabrik. Die Elza hätte ja die wertvolle Frucht aufessen können, aber sie behielt sie. Nach der Arbeit, kehrte sie in die Baracke zurück und holte sich sechs Mädchen von uns, die aus unserer Heimatstadt Abaujszanto stammten. Sie ließ sich ein Messer leihen, und schnitt den Apfel in sechs Scheiben, so dass jede von uns eine Portion bekam. Bevor wir sie kosteten, sprachen wir das Gebet von „Seheyanu“ in dem wir Gott für diese Frucht dankten, aber auch dafür, dass wir noch diesen Tag erreicht und erleben durften. Dieses Stückchen Apfel ließ uns die Tränen aus den Augen gießen, ein Apfel, wie zur alten guten Zeit…!
Es gab deutsche Zivilarbeiter, die von zuhause aus noch das Prinzip von Gerechtigkeit behalten hatten. So haben auf eigene Lebensgefahr Zivilarbeiter manchmal liebe Trostworte mit jüdische Frauen ausgetauscht, oder ihnen heimlich eine Kruste Brot gegeben.
Ein deutscher Ingenieur hat eines Tages, während er dabei war, die Maschine meiner Schwester einzustellen, heimlich ein Papiersäckchen in ihre Schublade hineingesteckt, und wies sie diskret darauf hin, dass dies für sie sei. Meine Schwester schaute hin und sah, dass ein kleines Marmeladebrot drinnen war. Als sie versuchte ihm zu danken, war der ältere Mann schon weg und beschäftigte sich mit der Einstellung von einer anderen Maschine.
Am meisten wurden wir bestraft, wenn wir versuchten uns sauber zu halten. Sogar meine Schwester und ich, die immer solche Angst hatten, die Lagerregeln überschritten zu haben, wagten es doch einmal unsere Sachen zu waschen. Die Mädchen von der Wäscherei waren einverstanden, unsere Kleidungsstücke gegen eine Tagesbrotportion zu waschen. Es war für uns ein großes Opfer, aber unsere Kleidungen standen stramm von dem Schmutz und Dreck der vergangenen Monate. Nach langer Überlegung gaben wir zunächst die Kleider meiner Schwester zur Reinigung. Wir arbeiteten in der Nachtschicht, so dass die Mädchen aus der Wäscherei tags unter, wenn wir schliefen, die Sachen zum Waschen mitnehmen sollten. Doch schliefen wir an diesem Tag nicht gut, weil uns die Angst ergriffen hatte, entweder plötzlich zu einem Appel gerufen zu werden oder einen Luftangriff zu erleben. Zum Glück geschah nichts davon, und das Mädchen brachte uns die Kleidungen am späten Nachmittag zurück. Die Woche danach übergab ich dann meine Sachen zum Waschen. Meine Schwester und ich teilten uns die übriggebliebene Brotscheibe. Wir dachten dabei an unsere Mutter und Großmutter, und stellten uns vor, wie stolz sie auf uns sein würden. Wir konnten schlicht und einfach nicht akzeptieren, dass sie nicht mehr am Leben waren.
Der üblichste Weg aus dem Lagerdruck etwas auszuweichen war, in den von unseren Lagerschwestern geschriebenen Liedern, zu finden. Diese munterten unseren Geist und unseren Widerstandswillen auf. Die ungarischen Liebeslieder brachten uns eine gewisse Erleichterung. Manchmal sangen wir nur eine oder zwei Zeilen aus einem Gedicht, wie das von dem ungarischen Dichter Sandor Petöfi: „My schönes Vaterland, werde ich Dich je wiedersehen?“
Wie grausam immer die Menschen zu uns gewesen waren, Ungarn war aber unsere Geburtsheimat geblieben, die Quelle unserer Kultur, und wir fühlten enge Verbundenheit zum Land.
Die unmenschlichen Verbrechen aber auch die Größe des Menschen haben für uns Licht sowohl auf unseren Lebens- wie auf unseren Todesweg in den Lagern gebracht. Die Erforschung des Holocausts soll sich nicht nur mit dem Studium des menschlichen Bösen befassen, sondern auch mit der menschlichen Courage, die damit die Saat der Hoffnung für die Menschheit hält.
Ich bedanke mich, dass ich heute vor ihnen berichten durfte. Diese Ehre gilt eigentlich für meine Eltern, die uns, meiner Schwester und mir, die Werte und Grundsätze der Gerechtigkeit und des Anstands übergeben haben. So sind wir im Stande gewesen, das Gute und die Schneeblüten sogar in den kältesten Wintertagen zu erkennen.
Übersetzung: Agnès Triebel
Ansprache von Michael Newman, Chief Executive des Association of Jewish Refugees
Gedenken am Jüdischen Mahnmal
Buchenwald memorial remarks, Michael Newman – April 2018
Distinguished guests, ladies and gentlemen, I have the proud honour and great privilege to address you today at one of the world’s most infamous sites.
At precisely 10:30am on 12 April 1941 my great-grandfather, prisoner 8222, Meier Geppert, died here at the Buchenwald concentration camp. From archive documents retrieved here, the cause of death is given as heart failure and lung tuberculosis.
He was 55 years old and had been deported to Buchenwald in October 1939 from the Gestapo prison in Cologne. What he endured in those 18 months dare not be imagined, but the enforced separation from family, the transfer to an unknown destination and the dehumanising persecution he would have suffered are experiences from which we instinctively recoil.
Like many Jews of Polish extraction living in Germany, he moved there to escape the pogroms that were commonplace in the late 19th and early 20th century. He was born in Rava Ruska, today in Ukraine; he was a trader in a textile business; he lived a simple life with his wife and two children in a new country at the centre of civilised Europe; the country that gave us Schiller, Heine, Beethoven and Goethe, but this did not prevent the systematic destruction of his family.
Even before their separation and enforced journeys, Meier’s family had already endured the persecution of Kristallnacht, and the indignity of having to change their family name because it did not conform to the demands of Nazi officialdom.
In October 1941, his wife, Rachela, was deported to the Lodz ghetto and from there, in May 1942, to Chelmno, where she was murdered by the Nazis’ first crude attempt to asphyxiate people, by using a mobile gas van.
His brother, Lieber, and sister-in-law, Huda, were deported to Zbaszyn on the border of Germany and Poland, from where they somehow managed to get to France, only to be picked up in Nice in December 1943, transferred to Drancy and then deported on to Auschwitz, where they too, tragically, were murdered.
His son, Max, was also deported to Zbaszyn, destined to perish in no man’s land. Unlike his relatives, no records exist for Max, but as is the way in Jewish tradition, I carry his name: the name of someone I never met and of whom I have never seen even a picture.
Only Meier’s daughter, Chaja Sara, or, as we knew her, Sally, survived, by the skin of her teeth, escaping to Britain on a domestic visa and arriving on 31 August 1939. Through this quirk of fate, I stand here, along with her son and my sister, as the guardian of their memories.
Sally was the only survivor from the family that lived in Cologne and from the relatives back in Rava Ruska, who were annihilated through what has become known as the Holocaust by bullets.
And yet there are those who seek to diminish, to trivialise and to deny that these heart-rending events happened.
We live today in a Europe that has simply not learnt from these atrocities, where nationalism, illiberalism and indifference are made popular by rhetoric and fear. The advent of xenophobic and far right groups here, in Austria, in Italy and in France are dangerous and worrying developments that should have no place in our world.
Our ability to mourn and to study these episodes is also greatly inhibited by the passing of legislation in Poland that will restrict access to the historical truth, where the discovery of historical truth is trumped by the desire to preserve a national narrative.
But we know also that Germany today is at the heart of Holocaust education and remembrance, as exemplified by its hosting of the International Holocaust Remembrance Alliance.
Just as the Wannsee House is now a Holocaust museum and education centre, and other sites of persecution now stand as monuments to the terror that was unleashed, the former Gestapo prison in Cologne, where I was on Friday, is now a documentation centre. And we know of the Stolpersteine that my family and thousands of others have installed in the streets and houses to commemorate where people lived.
These memorials are part of a culture of remembrance, Erinnerungskultur, that Germany has inculcated where the atrocities committed are not forgotten, but taught and studied and learnt.
And in what is both a personal and professional interest, artefacts from Buchenwald and Dora are to feature in exhibitions that will appear in the Holocaust Heritage and Learning Centre that is being built at the University of Huddersfield in England. This Centre is also something I am proud that the Association of Jewish Refugees, of which I am the Chief Executive, is strongly supporting as part of our commitment as the largest benefactor of Holocaust educational and remembrance programmes in the UK.
But we all share a commitment to remembering the victims, and stand together to ensure that the lessons of the Holocaust and the dangers of racism, intolerance and antisemitism are properly taught and effectively countered.
