Ehemalige Mitgliederinnen und Mitglieder des IKBD

† Zequi Agolli

Zequi Agolli wurde am 23. März 1923 in Tirana geboren. Als das faschistische Italien 1939 Albanien besetzte, nahm er als Sechzehnjähriger an den antifaschistischen Demonstrationen teil. 1940 stellte sich seine Familie in den Dienst des Kampfes für die nationale Befreiung; ihr Haus wurde einer der wichtigsten illegalen Stützpunkte in Tirana. Zequi Agolli war eine der Hauptfthrungspersonen der antifaschistischen Jugend in Tirana und in den Regionen Diber und Peshkopia. Er nahm am bewaffneten Kampf in der Einheit von Diber teil, die von dem Volkshelden Haxhi Lleshi geführt wurde. Für seine Tapferkeit im Kampf gegen die NS-Besatzung (November 1943) wurde er mit Ehrenzeichen und Orden ausgezeichnet. Auch seine Familie erhielt Auszeichnungen.

 

Von Dezember 1944 – März 1947 leitete Zequi Agolli das Kabinett des Premierministers von Albanien. Er studierte Geschichte und Geographie. 1947-1988 arbeitete er im Außenministerium als Politischer Direktor und war im diplomatischen Dienst tätig: in Rumänien, in der Sowjetunion, in der Volksrepublik China und als Botschafter in Ägypten. In dieser Zeit nahm er als Delegationsmitglied an mehreren Sitzungen der UNO in New York und der UN in Genf teil. Seit seiner Pensionierung im Jahr 1988 arbeitet Zequi Agolli für die Organisation des Veterans de la Lutte Antifasciste de Leberation Nationale (Organisation der Veteranen des antifaschistischen Kampfes der nationalen Befreiung Albaniens), ist gewähltes Mitglied des Nationalen Komitees und des Präsidiums. Er beherrscht fünf Sprachen (französisch, italienisch, russisch, englisch und rumänisch) und leitet die Abteilung für Auslandsbeziehungen. Zequi Agolli wurde von Myquerem Fuga als dessen Nachfolger für das IKBD vorgeschlagen.

 

† Emil Grigorjewitsch Alperin

Emil Grigorjewitsch Alperin wurde am 13. Juni 1922 in Odessa geboren und starb am 26.09.2009 in Charkow. Nach dem Abschluß der Mittelschule im Oktober 1940 trat er in die Rote Armee ein. Am 7. Juli 1941 geriet er in der Nähe von Minsk in deutsche Gefangenschaft, mehrmals versuchte er zu fliehen.

Ende September 1943 wurde Emil Alperin nach Deutschland verschleppt, kam in das Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht in Stuckenbrock und von dort am 9. Februar 1944 unter dem Namen Mitka Basmanenko ins KZ Buchenwald. Sein Beruf ist auf der Nummernkarte mit Straßenwärter angegeben. Er war zunächst im russischen Kriegsgefangenenlager, Block 7, danach in Block 25 untergebracht und arbeitete anfangs im Steinbruch, dann in der Wäscherei. Als Angehöriger der russischen Widerstandsbewegung war er an der Befreiungsaktion am 11. April 1945 beteiligt.

Nach der Befreiung war Emil Alperin in Erfurt für die Repatriierung sowjetischer Staatsangehöriger verantwortlich. Im September 1945 trat er wieder in den Dienst der Roten Armee und war in Weimar eingesetzt. Nach seiner Entlassung im Dezember 1945 kehrte er nach Odessa zurück. Seit März 1946 lebt er in Charkow. 1955 beendete er das Ökonomiestudium.

Emil Alperin widmete sich neben seinem Beruf der antifaschistischen Arbeit, berichtete in vielen Schulen und Institutionen über seine Lagererfahrung. Seit 1962 war er als Lektor bei örtlichen Bildungseinrichtungen tätig, hielt auch Vorträge im Radio und Fernsehen, führte eine umfangreiche Korrespondenz mit Kameraden aus der Lagerzeit. Emil Alperin ist Vorsitzender der Charkower Gesellschaft der antifaschistischen Widerstandskämpfer, der ehemaligen KZ-Häftlinge.

Seit 1995 gehörte er als Vertreter der Ukraine dem IKBD an.

† Hans Andersen

Hans Andersen war Polizist in Kopenhagen. Er wurde am 22. Mai 1919 in Vester Ulslev auf der Insel Lolland (Dänemark) geboren, seine Eltern besaßen einen Kleinbetrieb auf dem Lande.

Am 19. September 1944 wurde Hans Andersen mit anderen Kollegen verhaftet und in das KZ Neuengamme eingeliefert. Von dort kam er mit 1953 weiteren dänischen Polizeibeamten in das KZ Buchenwald. Er wurde im Kleinen Lager untergebracht, zunächst im Block 59, danach im Block 57.