As we join to commemorate the anniversary of the liberation of this place of death, we bring new life. This is our duty and a fitting legacy to the memory of those who perished.
Thank you.
Michael Newman, manewman1@gmail.com
Discours sur la place d’Appel de Gilberto Salmoni, déporté, représentant l’Italie au Comité international Buchenwald-Dora
Zeugenberichte von Gilberto Salmoni, ehemaliger Häftlinge des KZ Buchenwald und italienische Mitglieder des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos
Caro Prof. Knigge, che guida così bene la Fondazione Buchenwald., caro Bertrand Herz e caro Dominique Durand , che hanno avuto e hanno oggi la responsabilità del Comitato Internazionale Buchenwald Dora.
Cari amici che avete conosciuto la vita di Buchenwald e i loro figli e familiari; cari amici più giovani o meno anziani, che hanno deciso di partecipare a questa giornata.
Permettetemi di ricordare brevemente la storia della mia famiglia. .
Nell’ottobre 1938 in Italia, come prima in Germania e in Austria è stata fatta una legge per la difesa della razza. Si è pensato di difendere la razza ariana , della quale quale nessuno conosceva l’esistenza, mettendo da parte i cittadini che erano di religione ebraica. Fu il caso della mia famiglia.
Mio padre, che era impiegato in un ufficio di Stato e si occupava di agricoltura è stato licenziato.. Mio fratello , che era medico, non aveva più il diritto di curare gli italiani che erano di una razza diversa dalla sua, secondo i fascisti erano di razza ariana.
Fino all’8 settembre 1943 , quando l’Italia ha firmato l’armistizio con gli Alleati, noi avevamo difficoltà economiche ma la nostra vita non era minacciata.
Dopo quella data l’Italia del nord e del centro è stata occupata dai nazisti.
Conoscevamo già l’esistenza di Auschwitz e delle sue camere a gas e anche di campi di concentramento nazisti come Mauthausen e Dachau. Non avevamo mai sentito nominare Buchenwald.
Per alcuni mesi siamo stati nascosti in una casa di amici, senza mai uscire. Poi abbiamo deciso di andare in Svizzera, nazione neutrale..
Dopo una lunga marcia nella notte avevamo raggiunto la frontiera , in alta montagna, guidati da due montanari. Siamo stati sorpresi da due militari fascisti e messi in prigione. Anche i due montanari. Era il 17 aprile 1944.
Dopo aver conosciuto quattro prigioni italiane siamo stati trasportati al Durchgangslager Fossoli, nell’Italia del nord.
Di là mio fratello e io siamo stati trasportati a Buchenwald. Gli altri membri della famiglia sono stati portati a Auschwitz. Mia madre , mio padre e mia sorella sono stati uccisi lì.:
Con mio fratello sono arrivato a Buchenwald il 4 agosto 1944 e siamo stati liberati l’11 aprile 1945.
Come ebrei misti eravamo stati classificati prigionieri politici . Buchenwald era un campo prevalentemente di prigionieri politici che avevano lottato contro il fascismo e il nazismo.. Con loro ci siamo trovati molto bene Mio fratello era entrato a far parte del Comitato Clandestino.
Vogliamo ricordare oggi a quelli che sono presenti, e al mondo intero, il Giuramento che è
stato pronunciato il 19 aprile 1945 per esprimere il nostro ringraziamento agli eserciti degli Alleati che ci avevano liberato, ma soprattutto per ricordare a tutti che 51.000 nostri compagni erano morti qui e non erano più con noi.
Il giuramento diceva anche “noi siamo liberi; il nostro ideale è la costruzione di un mondo nuovo, nella pace e nella libertà.”.
Oggi l’Europa è unita. E’ un grande risultato. Noi siamo molto soddisfatti di poter contribuire alla pace ., assieme ai nostri amici tedeschi , europei, americani e del mondo. Intero.
Ma ci sono molti governi europei , che hanno chiuso le porte delle loro nazioni.
E ancora ci preoccupa che l’ideologia fascista riprenda vigore in Italia e in altre nazioni europee. Gruppi fascisti e nazisti sono oggi molto attivi. E’ per noi una terribile delusione. Non possiamo accettare questa situazione.
Non avremmo mai pensato di dovere, ancora una volta, occuparci attivamente di politica. Ma dobbiamo farlo.
Non possiamo dimenticare che ci sono ancora nel mondo popoli che oggi sono vittime dell’intolleranza, dell’ingiustizia e della miseria.
Abbiamo il dovere di aiutarli e di accoglierli.
Come ebrei misti eravamo stati classificati prigionieri politici . Buchenwald era un campo prevalentemente di prigionieri politici che avevano lottato contro il fascismo e nazismo. Con loro ci siamo trovati molto bene e mio fratello era entrato a fare parte del Comitato Clandestino.
***
En octobre 1938, en Italie aussi, comme auparavant en Allemagne et en Autriche, on a fait une loi pour la défense de la race. On a pensé défendre la race ayenne (de laquelle presque personne connaissait l’existence) en mettant de coté les citoyens qui étaient de religion juive. C’était le cas de ma famille.
Mon père, qui était employé dans un bureau d’Etat et qui s’occupait d’agriculture, à été mis à la porte. Mon frère, qui était médecin, n’avait plus le droit de soigner les Italiens qui étaient d’une race différente de la sienne, selon les fascistes, la race arienne.
A Genova, il y avait une école suisse et j’ai pu étudier dans cette école pendant deux ans. Je suis né en 1928. Nous voici en 1940.
Le directeur d’une école publique a accepté mon inscription. C’était contre la loi fasciste, mais personne ne s’est aperçu de cette chose.
Pour mon frère, né en 1913, cela ne fut pas possible. Il était médecin urologue à l’Hôpital, il a du quitter l’hôpital.
Jusqu’au 8 septembre 1943, nous avions des difficultés d’ordre économique mais notre vie n’était pas menacée.
Après cette date, l’Italie du nord et du centre sont occupées par les nazis. Nous connaissions déjà l’existence de Auschwitz et des ses chambres à gaz.
Nous nous sommes cachés dans la maison d’amis puis nous avons décidé d’aller en Suisse.
Après une longue marche dans la nuit, près de la frontière, en haute montagne, guidés par deux montagnards, nous avons été surpris par les gardes fascistes et mis en prison. Les montagnards aussi. C’était le 17 avril 1944.
Après être passés par quatre prisons nous avons été conduits dans le Durchgangslager de Fossoli , en Italie du nord.
De là, mon frère et moi nous avons été envoyés à Buchenwald. Les autres membres de ma famille, ont été emmenés à Auschwitz. Ma mère, mon père, ma soeur y ont été tués.
Nous sommes arrivés à Buchenwald le 4 août 1944, nous avons été libérés le 11 avril 1945. J’ai eu le numéro 44573 et mon frère le 44529.
Nous voulons rappeler à tous ceux qui sont présents aujourd’hui, à tout le monde, le serment qui a été prononcé le 19 avril 1945 pour exprimer notre remerciement aux armées des Alliés qui nous avaient libérés et soignés, mais surtout pour rappeler à tout le monde que 51 000 camarades n’étaient plus avec nous.
Le serment disait aussi : « nous sommes libres, notre idéal est la construction d’un monde nouveaux dans la paix et la liberté »
Aujourd’hui l’Europe est unie. C’est un grand résultat auquel nous sommes bien satisfaits de contribuer avec nos amis allemands, européens, américains et du monde entier. Mais je m’inquiète que certains Autrichiens prétendent à la restitution de territoires qui sont devenus italiens en 1918.
De même je m’inquiète que l’idéologie fasciste reprenne vigueur en Italie, que des groupes fascistes y soient très actifs. C’est pour nous une désillusion terrible. Nous ne pouvons rester tranquille devant ce phénomène.
On ne peut oublier qu’il y a encore dans le monde des peuples qui aujourd’hui sont victimes de l’intolérance, de l’injustice, comme nous l’avons été, de la misère. Nous avons le devoir d’être attentif à cette partie de l’Humanité et nous voulons leur transmettre nos encouragements et nos souhaits pour qu’ils puissent trouver la force de les conduire à la victoire…
C’est notre devoir de les aider et, si cela est nécessaire, de les accueillir avec humanité, et fraternité. Restons actifs et continuons de lutter pour la solidarité, la liberté, la fraternité entre tous les peuples du monde.
Comme juifs mixtes on nous a classifié prisonniers politiques, donc avec le triangle rouge.
Buchenwald était un camp qui avait une majorité de prisonniers politiques. Nous étions bien contents de faire part de leur groupe.
Gilberto Salmoni
Februar 2018
LAGERARBEITSGEMEINSCHAFT BUCHENWALD-DORA e.V.
Vorstandswahl in der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V.
Am 17. Februar 2018 trafen sich Berlin Mitglieder der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora zur Rechenschaftslegung und Neuwahl des Vorstands.
Der Vorsitzende der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora und Erste Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos, Günter Pappenheim, setzte sich in einem mit großem Interesse und einhelliger Zustimmung verfolgten Beitrag mit aktuellen politischen Erscheinungen auseinander. Es konnte eine erfolgreiche Bilanz der Arbeit der Lagerarbeitsgemeinschaft gezogen werden.
Als Vorsitzender wurde Günter Pappenheim, als seine Stellvertreterin Dr. Irmgard Seidel einstimmig wieder gewählt. Dem Vorstand gehören Gisela Plessgott, Wolf Stötzel, Peter Lehmann, Wilfried Beater an.
Vorstandswahl in der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V.
Am 17. Februar 2018 trafen sich Berlin Mitglieder der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora zur Rechenschaftslegung und Neuwahl des Vorstands.
Der Vorsitzende der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora und Erste Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos, Günter Pappenheim, setzte sich in einem mit großem Interesse und einhelliger Zustimmung verfolgten Beitrag mit aktuellen politischen Erscheinungen auseinander. Es konnte eine erfolgreiche Bilanz der Arbeit der Lagerarbeitsgemeinschaft gezogen werden.
Als Vorsitzender wurde Günter Pappenheim, als seine Stellvertreterin Dr. Irmgard Seidel einstimmig wieder gewählt. Dem Vorstand gehören Gisela Plessgott, Wolf Stötzel, Peter Lehmann, Wilfried Beater an.
Günter Pappenheim
Gedanken zum Schwur von Buchenwald
KZ-Gedenkstätten befürchten schweren Schaden für die Erinnerungskultur
Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten teilt die Sorge, dass bei Übernahme des Vor- sitzes im Ausschuss für Kultur und Medien durch einen Vertreter der AfD-Fraktion im In- und Ausland beträchtlicher Schaden für die in einem langen Prozess der gesellschaftlichen Ver- ständigung entwickelte bundesdeutsche Erinnerungskultur droht. Die Erinnerung an die na- tionalsozialistischen Verbrechen ist ein unverzichtbarer Bestandteil des demokratischen Selbstverständnisses der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird von maßgeblichen Funkti- onsträgern der AfD infrage gestellt. Es darf nicht zugelassen werden, dass die parlamentari- sche Stimme bundesdeutscher Kulturpolitik in den Händen jener liegt, die eine „erinne- rungspolitische Wende um 180 Grad“ fordern, sich zum Stolz auf „die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ bekennen und erklären, dass man den Deutschen „diese zwölf Jahre nicht mehr vorhalten“ müsse.
Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten fordert deshalb die Fraktionen im Deutschen Bundestag, die sich der Freiheit der Kultur und dem Gedenken an die Opfer des NS-Regimes verpflichtet wissen, dazu auf, durch die Geltendmachung ihrer Zugriffsrechte die Übernahme des Ausschussvorsitzes durch die AfD-Fraktion zu verhindern.
Berlin, den 29. September 2017
Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück
Dr. Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau
Dr. Stefan Hördler, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Ge- denkstätte und Museum Sachsenhausen
Prof. Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Buchenwald-Dora
Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten Geschäftsführung:
Dr. Thomas Lutz, Gedenkstättenreferat
Stiftung Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin
Tel.: 030-254509-15; lutz@topographie.de
Vor dem Hintergrund von Meldungen zur Frage eines möglichen AfD-Vorsitzes im Kulturaus- schuss unterstützt die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten, in der die Leiterinnen und Leiter der vom Bund institutionell geförderten Gedenkstätten Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau, Flossenbürg, Mittelbau-Dora, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen zu- sammengeschlossen sind, die parteiübergreifende Initiative von Kulturschaffenden, die sich mit einem „Offenen Brief– Für Freiheit und Vielfalt in Kunst und Kultur!“ an den Ältestenrat des Bundestages gewandt haben (www.kulturausschuss-schuetzen.de)
Oktober 2017
ERKLÄRUNG DER « AMICAL DE MAUTHAUSEN Y OTROS CAMPOS » ÜBER DEN ANSCHLAG GEGEN BARCELONA
KZ-Gedenkstätten befürchten schweren Schaden für die Erinnerungskultur
Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten teilt die Sorge, dass bei Übernahme des Vor- sitzes im Ausschuss für Kultur und Medien durch einen Vertreter der AfD-Fraktion im In- und Ausland beträchtlicher Schaden für die in einem langen Prozess der gesellschaftlichen Ver- ständigung entwickelte bundesdeutsche Erinnerungskultur droht. Die Erinnerung an die na- tionalsozialistischen Verbrechen ist ein unverzichtbarer Bestandteil des demokratischen Selbstverständnisses der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird von maßgeblichen Funkti- onsträgern der AfD infrage gestellt. Es darf nicht zugelassen werden, dass die parlamentari- sche Stimme bundesdeutscher Kulturpolitik in den Händen jener liegt, die eine „erinne- rungspolitische Wende um 180 Grad“ fordern, sich zum Stolz auf „die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ bekennen und erklären, dass man den Deutschen „diese zwölf Jahre nicht mehr vorhalten“ müsse.
Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten fordert deshalb die Fraktionen im Deutschen Bundestag, die sich der Freiheit der Kultur und dem Gedenken an die Opfer des NS-Regimes verpflichtet wissen, dazu auf, durch die Geltendmachung ihrer Zugriffsrechte die Übernahme des Ausschussvorsitzes durch die AfD-Fraktion zu verhindern.
Berlin, den 29. September 2017
Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück
Dr. Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau
Dr. Stefan Hördler, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Ge- denkstätte und Museum Sachsenhausen
Prof. Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Buchenwald-Dora
Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten Geschäftsführung:
Dr. Thomas Lutz, Gedenkstättenreferat
Stiftung Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin
Tel.: 030-254509-15; lutz@topographie.de
Vor dem Hintergrund von Meldungen zur Frage eines möglichen AfD-Vorsitzes im Kulturaus- schuss unterstützt die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten, in der die Leiterinnen und Leiter der vom Bund institutionell geförderten Gedenkstätten Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau, Flossenbürg, Mittelbau-Dora, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen zu- sammengeschlossen sind, die parteiübergreifende Initiative von Kulturschaffenden, die sich mit einem „Offenen Brief– Für Freiheit und Vielfalt in Kunst und Kultur!“ an den Ältestenrat des Bundestages gewandt haben (www.kulturausschuss-schuetzen.de)
August 2017
ERKLÄRUNG DER « AMICAL DE MAUTHAUSEN Y OTROS CAMPOS » ÜBER DEN ANSCHLAG GEGEN BARCELONA
Die Amical de Mauthausen y otros campos erklärt all den Opfern der jüngsten Anschläge in Barcelona und Cambrils ihre Gefühle von Solidarität und Brüderlichkeit.
Wir sind uns einig jede Form von Barbarei, die Catalunya und andere Städte in der Vergangenheit erschüttert haben, anzuprangern.
Wir erheben uns gegen jede Form von Gewalt und wir möchten allen Opfern des blinden Hasses in der Welt unsere Solidarität bestätigen.
Verbunden mit den Schwuren von Buchenwald und von Mauthausen, setzen wir uns weiter ein für die Fortführung des Kampfes gegen Ungerechtigkeit, Faschismus und Hass und für den Aufbau einer neuen Welt von Freiheit und Frieden für die Menschheit.
Die Amical de Mauthausen y otros campos zusammen mit dem Internationalen Komitee Buchenwald Dora führen einen furchtlosen Kampf fort für die Bewahrung der Erinnerung der Opfer des Nationalsozialismus, für die Aktion an Seite von jungen Männern und jungen Frauen, damit die Werte der ehemaligen KZ-Häftlinge weitergetragen werden. Zusammen setzen sie sich weiter für den Internationalismus, die Menschenrechte, die Freiheit, die Brüderlichkeit und die Solidarität zwischen den Völkern ein.
Amical de Mauthausen y otros campos, Barcelona, den 19. August 2017
Comunicado de la Amical de Mauthausen y otros campos, de España sobre los atentados de Barcelona
Desde la Amical de Mauthausen y otros campos, queremos mostrar nuestra fraternal solidaridad con todas las víctimas de los recientes atentados terroristas de Barcelona y de Cambrils. Denunciamos estas barbaras muestras de violencia que hoy han sacudido Cataluña, como antes lo hicieron en otras ciudades.