Im Dezember 1944 wies Himmler an, daß die Polizeibeamten als Kriegsgefangene zu behandeln und in andere Lager zu überstellen seien. Daraufhin wurde Hans Andersen am 17. Dezember 1944 aus Buchenwald entlassen und in ein Kriegsgefangenenlager gebracht. Mit Hilfe des Schwedischen Roten Kreuzes wurde er in das KZ Neuengamme zurückgeführt und gelangte von dort nach wenigen Tagen über Dänemark nach Schweden. Nach vorübergehender Anstellung bei der Schwedischen Polizei kehrte er nach Kopenhagen zurück, wo er wieder in den Polizeidienst ging.

Nebenher studierte Hans Andersen Jura. 1953 schloß er das Studium ab, wurde 1959 Polizeikommissar. 1971 verließ er die Polizei und wurde Bürovorsteher im Gesundheitsministerium. 1980 wurde er pensioniert. Er gehörte verschiedenen internationalen Kommissionen und Ausschüssen an. 1969 wurde er Vertreter Dänemarks in der Suchtstoffkommission der UNO. 1989 erhielt er das Ritterkreuz des Danebrogorden, 1994 als Anerkennung seiner Arbeit für junge Spastiker den Spastikerpreis.

Hans Andersen war seit 1978 Präsident des „Buchenwaldklubben“. Er vertrat bis zu seinem Tod am 17. März 2003 die ehemaligen dänischen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

† Daniel Anker

Daniel Anker, geboren am 27. Oktober in Zakliczyn (Polen). Religiöses jüdisches Elternhaus. 1919 Flucht aus Polen, u. a. nach Budapest und Berlin. 1923 Paris. Schneider in der Bekleidungsindustrie. 1924 JC und CGTU. 1927 KPF, Leitungsfunktionen. 1940 Kriegsfreiwilliger. 1941 konspirative Gewerkschaftsarbeit, Illegalität. 27. März 1942 Verhaftung durch eine französische Spezialeinheit. Mai 1943 Verurteilung von einem französischen Tribunal zu drei Jahren Haft. Mehrere Haftstätten. Compiegne, 24. Januar 1944 KZ Buchenwald. Dolmetscher von Block 51 des Kleinen Lagers, Funktionshäftling in der Arbeitsstatistik. Führende Mitwirkung in CIF und BFAL. 28. April 1945 Rückkehr nach Paris. Leitungsfunktionen in CGT und KPF. AFBDK, Nationalbüro, seit 1972 Generalsekretär. 1973-1982 französischer Vertreter im IKBD.

† Ibrahim Bajraszewski

Ibrahim Bajraszewski wurde am 30. Dezember 1912 in Wilna (Litauen) geboren. Er war Buchhalter. Am 4. September 1943 wurde er als Pole in das KZ Buchenwald eingeliefert, wo er bis 1945 blieb. Seine Häftlingsnummer war 20180. Ibrahim Bajraszewski vertrat von 1992 bis zu seinem Tode im Jahr 1996 die polnischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

Floréal Barrier, Präsident des Häftlingsbeirates der Stiftung Buchenwald-Dora, ehemaliger Häftling

Floréal BarrierFloréal Barrier wurde am 3. Januar 1922 in Trélazé (Frankreich) geboren. Er lernte Drucker und gehörte seit 1940 der Jeunes Communistes an. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs beteiligte er sich am Widerstand gegen die Nazis.

Schon im März 1941 wurde Floréal Barrier von Grenzpolizisten der Hitlerarmee gesucht, am 27. Februar 1943 wurde er in SaintJeanPied-de-Port in den Pyrenäen, nahe der spanischen Grenze, verhaftet. Nach der Haft in den Gefängnissen Bayonne, Bordeaux – Frontstalag 122 und Compi4ne wurde er am 18. September 1943 ins KZ Buchenwald deportiert. Er erhielt die Häftlingsnummer 21802, wurde in Block 40, Flügel A, untergebracht und den Arbeitskommandos Steinbruch, Bau I, Gustloff-Werk (Halle 10, Gewehrkolben) zugewiesen. Nach der Bombardierung am 24. August 1944 war er als Zimmermann und im Gustloff-Werk (Halle 13) eingesetzt. In den letzten Lagerwochen gehörte er dem Lagerschutz an. Diese Aufgabe nahm er bis zum Verlassen des Lagers am 27. oder 28. April 1945 wahr. Floréal Barrier beteiligte sich an der Organisation sabotage de la production de guerre. Als Mitglied der Brigade française d’action libératrice war er an der Befreiung des Lagers am 11. April 1945 beteiligt.

Floréal Barrier ist Mitglied des nationalen Präsidiums der Association Française Buchenwald Dora et Kommandos, Schatzmeister des IKBD und und seit 1994 Vorsitzender des Häftlingsbeirats KZ Buchenwald der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Floréal Barrier ist Kommandeur der französischen Ehrenlegion.

† Walter Bartel

Walter Bartel (* 15. September 1904 in Fürstenberg/Havel; † 16. Januar 1992 in Berlin) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer, Historiker und Hochschullehrer.

Sozialistisches Elternhaus. Kaufmännische Lehre, Angestellter in Berlin. 1920 FSJ, ZdA. 1922 KJVD, Bezirksleitung Berlin-Brandenburg. 1923 KPD, illegale Bezirksleitung Südbayern. Oktober 192.3 Verhaftung, bis April 1924 Schutzhaft. Herbst 1928 KPD-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Lausitz-Grenzmark unter Vorsitz Wilhelm Piecks, hauptamtlicher Mitarbeiter. September 1929-1932 Internationale Leninschule in Moskau. Juli 1932 KPD-Arbeit in Deutschland. 1933 Illegalität.

Beteiligte sich am politischen Kampf gegen den aufkommenden Faschismus. Wegen dieser illegalen Tätigkeit wurde er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu einer 27-monatigen Zuchthausstrafe verurteilt, die er von 1933 bis 1935 im Zuchthaus Brandenburg verbrachte. Nach seiner Entlassung emigrierte er in die CSR, wurde dort aber wegen angeblichen Verrats aus der KPD ausgeschlossen. Im März 1939 verhaftete ihn die deutsche Besatzung und lieferte ihn im KZ Buchenwald ein. Bartel war in Buchenwald in den Kommandos Zimmerei sowie Arbeitsstatistik eingesetzt.[1] Hier wurde er zusammen mit Ernst Busse und Harry Kuhn bald darauf Mitglied der illegalen Parteileitung, und seit 1943 war er der Vorsitzende des Internationalen Lagerkomitees, das den Widerstand im Lager koordinierte und für die Selbstbefreiung arbeitete. Als die herannahenden US-Truppeneinheiten die Selbstbefreiung ermöglichten, wurde er vom amerikanischen Lagerkommandanten paritätisch als gleichberechtigter Leiter des ehemaligen Lagers anerkannt.

Mitte Juni 1945 Rückkehr nach Berlin. Juli 1945-Mai 1946 Berliner Magistrat, Dezernent für Volksbildung. 11. März 1946 Aufhebung des KPD-Ausschlusses. 1947-1953 Erster Vorsitzender des BWK. Bis Frühjahr 1953 Persönlicher Referent Wilhelm Piecks für Parteifragen. Juli 1953 Degradierung infolge ZPKK-Beschluss. November 1953 Universität Leipzig. Promotion, Professur für Neuere und Neueste Geschichte. 1957-1962 Leiter des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte Berlin. 1962 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Präsidium des KdAW. U. a. 1969 Vaterländischer Verdienstorden, 1974 Karl-Marx-Orden, 1979 Ehrenmedaille des SKWW. 1952-1954 Vizepräsident des IBK, 1964-1992 Erster Vizepräsident bzw. Kopräsident des IKBD.

 

† Léon Bartimes

Léon Bartimes wurde am 27. September 1916 in Befort/Grewenmacher (Luxemburg) als Sohn eines Schneidermeisters geboren. Auch er lernte das Schneiderhandwerk. Er schloß sich der Resistenz an und wurde mit anderen Mitgliedern der Widerstandsorganisation im Kanton Echternach am 19. Mai 1942 verhaftet. Im Frühjahr 1943 wurde er aus dem Lager Hinzert über Frankfurt a. M. als politischer Häftling in das KZ Buchenwald eingeliefert. Er arbeitete in der SS-Schneiderei in Weimar, danach wurde er dem Lagerschutz zugeteilt.

Léon Bartimes war einer der Mitbegründer der Amicale des Anciens de Buchenwald und deren erster Präsident. Im IKBD vertrat er bis zu seinem Tod am 4. Mai 2004 die luxemburgischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald. 1975-1994 luxemburgischer Vertreter im IKBD.

Von Léon Bartimes liegen keine autobiographischen Notizen vor. Angaben und Fotografie
aus KZ Buchenwald 1937-1945, Luxembourg 1985.

† Renato Bertolini

Geboren am 3o. März in Fivizzano (Italien). KPI. Spanischer Bürgerkrieg, Hauptmann in der 12. Internationalen Brigade »Garibaldi«. Internierung in Frankreich. Compiegne, 19. Januar 1944 KZ Buchenwald. In der Leitung des italienischen Lagerwiderstands. Seit 1954 Sekretär der FIR. Seit 1952 Leitungs-funktionen im IBK/IKBD.