Denunciamos toda muestra de violencia donde quiera que se produzca, y queremos mostrar también nuestra solidaridad con todas las víctimas del odio indiscrimado en todos los países del mundo.
Hacemos nuestro, una vez más, el juramento de Buchenwald y de Mauthausen, y el compromiso de acabar con la injusticia, el fascismo y el odio, y construir un mundo nuevo de hombre libres y en paz.
Desde la Amical de España, y desde el CIBD, seguiremos luchando, sin miedo, para proteger la memoria, y para llevar a nuestros jóvenes los valores de nuestros deportados, internacionalismo, los derechos humanos, la libertad, la fraternidad y la solidaridad entre todos los pueblos de la tierra.
Amical de Mauthausen y otros campos.
España, Barcelona 19 de agosto de 2017
Roger Bordage (1925-2017)
Mit Trauer informiert das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos über den Tod eines grossen Freundes,
Herrn Roger Bordage, der uns im Alter von 92 Jahren a 5. August 2017 verlassen hat.
Roger Bordage war Präsident des Internationalen Komitees von Sachsenhausen, das KZ wo er von Mai 1943 bis Mai 1945, als Mitglied der Forces Françaises Libres, die den Kampf von der Résistance gegen den deutschen Besatzer in Frankreich unterstützten, verhaftet worden war. Er wurde dort in den Kommandos von Heinkel-Werke und Klinker-Werke zur Sklavenarbeit gezwungen.
Roger Bordage war ein bedeutender, starker und aktiver Mann, der sein Leben der Erinnerung von den Verbrechen des Nationalsozialismus gewidmet hatte und für eine neue Gesellschaft ohne Intoleranz, Antisemitismus und Fremdenhass gekämpft hatte.
Unermüdlich hat er seine Positionen auf höchster nationalen und internationalen Ebene verteidigt, und gegen die neuen Gefahren, die unsere Gesellschaften aber auch den Frieden in Europa und auf der Welt drohen, gekämpft.
Wie führen seine Erinnerung und seinen Kampf fort.
Juni 2017
Pavel Kohn (1929-2017)
Liebe Freunde,
wir haben leider eine sehr traurige Nachricht.
Pavel Kohn ist am Sonntag 18 Juni Morgen gestorben.
Ihr, die Ihr ihn kennengelernt habt, wisst, wie präsent er immer war, wie interessiert am Geschehen in der Welt und wie gern er gelacht hat
und in Gesellschaft war.
Bis vor einigen Tagen war er noch munter durch seinen Garten spaziert, wo er – wie jedes Jahr – viel zu viele Bohnen, Tomaten, Salate, Brokkoli,Zucchini, Kürbisse angepflanzt hat und sich um jedes Pflänzchen sorgsam kümmerte.
Gleichzeitig hatte er viele Projekte im Kopf. Er wollte sein Buch über die Kinder, die den Holocaust überlebt hatten und bei Premysl Pitter gesund gepflegt wurden, nachdem es auf Tschechisch und auf Deutsch erschienen ist, endlich auch auf Englisch herausbringen. Er wollte seine Gedichte, die er kurz nach dem Krieg geschrieben hatte und die vor einigen Jahren als Buch veröffentlicht wurden, nun endlich ins Deutsche übersetzen.
Er war zu verschiedenen jüdischen Festivals eingeladen und wurde immer wieder als Zeitzeuge angefragt.
Wahrscheinlich hatte er eine Gehirnhautentzündung, gegen die sein Körper nicht ankam. Es ging so schnell, dass wir es immer noch nicht fassen können. Meine Mutter, mein Bruder und ich waren bei ihm, als er sich langsam davonschlich und aufhörte zu atmen.
Die Beerdigung wird am 2. Juli 2017 um 14 Uhr auf dem neuen jüdischen Friedhof in Prag stattfinden. Izraelska 1, Praha 3.
Herzliche Grüße
Rut, Rachel und David
April 2017
11 April 2017 – Erklärungen

Bertrand Herz
Am Abend des 11. April 1945 in Buchenwald und in den darauffolgenden Wochen in den anderen Lagern stellten die Überlebenden voller Entsetzen fest, welche Verheerungen durch den Hass der Nazis angerichtet worden waren: ihre Kameraden gefoltert und umgebracht, durch Arbeit vernichtet und an den Misshandlungen gestorben, unterwegs erschossen, ihre Frauen und Kinder vergast und verbrannt.
Doch obwohl die Kämpfe noch andauerten entschlossen sich die überlebenden Häftlinge am 19. April 1945 in Buchenwald zum Handeln und leisteten auf dem Appellplatz einen Schwur, um der Zeit der Menschenverachtung ein definitives Ende zu setzen und für eine Welt des Friedens und der Freiheit zu kämpfen.
Doch schon während der Internierung im Lager hatten viele Häftlinge ein solidarisches Netz von engagierten Lagerinsassen aller Nationen geknüpft, um gegen die Naziherrschaft Widerstand zu leisten. Ehre gebührt den deutschen Antifaschisten, die als erste ihre Kameraden überzeugten, die Freiheit zu verteidigen.
Nach dem Krieg setzten sich die meisten von uns im Geiste des Schwurs vom 19. April für die internationale Solidarität ein und engagierten sich für die Versöhnung zwischen den von der Naziherrschaft befreiten Völkern und damit auch mit dem deutschen Volk.
Das war nicht leicht, denn auf den von den Nazis im Namen des deutschen Volkes instrumentalisierten Hass hätte natürlich ein verständlicher lebenslanger Hass seitens der Opfer auf die Nation der Täter folgen können.
Um dem deutschen Volk freundschaftlich die Hand zu reichen, brauchte es Mut, Überlegung, Weitsicht und vor allem unheimlich viel Optimismus.
Wir hatten diesen Mut, diese Weitsicht, diesen Optimismus, und wir sind stolz darauf. Wir sind stolz, nach dem Europa des Hasses das Europa der Herzen aufzubauen.
Wir, die Zeitzeugen des Krieges, vertrauen dieses Europa der Hoffnungen, mit all seinen Unzulänglichkeiten, ein Europa, das eine Antwort auf das Elend in der Welt finden und sich den politischen Herausforderungen stellen muss, nunmehr den nach dem Krieg geborenen Generationen an. Ihre Aufgabe ist es jetzt, es zu verteidigen und zu verbessern.
Seien Sie stolz darauf, Europäer zu sein! Schenken Sie nicht den populistischen Sirenen Gehör, die die Freundschaft zwischen den Völkern im Namen eines engstirnigen Nationalismus zerstören wollen! Vergessen Sie nicht, dass Europa seinen Bewohnern viele Jahrzehnte des Friedens beschert hat und dass es in der Welt ein Beispiel für Demokratie darstellt!
Doch Europa und die Demokratie sind bedroht durch die Rückkehr von Ideologien des Hasses, zu denen der aus religiösem Wahn verübte Terrorismus gehört. Verteidigen Sie unseren Kontinent und geben Sie nicht der Versuchung nach, die Gewalt unserer Feinde mit den Unzulänglichkeiten unserer Demokratien zu rechtfertigen!
Wir sind Zeitzeugen des Krieges, Kämpfer und Opfer von Buchenwald, Dora und Kommandos, wir haben Sie, die Nachkriegsgenerationen, ermutigt, die Erinnerung an unsere Leiden überall, wo dies möglich ist, wachzuhalten. Verbreiten Sie diese Erinnerung in den Organisationen des Gedenkens, in den Bildungseinrichtungen, auf Gedenkveranstaltungen. Dies ist Ihre Aufgabe zur Weiterentwicklung der europäischen Solidarität.
Sie müssen nicht, vor allem nicht in den Organisationen des Gedenkens, an die Stelle der politischen Institutionen treten und dabei Gefahr laufen, in der Arbeit des Gedenkens durch parteipolitische Positionen auf Abwege zu geraten.
Sie sollten jedoch für diese Institutionen die Rolle aufmerksamer Wächter übernehmen, damit in Europa die durch das Gedenken an Résistance und Deportation hochgehaltenen Werte der Demokratie nicht in Frage gestellt werden.
Wir zählen auf Sie, wir verlassen uns darauf, dass Sie und die kommenden Generationen das Wesentliche des Kampfes, den die vor Ihnen Geborenen während des Krieges und in der Zeit danach geführt haben, weitertragen werden, damit ihre Mitbürger in Frieden und Freiheit leben können.
Bertrand Herz
Dominique Durand
Ich werde das nie vergessen.
Was Worte nicht vermögen, bewirken die Botschaften, an die uns Bertrand Herz, Eva Puzstai, Gilberto Salmoni, Naftali Furst, Gunter Pappenheim erinnern. Sie haben ihnen zugehört, wie ich auch.