† Sergej Bogdanow

Sergej Bogdanow wurde am 20. September 1920 in Moskau geboren und  verstarb dort am 8.03.2011. Er besuchte von 1929-1939 die Mittelschule und begann ein technisches Studium. Am 1. November trat er in die Rote Armee ein und nahm am Krieg mit Finnland teil. Im Juli 1941 geriet er in der Nähe von Minsk in deutsche Kriegsgefangenschaft. Nach Aufenthalten in zwei Lagern in Polen wurde er am 18. Oktober 1941 ins KZ Buchenwald eingeliefert, zunächst in das Lager für sowjetische Kriegsgefangene. Am 10. April 1945 schickte ihn die SS auf einen Evakuierungsmarsch. Er floh und wurde am 3. Mai im Sudetengebiet durch die Rote Armee befreit.

Im Juni 1945 trat Sergej Bogdanow wieder in den Dienst der Sowjetarmee, nahm von Dezember 1945 – 20. Mai 1946 am Kampf gegen ukrainische Nationalisten teil. Nach seiner Entlassung aus der Armee kehrte er im Juni 1946 nach Moskau zurück und studierte bis 1951 an der Hochschule für Stahl und Fusion. Danach arbeitete er in Kowzow und anderen Orten. Von 1954-1990 leitete er ein Projektbüro, seit 1990 ist er als Universitätslehrer tätig. Sergej Bogdanow gehört seit 1957 dem Sowjet- und Rußland-Komitee der Kriegsveteranen an.  Seit 1952 Leitungsfunktionen im IBK/IKBD. Er vertratt die russischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

† Charles Maria Leon Brusselairs

Charles Maria Leon Brusselairs wurde am 18. Januar 1925 in Antwerpen geboren und besuchte das Gymnasium. Sein Vater war Fabrikdirektor. Am 27. Juni 1943 wurde er verhaftet und wegen Feindbegünstigung zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im September 1943 kam er aus dem Gefängnis in Essen in das Lager Papenburg, Lager VII Esterwegen. In Buchenwald wurde er am 5. Februar 1945 mit einem Transport belgischer Polizeihäftlinge der Generalstaatsanwaltschaft Kattowitz aus dem Zuchthaus Groß-Strelitz eingeliefert. Auf seiner Nummernkarte 86915 ist sein Beruf mit Student und Dreher angegeben. Am 9. April 1945 schickte ihn die SS mit einem Todesmarsch nach Theresienstadt, wo er im Mai befreit wurde. Charles Brusselairs war seit 1987 Vertreter der belgischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD. Er starb am 22. März 2000.

Von Charles Brusselairs liegen keine autobiographischen Notizen vor. Angaben nach Unterlagen des Archivs der Gedenkstätte Buchenwald.

† Leopold Brünnler

Leopold Brünnler wurde am 7. April 1915 in Wien geboren und starb am 25.02.2005. Er war Arbeiter in der Lederindustrie. Bei Kriegsbeginn, am 1. September 1939, verhaftete ihn die Gestapo in Wien wegen antifaschistischer Aktivitäten und lieferte ihn am 7. September im KZ Buchenwald ein. Seine Nummernkarte 3971 trägt den Stempel „Wehrunwürdig“. Während der Haftzeit war er bei der Lager-Feuerwehr beschäftigt.

Am 5. Mai 1945 konnte er das befreite Lager verlassen und kehrte nach Wien zurück. Leopold Brünnler war seit 1975 bis zu seinem Tod am Februar 2005 Vertreter der österreichischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

Von Leopold Brünnler liegen keine autobiographischen Notizen vor. Angaben nach Unterlagen des Archivs der Gedenkstätte Buchenwald.

Danuta Brzosko-Mędryk

Danuta Brzosko-Mędryk wurde am 4. August 1921 in Pułtusk geboren. Bis zum Kriegsausbruch besuchte sie das Königin-Hedwig-Lyzeum in Warschau. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen wurden die polnischen Mittel- und Hochschulen geschlossen, und der Unterricht fand illegal in privaten Wohnungen statt.

Im Juli 1940 wurde Danuta Brzosko-M2dryk mit sechs Schülerinnen und der Prüfungskommission während der illegalen Abiturprüfung von der Gestapo festgenommen und ins Warschauer Gefängnis Pawiak gebracht. Dort legte sie die Prüfungen ab. Aufgrund von vielen Interventionen wurde die Gruppe wieder entlassen. Am 15. August 1942 wurde Danuta Brzosko-M2dryk wegen Mitgliedschaft in der polnischen Untergrundorganisation, später Verband des bewaffneten Widerstandes und Heimatarmee (Armia Krajowa), festgenommen und nach sechsmonatigem Gefängnisaufenthalt und Verhör durch die Gestapo nach Majdanek gebracht. Am 19. April 1944 kam sie nach Ravensbrück und schließlich nach Buchenwald (Außenkommando HASAG Leipzig). Sie überlebte den Todesmarsch und wurde am 24. April 1945 befreit.

Nach der Rückkehr in die Heimat studierte Danuta Brzosko-Mędryk ab Oktober 1946 an der stomatologischen Fakultät und arbeitete danach als Zahnärztin in Warschau. Sie begann ihre Erinnerungen aufzuschreiben, 1968 erschien Niebo bez ptak6w (Himmel ohne Vögel). Weitere Bücher folgten. Danuta Brzosko-Mędryk ist u.a. Koautorin des Spielfilmes Zagrozenie (Bedrohung) und arbeitete bei einigen Dokumentarfilmen mit. Für die Spielberg-Stiftung nahm sie 12 Kassetten auf.

Seit den siebziger. .Jahren ist Danuta Brzosko-Mędryk in der Friedensbewegung tätig, 1989 erhielt sie den Aachener Friedenspreis. Sie gehört der Hauptkommission zur Untersuchung der Naziverbrechen in Polen an. Im IKBD vertritt sie seit 1996 die polnischen und die weiblichen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald, seit 1998 ist sie Mitglied des Häftlingsbeirats der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. 1996-2001 Vertreterin der weiblichen ehemaligen Häftlinge im IKBD.

† Jacques Bursztyn

Jacques Bursztyn (Burschtyn) wurde am 16. März 1925 in Leipzig geboren. Er wuchs als Kind jüdischer Eltern im Leipziger Waldstraßenviertel auf und gehörte dem Jüdischen Pfadfinderbund Deutschlands (seit 1933 Jüdischer Pfadfinderbund) an. Sein Vater war polnischer Staatsangehöriger und SPD-Mitglied. Über seine Tätigkeit als Verkaufsagent für die Firma Ariowitsch in der UdSSR versuchte er vergeblich, ein Ausreisevisum für seine Familie in ein westeuropäisches Land zu bekommen.

Jacques Bursztyn floh 1939 nach Frankreich, 1940 wurde er verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Am 10. Februar 1945 erreichte er mit einem Evakuierungstransport das KZ Buchenwald. Er wurde als Politischer und Jude unter der Nummer 125145 registriert, sein Beruf mit Schlosser angegeben. Nach der Befreiung ging Jacques Bursztyn nach Palästina, wohin 1939 sein Bruder Benjamin emigriert war. Sein Vater folgte 1946, die Mutter hat die Deportation nicht überlebt. Bis zu seinem Tode im Jahr 1994 war Jacques Bursztyn Vertreter Israels im IKBD.

† Robert Jehoschua Büchler

Am 1. Januar 1930 wurde Robert Büchler in der westslowakischen Stadt Topoltschany geboren und starb am 14.08.2009. Sein Vater war Prokurist bei einer großen Getreideexportfirma und sozialdemokratischer Stadtverordneter, seine Mutter war Bankangestellte. Er wurde traditionell jüdisch erzogen, besuchte die jüdische religiöse Volksschule und danach das staatliche Gymnasium. Im Schuljahr 1941 wurde er mit sämtlichen jüdischen Schülern vom Gymnasium vertrieben und ging danach in eine jüdische Oberschule.

1942 wurden fast alle Juden aus Topoltschany, darunter 57 Familienangehörige Robert Büchlers, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Er selbst, seine Eltern und seine Schwester blieben noch von der Verschleppung verschont, weil der Vater als „Wirtschaftsjude“ galt. 1944 wurden auch sie nach Auschwitz gebracht. Nach der Selektion an der Rampe kam Robert Büchler in einen Kinderblock im Zigeunerlager, danach ins Männerlager und schließlich in den Kinderblock 29. Er mußte im Rollwagenkommando arbeiten, später im Kartoffelkommando. Im Oktober 1944 wurde er nach Auschwitz I (Stammlager) verlegt, und arbeitete im Kommando Tierpfleger Landwirtschaft. Mit einem Transport im offenen Güterwagen und ohne Verpflegung erreichte er am 23. Januar 1945 das KZ Buchenwald und wurde im Kinderblock 66 im Kleinen Lager untergebracht. Am 10. April 1945 trieb ihn die SS mit einem Todesmarsch aus dem Lager. Bei Eisenberg gelang ihm am 13. April die Flucht.