Nicht schweigen. Nicht vergessen. Wachsame Hüter der Erinnerung an Buchenwald sein.
Ideologische und religiöse Grenzen überwinden, um eine Welt des Friedens und der Freiheit zu errichten.
Eine Welt ohne Hass und ohne Angst schaffen.
Diese Worte muss sich meine Generation zu eigen machen und sie den nachkommenden Generationen weitergeben.
Die Zeit vergeht, und wir müssen zuallererst gegen das Vergessen dieser 249 000 Männer und 28 000 Frauen aus mehr als 50 verschiedenen Nationen angehen, die durch Buchenwald und seine 139 Außenlager gegangen sind. Wer waren sie? Warum waren sie in Buchenwald? Antifaschisten, Juden, Zeugen Jehovas, Pfarrer, sogenannte Asoziale, Homosexuelle, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Piloten der Alliierten.
Wir müssen angehen gegen das Vergessen der Orte: Buchenwald ist für viele Familien ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Durch die Beschäftigung mit seiner Entstehungsgeschichte kann man verstehen, wie politische Gewalt, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und Extremismus zum Schlimmsten führen können.
Heute setzen die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und die im Internationalen Komitee vertretenen nationalen Organisationen mit ihrer Tätigkeit multidisziplinäre Orientierungspunkte und liefern die wissenschaftlichen Schlüssel zum Verständnis, die uns in unseren gegenwärtigen Aktionen gegen Intoleranz helfen können.
Ja, Buchenwald ist ein Bürger-Ort, der sich entschieden für eine Bildung im Geiste der Brüderlichkeit, des Zusammenlebens und des gegenseitigen Respekts einsetzt.
Und schließlich müssen wir die Geschichte der Deportation weiter erforschen und öffentlich machen. Denn die Erinnerung an die Deportation als Symbol eines Kampfes zu bewahren heißt, die faschistischen, rassistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Ideologien an den Pranger zu stellen und für eine bessere Welt zu kämpfen.
Die Geschichte hat uns gelehrt, dass man den Anfängen entschieden wehren muss, denn der Widerstand gegen die verschiedenen Formen des Extremismus wird immer schwieriger bzw. in der Verkettung der Ereignisse und der schnellen und schon bald nicht mehr beherrschbaren Dynamik auch immer blutiger.
Wir waren mit der Fortdauer faschistischer Regime konfrontiert,
heute haben wir es nicht nur mit Negationismen zu tun, sondern auch mit unterschiedlichen Modellen von Totalitarismus und übersteigertem Nationalismus.
Wir sind Zeugen eines fortschreitenden Neofaschismus, dessen Muster und dessen Namen wir kennen.
Hinzu kommen neue Formen des Faschismus, die sich entwickeln und vor allem im Mittleren Osten zu Terrorismus führt.
Wir müssen von Buchenwald sprechen, Buchenwald zeigen, Buchenwald erklären, um so verständlich zu machen, wo die Wurzeln der Barbarei liegen, wie diese sich entwickeln konnte, wie sie geschwächt wurde und schließlich verschwand.
Schließich müssen wir zu einem Ideal des Friedens zurückkehren, das von der internationalen Entwicklung und durch die Aufgabe einer Abrüstungspolitik leider immer stärker missachtet wird. Wir wollen nicht den Frieden der Toten, sondern den Frieden der Lebenden!
Deshalb also dürfen wir Buchenwald nicht vergessen!
Dominique Durand
Éva Pusztai Fahidi
VERMÄCHTNIS In meinem Vermächtnis schließe ich mich den Worten Sándor Márai‘s an, der in seinem Kräuterbuch sagt: „Ich habe das Höchste und das Großartigste erlebt: das menschliche Schicksal. Etwas anderes und besseres hätte mir nicht widerfahren können.“ Die Jahre kommen und gehen, man nimmt es kaum wahr… und plötzlich sind 72 Jahre vergangen. In Auschwitz Birkenau haben wir wieder und wieder die Überreste der gesprengten Krematorien zusammengefegt, die Trümmerstücke zusammengesammelt und tausend und abertausend Mal verständnislos gefragt, wie das möglich war, haben die Fäuste geballt und ununterbrochen geschworen, dass wir so etwas nie wieder erleben wollen. Dabei ist seit 72 Jahren kein Tag auf Erden vergangen, an dem nicht irgendwo die Waffen gebrüllt hätten, Häuser geplündert und Menschen ermordet worden wären. Die Willkür hat neue Formen angenommen, wir lehnen uns nicht einmal mehr dagegen auf, es ist etwas ganz Alltägliches geworden. Ohne Erfolg demonstrieren wir auf den Straßen gegen die verschiedensten Formen des Terrors. Lasst uns dem menschlichen Leben und der menschlichen Würde ihren Wert zurückgeben. Man kann nur einmal leben und sein Leben nur ein einziges Mal verlieren. Lassen wir uns nicht von Ideologien, bei denen nicht das Leben im Mittelpunkt steht, verleiten! Es sind schon fast sechstausend Jahre vergangen, dass in den 10 Geboten die Regeln und Werte für das jüdische Leben formuliert wurden. Auch die christlichen Religionen haben diese Werte übernommen. Wohin Hass und die mit ihm zusammenhängende Angst führen, das habe wir am eigenen Leib erfahren müssen! Lasst uns eine Welt ohne Angst und ohne Hass – vor allem ohne offiziellen Hass – als einzige Form eines würdigen menschlichen Lebens schaffen! Éva Pusztai Fahidi Buchenwald Häftling Nr. 23151 Bertrand Herz
Naftali Furst
Hier, in dem Lager Buchenwald wurde ich als Häftling zusammen mit meinem älterem Bruder Shmuel vom 23. Januar 1945 gefangengehalten. Wir waren Kinder in dem Alter von zwölf und vierzehn Jahren. Wir wurden her in einer unvorstellbahr schrecklichen weise gebracht – Todesmarch aud Aschwitz und eine tragische Fahrt in offenen Wagons , welche voll von Schnee waren und die Temperatur war minus fünfundzwanzig Grad Celsius. Es ist klar, dass viele von unseren Kameraden diese Reise nicht überlebt haben.
Die Errinerungen begleiten mich mein ganzes Leben .
Ich errinere mich an die Untegrund Bewegung in Buchenwald deren Ziel es wahr die Kinder von dem Tod zu erretten. Ich errinere mich an die Tapferen Kameraden Antonín Kalina, Gustav Schiler, Jack Werber und andere, welche tätig waren um uns zu retten.
Meine Errinerungen wandle in zu Taten, in Israel und in der ganzen Welt. Ich und meine Partnerin Tova Wagman sind unermüdlich tätig durch das Bekanntmachen unserer errinerungen ein Ehrenmahl den Ermordeten zu schaffen. Ich bin auch in Verbindung mit den ehemaligen Häftlingen aus Buchenwald. Ich bin tätig durch Vorträge vor Jugentlichen und auch Erwachsenen, in kleineren Gruppen und auch in staatlich annerkannen Instituzionen. Ich bin auch ein Zeuge in dem Jad Washem Museum in Jerusalem, wo ich auch vor Gruppen aus Europa – Lehrern, Religionsleitern, Richtern, Polizisten, Soldaten und Ofizieren spreche. Die Beziehungen welche von solchen Treffen entstammen, dauern manchmal jahrelang. Einer von denen ist Joachim Wiesner aus Österreich, welcher auf Grund meiner Erlebnisse und derer meiner Familie während des Krieges ein Unterrichsmaterial über Shoa vorbereitete.
Die Rettung von neunhundert Kinder in dem Kinderblock sechsund sechzig
fand eine Ehrung in dem Film Kinderblock 66 welcher von Steven Moskovic aus USA gedräht wurde. Auch sein Vater Alex und ich haben in dem Film teilgenomen. Sei willkommen Steve, als neues Mitglied – Delegierte der Vereinigten Staten in dem Komitee Buchenwald.
Mein guter Freund, der Historiker Jehoshua Rubino Büchler, welcher der Delegat aus Israel vor mir gewesen in dem International Komitee Buchenwald Dora ist im Jahre zweitausend neun gestorben, auch er war ein Überlebender des Kinderblock 66.
Im Rahmen unserer Tätigkeit, Ehrung des Genenkens der Opfer des Shoa haben wir gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin zussamen mit Ken Walzer und Steven Moskovic den Titel der Gerechte zwischen den Nationen für Antonin Kalina, welcher sein leben gefährdete um die Jüdischen Kinder zu retten, durchgesetzt
Der Tchechische Autor und Forscher Stanislav Motl aus Prag hat einen Film und Buch namens “Die Kinder des Antonín Kalina“ (Děti Antonína Kaliny) geschrieben und produziert in welchem die Lebensgeschichte von Antonin Kalina – des Retters paralel mit meiner Lebesgeschichte – des Geretteten präsentiert ist.