Nach der Befreiung wurde Robert Büchler zunächst im amerikanischen Spital in Jena ärztlich behandelt und anschließend in einer ehemaligen SS-Kaserne in Buchenwald gepflegt. Nach kurzem Aufenthalt in Prag kehrte er in seine Heimatstadt Topoltschany zurück. Von seiner Familie hatten nur eine Tante und ein Onkel mit ihren Familien überlebt. Bei ihnen blieb er und besuchte die Oberrealschule. 1949 wanderte Robert Büchler nach Israel aus und gründete mit Jugendlichen aus der Tschechoslowakei einen Kibbuz. Dort lebt er mit seiner Familie noch heute. Er war seit 1995 Mitglied des Häftlingsbeirats der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und Vertreter Israels im IKBD.

† Antonio Cano

Antonio Cano wurde am 15. August 1917 in Barcelona (Spanien) geboren. Am 19. Januar 1944 wurde er als politischer Häftling in das KZ Buchenwald eingeliefert und erhielt die Nummer 40875. Sein Beruf wurde mit Zimmermann angegeben,

Antonio Cano war 1984-1994 Vertreter der spanischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

Von Antonio Cano liegen noch keine autobiographischen Notizen und auch keine Fotografie vor. Angaben nach Unterlagen des Archivs der Gedenkstätte Buchenwald.

† Emil Carlebach

 

Emil Carlebach und Willi Bohn beim KPD-Verbotsverfahren in der BRD (November 1954)

Emil Carlebach und Willi Bohn beim KPD-Verbotsverfahren in der BRD (November 1954)

Emil Carlebach wurde am 10. Juli 1914 in einer jüdischen Familie in Frankfurt am Main geboren.
Früh distanzierte er sich von seinem bürgerlich gesinnten Elternhaus, – sein Vater war Soldat während des 1. Weltkrieges, seine Mutter meldete sich freiwillig als Krankenschwester –  und trat 1930 dem Sozialistischen Schülerbund, im folgenden Jahr dem Kommunistischen Jugendverband bei und 1932 der KPD bei. Nach seinem Abitur begann auf Drängen seines Vaters eine kaufmännische Lehre.

Im Mai 1933 wurde Emil beim Verteilen von Flugblättern erstmals  verhaftet und im Januar des darauffolgenden Jahres wegen der Herstellung und Verbreitung antifaschistischer Zeitungen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Nach der regulären Haft in verschiedenen Gefängnissen wurde er 1937 in das Konzentrationslager Dachau verschleppt, 1938 in das Konzentrationslager Buchenwald.

Auch unter den Bedingungen des Lagers setzte er den Widerstand fort und war Teil der internationalen illegalen Widerstandsorganisation in Buchenwald.
Er war Blockältester der „Judenbaracke“ (22).

Im Mai 1945 kehrte Emil Carlebach nach Frankfurt zurück und wurde im August Mitbegründer und Herausgeber der Frankfurter Rundschau.
Auf Weisung der US-Behörden wurde er jedoch bereits 1947 wieder aus der Leitung entfernt.
Nach dem Verbot der KPD 1956 lebte er mehr als zehn Jahre in der DDR um der Verfolgung und drohenden neuen Inhaftierung in der BRD zu entgehen.
Erst 1969 kehrte er nach Frankfurt am Main zurück.

Emil Carlebach blieb mit der Erfahrung von elf Jahren faschistischer Haft überzeugter und aktiver Antifaschist, widmete sich der publizistischen Tätigkeit zu Geschichte und Politik und nahm zahlreiche Funktionen wahr: 1946 Abgeordneter der KPD im hessischen Landtag, 1948 in der Stadtverordnetenversammlung Frankfurt a. M., Mitarbeit an der ersten hessischen Landesverfassung nach dem Ende des Nationalsozialismus, Mitbegründer der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), Redakteur der Wochenzeitung die tat, Delegierter der IG Druck und Papier.

Er veröffentlichte 8 Buchtitel, war bis 1999 Vorsitzender des Häftlingsbeirats der Gedenkstätte Buchenwald und 1992-2000 erster stellvertretender Präsident des IKBD.

Emil Carlebach verstarb am 9. April 2001 in Frankfurt am Main.

 

† Ervin Cserépfalvi
Ervin Cserépfalvi wurde 1928 in Budapest geboren. Die Vorfahren seines Vaters waren Kaufleute, der Vater seiner Mutter war Rabbiner. Als Schüler des Jüdischen Gymnasiums wurde er 1944 verhaftet und ins KZ Buchenwald deportiert.

Nach der Befreiung kehrte Ervin Cserépfalvi
nach Budapest zurück, machte das Abitur und studierte Elektromechanik an der Technischen Universität. Aus finanziellen Gründen mußte er das Studium abbrechen, er nahm eine Arbeit bei der Firma ORION an. Dort reparierte er Radios, später Fernsehapparate. 1964/65 arbeitete er als Vertreter des ungarischen Außenhandelsunternehmens ELEKTROIMPEX in Holland, er übergab die aus Ungarn exportierten Apparate an holländischen Firmen. Ende 1988 ging er in Rente, um sein Einkommen zu verbessern, arbeitet er als Taxi-Unternehmer. Ervin Cserépfalvi gehört keiner politischen Partei an. Er ist Mitglied des Verbandes der Ungarischen Widerstandskämpfer und Antifaschisten — Komitee der Verfolgten des Naziregimes.

Nach dem Tod von László Kroó wurde er als Vertreter der Gruppe ungarischer Buchenwald Häftlinge im IKBD gewählt.

† Wacław Czarnecki

Wacław Czarnecki wurde am 2. August in Warschau (Polen) geboren. Dezember 1942 Verhaftung. KZ Majdanek, April 1943 KZ Buchenwald. September 1944 Kommando Arbeits-statistik. Kommunistischer Lagerwiderstand. 1947 Direktor des Büros der FIAPP. Seit 1963 polnischer Vertreter im IBK/IKBD.

 

† Konstantin Diathenko

Konstantin Diathenko war kurze Zeit Vertreter Weißrußlands im IKBD. Er starb im November 2000. Von Konstantin Diathenko liegen keine biographischen Angaben vor.

† Guy Ducolon
Guy Ducolone wurde am 14. März 1920 in Monsempron Libos (Frankreich) geboren und starb am 25.08.2008 in Paris. Er arbeitete in einem Betrieb für Präzisionsinstrumente. Im Juni 1940 wurde er zur Armee eingezogen, geriet in Gefangenschaft und floh. Als er nach Paris zurückgekehrt war, beteiligte er sich in den Reihen der Jeunesse communiste und des Front National de Lutte pour la Libration de la France an der französischen Widerstandsbewegung.

Am 1. Mai 1942 wurde Guy Ducolone verhaftet und war in Fresnes, Melun und Charlons sur Marne inhaftiert. Von Compi4ne kam er am 14. Mai 1944 mit einem Transport nach Buchenwald und erhielt die Häftlingsnummer 51018: Er arbeitete in den Gustloffwerken und war einer der Hauptverantwortlichen für die heimliche Sabotage in Halle 8. Als Mitglied der Brigade fran9aise d’action liberatrice nahm er am 11. April 1945 an der Befreiung des Lagers teil. 1953 wurde Guy Ducolond zum Conseiller general des Departements Seine gewählt und behielt dieses Amt bis 1988. Von 1962-1988 war er Abgeordneter der Nationalversammlung, von 1981-1986 deren Vizepräsident. In dieser Zeit stand er einer Gruppe von Abgeordneten vor, die sich aus ehemaligen Deportierten und Widerstandskämpfern zusammensetzte. Guy Ducolond ist Träger der Legion d’Honneur, der Medaille militaire, der Medaille de la Rdsistance und des Croix de la guerre. Seit ihrer Gründung gehört er der Association franaaise Buchenwald Dora et Kommandos an – 1991 wurde ihm die Präsidentschaft, später die Ehrenpräsidentschaft übertragen. 1996-2008 war er Vertreter der französischen ehemaligen Häftlinge im IKBD.

† Pierre Durand

Pierre Durand wurde am 30. August 1923 in Mulhouse geboren und starb 2002. Nach Abschluß des Gymnasiums bereitete er sich an der Pariser Sorbonne mit Seminaren zur Geschichte, Philosophie und Alten Sprachen auf die Aufnahmeprüfung an der Ecole Normale Sup6rieure vor. Als die Deutschen Frankreich besetzten, schloß er sich der Resistance an, zunächst in Paris, ab Ende 1942 in der Francs-tireurs et partisans français (FTPF), der größten militärischen Widerstandsorganisation Frankreichs. Dort übernahm er 1943 die Verantwortung für die sieben ostfranzösischen Departements.

 

Am 10. Januar 1944 wurde Pierre Durand in Besan9on bei einer Razzia von der Feldgendarmerie verhaftet und nach Verhören und Folter in das Lager Compiegne gebracht. Im Mai 1944 kam er als „Politischer“ ins KZ Buchenwald.

 

Hier knüpfte er Kontakte zur illegalen kommunistischen Untergrundorganisation der Franzosen und dem Comit6 des Int6r8ts Fran9ais (CIF; Komitee zur Verteidigung der französischen Interessen), wurde einer der engsten Mitarbeiter von Marcel Paul und Oberst Manhes. Auf der Trauerfeier der Häftlinge für ihre verstorbenen Kameraden verlas Pierre Durand am 19. April 1945 den Schwur der Buchenwaldhäftlinge in Französisch.