In diesen Tagen sind wir davon beschäftigt die Ehren Auszeichnung für Familie Brezovský aus Piešťany, welche ihr Leben gefährdet haben um das Leben meiner verwandten zu retten, zu erlangen.
Wir leben in einer Welt, welche mehr und mehr fanatisch wird. Die Radikalen heben ihr Haupt. Unsere Berufung ist es, gemeinsam mit der zweiten und dritten Generation der Überlebender darüber zu sprechen, was geshah.
Wir dürfen nicht schweigen.
Die Welt darf nicht vergessen.
Das Schreckliche von der Vergangenheit darf nie wieder zurückommen.
Unsere Kinder und Enkelkinder haben ein Recht auf eine bessere Welt.
Ich bin mir dessen Bewusst, dass wir die letzten zwischen den Überlebenden sind , die letzten lebendigen Zeugen des Hölle welche hier regierte.
Meine Tätigkheit sehe ich als Verbindlicheit zu denen, welche nicht überlebten.
Naftali Furst & Tova Wagman
Günter Pappenheim
sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
Am 19. April 1945 stand ich hier auf dem Appellplatz des Konzentrationslagers Buchenwald und atmete als Befreiter tief die frische Luft ein.
Wir 21.000 Überlebenden waren glücklich in diesem Moment, wohl wissend, dass der abscheuliche Krieg noch nicht zu Ende ist und dass die Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus ein längerer Prozess sein wird. Dieses Wissen führte zu den Formulierungen in der Deklaration vom
- April 1945, die als »Schwur von Buchenwald« in die Geschichte einging.
»Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel!«
Die vielfältigen Erfahrungen aus dem antifaschistischen Widerstand und aus den acht Jahren Existenz des Konzentrationslagers ließen uns mit ehrlicher Überzeugung den Schwur leisten.
Für sehr viele von uns war der Schwur lebensbestimmend. Wir waren uns sicher, dass die im Lager bewährte internationale Solidarität stark motivierend sein wird.
Zweiundsiebzig Jahre sind seit diesem denkwürdigen Tag vergangen. Es waren bewegte Zeiten, ereignisreiche, schöne, auch schwere.
Heute müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass unser Ziel nicht erreicht ist, dass aber unsere damaligen Forderungen höchste Aktualität besitzen.
Es gibt die Bereitschaft, sich mit dem deutschen Faschismus und seinen grausamen Verbrechen auseinanderzusetzen. Die Bereitschaft allein genügt nicht, in der Gesellschaft Abscheu und den Willen zu entwickeln, aktiv zu werden, um zu verhindern, dass sich wiederholt, was geschah.
Die Hemmschwelle, chauvinistisch, rassistisch, fremdenfeindlich, aggressiv gegenüber Anderem zu denken und zu handeln, ist erheblich gesunken.
Es ist schwerer geworden, für eine Welt des Friedens und der Freiheit zu kämpfen. Kriege sind wieder Mittel der Politik. Der Waffenhandel hat eine starke internationale Lobby.
Schwere soziale Verwerfungen und Unterschiede zerren eine Welt der Freiheit ins Absurde.
Weil das die Wirklichkeit ist, sind wir angesichts der Opfer von Krieg, Gewalt und faschistischen Terrors, angesichts gefährlicher rechtspopulistischer Entwicklungen verpflichtet, das Bemühen um die Verwirklichung des Schwurs von Buchenwald nicht einen Moment ruhen zu lassen.
Die Kräfte unserer Generation nähern sich dem Ende. Den folgenden Generationen kommt die Aufgabe zu, das Mahnen und Gedenken in Buchenwald aufrecht zu erhalten. Das wird nur möglich sein, wenn im solidarischen Miteinander, über alle konfessionellen und weltanschaulichen Grenzen hinweg, jede Möglichkeit genutzt wird, dem dramatischen Wachsen rechtspopulistischer und neofaschistischer Haltungen und Taten konsequent Einhalt zu gebieten.
Dessen eingedenk ist es wichtig, in breiten Bündnissen gesunde Kompromissbereitschaft zu entwickeln, denn Kompromisse besiegen Feindschaft.
Dringend notwendig ist, dass den Nachfolgenden staatliche Unterstützung gewährt und die Möglichkeit geschaffen wird, gesamtgesellschaftlich wirksam zu werden.
Antifaschismus ist nichts Antiquiertes, Überlebtes, er muss ohne Einschränkung und ohne den Zeitgeist zu bedienen, an jüngere Generationen vermittelt werden – so, wie er gelebt, erlebt wurde.
Mahnen und Gedenken bedeutet, die Forderungen des Schwurs von Buchenwald in seiner Gesamtheit vor jeder Verfälschung zu bewahren und alles zu unternehmen, dass sie Wirklichkeit werden können. Es gibt am Schwur von Buchenwald nichts zu deuten, von niemandem!
Was könnte erstrebenswerter sein als eine Welt des Friedens und der Freiheit, als eine von den Wurzeln des Faschismus befreite Welt.
Ich habe Vertrauen in die Kraft und Klugheit der uns Nachfolgenden, in ihren politischen Willen, das Vernünftige zu tun.
In diesem Sinne möchte ich die Worte des Dichters Johannes R. Becher wiederholen und an alle richten:
»Friede, Friede sei auf Erden!
Menschen, lasst uns Menschen werden!«
Günter Pappenheim
Gilberto Salmoni
In den ersten Monaten des Jahres 1945 trafen in Buchenwald viele Häftlinge ein, die aus Auschwitz und aus anderen Lagern kamen. Sie erzählten uns von den vielen Kameraden, die vor Erschöpfung umgefallen waren und umgebracht wurden.
Gegen Ende März wurde das Krematorium abgestellt.
An den Straßenrändern im Lager lagen Dutzende von Toten übereinandergeschichtet.
In den ersten Apriltagen hatte uns der Lagerkommandant Hermann Pister mitgeteilt, dass wir uns darauf vorbereiten sollten, Buchenwald zu verlassen. Jeden Tag wurden Kameraden aus mehreren Blöcken zum Abtransport aufgerufen.
Die meisten von uns verließen das Lager zu Fuß oder wurden in Waggons evakuiert.
Am Abend des 10. April standen viele auf dem Appellplatz, auf diesem Platz, auf dem wir jetzt hier stehen.
Zu meiner großen Überraschung sah ich, dass ein Lagerschutz, also ein Mitglied der Häftlingsgruppe, die für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Lager verantwortlich war, ein Gewehr trug.
Unglaublich!
Sicher rückte die Armee der Alliierten näher, wahrscheinlich aber hatte sich die SS etwas einfallen lassen, um uns umzubringen. Was für ein Albtraum!
Vielleicht lag ja unter dem Appellplatz Sprengstoff und man hatte uns zusammengerufen, um uns in letzter Minute in die Luft zu jagen?
Am nächsten Morgen, am 11. April, war der Appellplatz immer noch voller Menschen.
Jemand hatte auf dem Turm am Lagereingang eine weiße Fahne gehisst, damit das Lager nicht von Flugzeugen beschossen wurde.
Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, dass unsere Kameraden des illegalen Lagerkomitees schon damit begonnen hatten, den Stacheldrahtzaun durchzuschneiden.
Am Nachmittag gegen drei Uhr fuhr dann schließlich ein sehr komisches Auto auf den Appellplatz: ein Jeep mit drei Soldaten.
Die Soldaten schienen uns sehr elegant und höchst zufrieden zu sein.
Eine Riesenfreude machte sich breit, alle applaudierten.
Wir waren frei.
Einige Tage später gedachten wir unserer toten Kameraden und leisteten in sechs verschiedenen Sprachen den Schwur der Überlebenden
Der Vater des Präsidenten des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora, Dominique Durant, sprach ihn in Französisch.
So viel Freude und so viel Traurigkeit!
So viele ermordete oder kranke Kameraden konnten nicht mehr an dieser ergreifenden Zeremonie teilnehmen.
Zweiundsiebzig Jahre sind seither vergangen: Europa ist ins Wanken geraten, doch es gibt eine gute Zusammenarbeit, und das erfüllt uns mit großer Zufriedenheit. Wir sind nicht immer einig mit unseren europäischen Freunden, doch zwischen uns ist eine große Freundschaft entstanden.
Unsere Söhne und Enkel können frei von einem Land ins andere reisen, ohne Gefahr, in aller Freundschaft. Wir selbst befinden uns hier in einem Deutschland, das uns in großer Freundschaft empfängt
Was für ein Privileg! Was für eine Freude!
Dies ist eine große Errungenschaft, und wir freuen uns sehr, an ihr mitgewirkt zu haben.
Möge der Friede zwischen uns ewig dauern!
Gilberto Salmoni
Bertrand Herz
Februar 2017
CARTER-EDWARDS, ED : The tenor voice, endless jokes and talks about his Prisoner Of War experiences that were so much a part of Edward Carter-Edwards are now history. In his 94th year, Ed passed away Wednesday, February 22, 2017 at McNally House. Born in Montreal in 1923, his family moved to Hagersville then Hamilton. Ed joined the RCAF during WWII. When his Halifax bomber was shot down June 1944, he was captured and incarcerated along with 167 other allied airmen in Buchenwald Concentration Camp. After liberation, Ed returned home and married Lois (nee Russell) in 1946 and settled in Ancaster. Ed’s voice could be heard in productions of the Hamilton Theatre Company, Harlequin Singers and Church choirs at Ancaster, Hamilton and Smithville. After retiring from Westinghouse/Camco, Ed and Lois moved to Bala and Bradenton Florida before settling in Smithville in 1994. Ed was a co-founder of the Hamilton/Burlington chapter of the National POW Association, member of the International Committee Konzentrationslager Buchenwald (ICBD), Association Française Buchenwald Dora et kommandos, the RCAF Association, RCAFA 434 Wing, 427 Lion Squadron, Smithville Legion Branch 393, 6th RCAF Museum in Dunnville, and Honorary member of the OPP Veterans Association.
Ed spent many hours talking to elementary through university level students, service clubs, and various associations at home and abroad on his war experiences, the dangers of intolerance and need for compassion and human understanding. Ed’s message is still relevant and will be in years to come. He will be missed by many friends in Canada, United States and Europe, especially Germany where he spoke at memorial events at Buchenwald. Ed is survived by Lois his loving wife of 70 years, children Dennis (Karen) and Leanne (Mike), grandchildren Trent (Betty), Craig (Sue), Tyler, Justin, John, and great grandchildren Sean, Chloe and Callum. He is now re-united with his daughter Lynda and his siblings. Our family would like to thank Dr. Cano and staff, McNally House Hospice, all physicians, nurses, personal support workers, and friends who have provided their expertise, prayers, compassion, home and hospital visits, home cooked meals, singing and music for Ed.
We would like to also thank VAC for their support. Visitation will be held at Merritt Funeral Home, 287 Station Street, Smithville on Sunday, February 26 from 2-4 and 7-9 p.m. Funeral Service will be held at Smithville United Church, 116 West Street (Regional Rd 20), Smithville on Monday, February 27 at 11 a.m. Interment will precede the service at the Church’s adjoining cemetery. In lieu of flowers, donations to McNally House Hospice, 6th RCAF Museum Dunnville or Smithville United Church will honour Ed’s legacy and can be made through the funeral home.
VIDÉOS
MITTEILUNG
Die internationalen Komitees der NS-Konzentrations- und Vernichtungslager
sind zutiefst über die Äußerungen eines leitenden Politikers der AfD (Alternative für Deutschland), Björn Höcke, Abgeordneter des Bundeslandes Thüringen schockiert, der das Berliner Mahnmal für die ermordeten Juden aus Europa als „Denkmal der Schande“ bezeichnet und eine erinnerungspolitische Wende um 180o in Deutschland gefordert hat;
– erinnern daran, dass das Nazideutschland während des Zweiten Weltkriegs 6 Millionen Juden in Europa sowie Zehntausende Zigeuner ermordet hat, und dass es eine Barbarei und Abscheulichkeit, wie sie in der Menschheitsgeschichte noch nie dagewesen war, verkörperte;
– begrüßen die Reaktion des Direktors der Gedenkstätte Buchenwald, der es ablehnte, dass der Gedenktag an den Holocaust und an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2017 von diesem Mann gestört werden würde, indem er ihm den Zugang verweigerte;
– drücken allen Trägerschaften der Stiftungen der Gedenkstätten und der KZ- Gedenkstätten für die geleistete Erinnerungsarbeit über dem Nazismus ihre uneingeschränkte Unterstützung und große Dankbarkeit aus.
Unterzeichner :
Herr Raphaël ESRAIL, Präsident der Vereinigung der Deportierten von Auschwitz, Vizepräsident des Internationales Auschwitz Komitees,
Herr Dominique DURAND, Präsident des Internationales Buchenwald Komitees,
Herr Bertrand HERZ, Ehrenpräsident des Internationales Buchenwald Komitees,
General Jean-Michel THOMAS, Präsident des Internationales Dachau Komitees,
Herr Michel CLISSON, Präsident der Vereinigung der Deportierten und ihrer Familien Flossenbürg,
Herr Guy DOCKENDORF, Präsident des Internationales Mauthausen Komitees,
Herr Jean-Marie MULLER, Präsident des Internationales Natzweiler-Struthof Komitees,
Herr Jean-Michel GAUSSOT, Amicale internationale de Neuengamme,
Frau Marie-France CABEZA-MARNET und Frau Françoise MARCHELIDON, Mitglieder des Internationales Ravensbrück Komitees, im Namen des französischen Freundschaftsvereins Ravensbrück,
Herr Roger BORDAGE, Präsident des Internationales Sachsenhausen Komitees.
Ehrung für Günther Pappenheim
Ernennung zum Kommandeur im Nationalorden der Ehrenlegion Frankreichs
Am 27. Januar wurde Günther Pappenheim, Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald vom Botschafter Frankreichs Philippe Etienne zum Kommandeur im Nationalorden der Ehrenlegion ernannt.
Der Stiftungsratsvorsitzende Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Kulturminister und Chef der Staatskanzlei würdigte die Ernennung mit den Worten: „Die Ernennung zum Kommandeur der Ehrenlegion ist eine der wichtigsten Ehrungen der Republik Frankreich. Sie verdeutlicht die große Wertschätzung, die Ihnen unser Nachbarland für Ihr jahrzehntelanges Engagement gegen Faschismus und Rassismus entgegenbringt. Sie ist Ausdruck der Hochachtung vor bewahrter Menschlichkeit und Solidarität, die auch dem Druck von allgegenwärtigem Terror und grenzenloser Gewalt standhielt.
Januar 2017

Der französische KZ-Überlebende Bertrand Herz legte auf dem Appellplatz in der Gedenkstätte Buchenwald zusammen mit anderen Zeitzeugen Blumen zum Gedenken an die Opfer nieder. Foto: Sascha Fromm
Beim Holocaust-Gedenktag berichten Buchenwald-Überlebende über ihre Erlebnisse
Bewegende Worte von KZ-Überlebenden und Warnungen vor völkischem Nationalismus in der Gegenwart prägen den Holocaust-Gedenktag in Thüringen.
Erfurt. Es war ein leidenschaftlicher Appell an die Lebenden. Mit bebender Stimme und weit aushohlenden Armbewegungen mahnte der französische KZ-Überlebende Bertrand Herz die Anwesenden im Thüringer Landtag optimistisch zu sein. „Klagt nicht über kleine Wehwehchen. Denkt daran, was wir durchmachen mussten. Helft einander, seid solidarisch und tolerant. Und vergesst dabei uns und unsere Leiden nicht“, rief der Ehrenpräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos in den voll besetzten Plenarsaal. Mehr…
Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Landtag
Der Präsident des Thüringer Landtags, Christian Carius und der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, Bodo Ramelow, eröffneten heute im Thüringer Landtag die Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus. Als Ehrengäste nahmen an der Gedenkstunde auch Überlebende der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora teil. Ehrengäste waren Eva Pusztai, Bertrand Herz, Günter Pappenheim, Kurt Pappenheim, Heinrich Rotmensch und Pavel Kohn. An der Veranstaltung nahm auch der Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora, Dominique Durand, teil. Um14:00 Uhr fand eine Kranzniederlegung in Buchenwald statt, an der auch der Landtagspräsident Carius teilgenommen hat. Mehr…
Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus in Buchenwald
Auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald ist der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Die Gedenkstätten-Stiftung hat AfD-Mann Björn Höcke für die Zeit der Gedenkveranstaltung Hausverbot erteilt, sein Wagen wurde wieder weggeschickt. Schon zur Gedenkstunde im Thüringer Landtag war Höcke nicht im Plenum dabei. Die AfD-Fraktion warf Carius vor, Höcke genötigt zu haben, den Plenarsaal zu verlassen. Mehr…
KZ-Gedenkstätte Buchenwald lädt Höcke aus
Kürzlich hatte sich der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke despektierlich über die deutsche Holocaust-Erinnerungskultur geäußert. Nun wurde er für den Gedenktag für die NS-Opfer am 27. Januar in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ausgeladen. Höcke will dennoch erscheinen. Mehr…
December 2016
Erklärung des Praësidenten des International Komitees Buchenwald Dora über den Angriff Berlin
Nach Kopenhagen, Brüssel, Paris, Nizza, nach Istanbul, Ankara, Tunis, Bamako, Jakarta, Ouagadougou, Kairo, wurde nun Berlin auch zum schweren Opfer eines mörderischen Angriffs. Im Namen des gesammten Internationalen Komitees Buchenwald Dora sowie in meinem eigenen, möchte ich euch unsere Empörung, unseren Anteil an euren tiefen Trauer, unser Beileid und unsere Solidarität mitteilen.
Der Ort des Anschlags in der Hauptstadt der Bundesrepublik trifft uns alle. Es geschah am Rudolf Breidscheidplatz bei der Gedâchtniskirche, einem symbolischen Gelände der Erinnerung in Deutschland, aber auch des Zweiten Weltkrieges, wessen die deutschen Internierten und verschleppten Häftlinge des KZ Buchenwald und seiner Kommandos die zweifachen Opfer waren.
Wir beugen uns vor den Opfern und vor dem Leid ihrer Familien. Unsere Gedanken richten sich auch an unsere deutschen Freunde und an die Mühe des deutschen Volkes und der grossen Mehrzahl seiner gewählten Vertreter, die dafür sorgen, dass hunderttausende von Flüchtlingen, die von den Tätern solcher Gewalttaten aus eigenem Land vertrieben wurden, willkommen in unsere Demokratien werden.
Diese politische Gewalt ist auf dem religiösen Fundamentalismus, auf dem Antisemitismus, auf Menschenhass begründet.
Die ehemaligen Häftlinge von Buchenwald haben für den Aufbau einer Welt des Friedens, der Freiheit, der Toleranz und der Demokratie gekämpft, eine Welt wo Menschenrechte respektiert werden sollen. Dies ist ihr Vermächtnis und bleibt weiterhin die Zukunftsbotschaft, die sie uns hinterlassen.
Wir stehen bewusst vor politisichen Weltentwicklungen, die potenziell schwere Konflikte tragen. Es ist unsere Pflicht -gestützt von den Werten des Schwures von Buchenwald- nach Friedenslösungen zu streben und gegen Todesdrohungen zu kämpfen.
Dominique Durand, Präsident Internationales Komittee Buchenwald Dora
August 2016
Erklärung des Internationalen Kommitee Buchenwald-Dora und Kommandos
Der Vorstand des IKBD hat sich am 26. und 27. August 2016 in Weimar getroffen, um den 80. Jahrestag der Errichtung des KZ-Buchenwald, die Gedenkzeremonien anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung 2017 und andere mit der Eröffnung des neuen Museums in Buchenwald und der nächsten Dauerausstellung über die Zwangsarbeit im Dritten Reich verbundenen Initiativen vorzubereiten.
Zu dieser Gelegenheit haben die ehemaligen Häftlinge, die Mitglied des Vorstands sind und die Vertreter der nächsten Generation, die ihre moralischen Erben sind, ihr Engagement für die Werte des Schwures von Buchenwald vom 19. April 1945 neu bekräftigt. In diesem Geist und bezüglich der Entwicklung der weltpolitischen Situation und der Ausweitung von Terroaktionen, die den demokratischen Sockel, den Respekt der Freiheiten und die Menschenrechte und den Frieden erschüttern sollen, drücken sie laut ihre Sorge aus.
Im April 1945 hatten die internierten und verschleppten Häftlinge von Buchenwald ihren Willen bekundet, eine Welt des Friedens und der Freiheit aufbauen zu wollen und „den Nazismus mit seinen Wurzeln zu vernichten“.
Heute können sie nicht zulassen, dass Bewegungen, die öffentlich Antisemitismus, Fremdenhass und Rassismus, gegen die sie gekämpft haben und von dem sie die Opfer waren, propagieren, sich weiter entwickeln. Sie können keine Nationalpolitik dulden, welche die Demokratie, die Weltoffenheit, die Gewissensfreiheit und die Menschenrechte einschränkt.
Terroristische Gewalt, religiöser Fundamentalismus und Fanatismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit führen zu erheblichen politischen Spannungen. Diese werden von neofaschistischen, rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien und Gruppierungen missbraucht, die mit ihren menschenfeindlichen Parolen Hass und Gewalt schüren, ohne dass dem energisch Einhalt geboten würde. Sie dachten, dies sei überwunden.
Zivilgesellschaftliches Engagement zum Schutz der Demokratie muss unterstüzt werden, wo immer es möglich ist. Offensichtlich ist es nicht gelungen, den Nazismus mit seinen Wurzeln zu vernichten, was der Schwur von Buchenwald zur Aufgabe erhob. Ein Leben in Frieden, Freiheit, Demokratie und Toleranz wird nur erreicht, wenn für die Beseitigung der Ursachen für Krieg, Neofaschismus, Rechtspopulismus, Hass und Gewalt eingetreten und gewirkt wird. Stacheldrahtzäune, menschenunwürdige Flüchtlingslager, Zwangsdeportationen, fragwürdige politische Abkommen sind nicht geeignet, friedliches Zusammenleben von Menschen zu befördern.
Die Überlebenden der KZ-Lager und ihre moralischen Erben verlangen dringend von ihren Regierungen, dass Flüchtlinge würdig empfangen werden und keinesfalls in unmenschliche Notsituationen geraten.
Wir, die Überlebenden der KZ-Lager,
Wir, ihre Nachfolger im Internationalen Komitee Buchenwald-Dora, kennen den Preis und die Bedeutung von Solidarität, um das Überleben und lebensbedrohliche Situationen zu bewältigen.
Deshalb rufen wir die Staatsrepräsentanten und die politischen Verantwortlichen dazu auf, ihre nationalen Vorbehalte zu überwinden und sich auf das Vermächtnis von Buchenwald zu besinnen, um eine friedlichere Welt aufzubauen.
Buchenwald, 27.09.2016

MITTEILUNG
Die internationalen Komitees der NS-Konzentrations- und Vernichtungslager
sind zutiefst über die Äußerungen eines leitenden Politikers der AfD (Alternative für Deutschland), Björn Höcke, Abgeordneter des Bundeslandes Thüringen schockiert, der das Berliner Mahnmal für die ermordeten Juden aus Europa als „Denkmal der Schande“ bezeichnet und eine erinnerungspolitische Wende um 180o in Deutschland gefordert hat;
– erinnern daran, dass das Nazideutschland während des Zweiten Weltkriegs 6 Millionen Juden in Europa sowie Zehntausende Zigeuner ermordet hat, und dass es eine Barbarei und Abscheulichkeit, wie sie in der Menschheitsgeschichte noch nie dagewesen war, verkörperte;
– begrüßen die Reaktion des Direktors der Gedenkstätte Buchenwald, der es ablehnte, dass der Gedenktag an den Holocaust und an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2017 von diesem Mann gestört werden würde, indem er ihm den Zugang verweigerte;
– drücken allen Trägerschaften der Stiftungen der Gedenkstätten und der KZ- Gedenkstätten für die geleistete Erinnerungsarbeit über dem Nazismus ihre uneingeschränkte Unterstützung und große Dankbarkeit aus.
Unterzeichner :
Herr Raphaël ESRAIL, Präsident der Vereinigung der Deportierten von Auschwitz, Vizepräsident des Internationales Auschwitz Komitees,
Herr Dominique DURAND, Präsident des Internationales Buchenwald Komitees,
Herr Bertrand HERZ, Ehrenpräsident des Internationales Buchenwald Komitees,
General Jean-Michel THOMAS, Präsident des Internationales Dachau Komitees,
Herr Michel CLISSON, Präsident der Vereinigung der Deportierten und ihrer Familien Flossenbürg,
Herr Guy DOCKENDORF, Präsident des Internationales Mauthausen Komitees,
Herr Jean-Marie MULLER, Präsident des Internationales Natzweiler-Struthof Komitees,
Herr Jean-Michel GAUSSOT, Amicale internationale de Neuengamme,
Frau Marie-France CABEZA-MARNET und Frau Françoise MARCHELIDON, Mitglieder des Internationales Ravensbrück Komitees, im Namen des französischen Freundschaftsvereins Ravensbrück,
Herr Roger BORDAGE, Präsident des Internationales Sachsenhausen Komitees.





