Nach seiner Rückkehr nach Frankreich arbeitete Pierre Durand als stellvertretender Chefredakteur und Chefreporter für die kommunistische Parteizeitung L’Humanite. Er berichtete vor allem über sowjetische Politik sowie über die DDR und Westdeutschland, wo er seit 1950 als Auslandskorrespondent eingesetzt war. Pierre Durand promovierte in den Fächern Rechts-, Politik- und Sozialwissenschaften. Seit Mitte der sechziger Jahre schrieb er zahlreiche Sachbücher: über französische und russische Zeitgeschichte, über Karl Marx, die Résistance, die französischen Häftlinge in Buchenwald sowie über Ilse Koch, Die Bestie von Buchenwald. Pierre Durand erhielt mehrere militärische Orden und war Kommandeur der Ehrenlegion. Von 1982 bis 2001 war er Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos und bis zu seinem Tod am 6. Mai 2002 in Paris dessen Ehrenpräsident.

† Maurice Eyben

Maurice Guillaume Joseph Michel Eyben wurde am 22. August 1922 in Liege geboren und starb 2004. Sein Vater, der als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, lehnte sich 1940 gegen die deutsche Besetzung auf. Er lieferte Informationen an das zweite französische Büro, beteiligte sich am Service Baever Batton und arbeitete bei der geheimen Zeitung La Vgritd mit. Am 13. April 1942 wurde er in Liège von der Geheimen Feldpolizei festgenommen. Er starb am 15. April 1944 im Zuchthaus von Untermaßfeld (Thüringen).

Maurice Eyben fuhr im Mai 1940 mit dem Fahrrad nach Frankreich und schloß sich dem Centre de Recrutement de l’Arm6e Belge in Marseille an. Nach der französischen Kapitulation versuchte er vergeblich nach Nordafrika zu gelangen und kehrte im August nach Belgien zurück. Er arbeitete beim Service Sero mit und koordinierte die Auskünfte, die über den Eisenbahnverkehr in Liège ankamen. Um zu verhindern, daß Widerstandskämpfer gefaßt werden, fälschte er Listen, in der die Bevölkerung registriert war.

Am 20. April 1944 wurde Maurice Eyben in Liège von der GFP wegen Spionageverdacht festgenommen und in der Zitadelle inhaftiert. Nach mehrmaligen Verhören und Aufenthalten in den Gefängnissen von Anvers, St. Gilles und Köln kam er in das Zuchthaus Waldheim in Sachsen und am 5. März 1945 von dort über Leipzig ins KZ Buchenwald. Er erhielt die Häftlingsnummer 136431 und sollte im Außenlager S III Ohrdruf eingesetzt werden. Dazu kam es nicht mehr. Er war total abgemagert und litt an einer Lungenentzündung, auch die Wochen nach der Befreiung mußte er im Krankenhaus verbringen. Im Mai 1945 kehrte Maurice Eyben in einem Militärlastwagen nach Liège zurück.

Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen: Adjudant Agent de Renseignement et d’Action, Zertifikat des Service Field Marshal B.L. Montgomery, Medallie des belgischen und französischen Widerstands, Medaille der Kriegsfreiwilligen, Kriegsehrenkreuz, Ehrenkreuz der politischen Gefangenen, Offizier des l’Ordre de L6opold II, Offizier des l’Ordre de la Couronne. Maurice Eyben vertrat bis zu seinem Tod am 1. August 2004 die belgischen ehemaligen Häftlinge im IKBD.

† Erich Fein

Geboren am 25. Juni 1909 in Wien (Österreich). Goldschmiedgehilfe. KJVÖ, Funktionär. KPÖ. 13. März 1938 Verhaftung. z. April 1938 KZ Dachau, »Schutzhaft-Jude«. 23. September 1938 KZ Buchenwald. Nach 1945 Sekretär des österreichischen KZ-Verbandes. Langjähriger Vizepräsident des DÖW. Seit 1963 österreichischer Vertreter im IBK/IKBD.

† Myquerem Fuga

Myquerem Fuga
Myquerem Fuga wurde am 11. September 1921 in einem Ort bei Berat geboren. Im April 1939 beteiligte er sich an einer Manifestation gegen die Okkupation durch die italienischen Faschisten, seit 1941 nahm er aktiv am Widerstandkampf des albanischen Volkes teil, organisierte und leitete den Widerstand im Distrikt Berat. 1943 unterstützte er die Partisanengruppe seines Distrikt und wurde politischer Kommissar der 7. Partisanen-Brigade. Er kämpfte für die Freiheit Albaniens und in der Nationalen Front in Montenegro und Südbosnien. Im. Mai 1945 wurde er für seine Verdienste zum Chef der Sektion Politik in der 8. Partisanen-Division ernennt.

Nach der Befreiung übte Myquerem Fuga Tätigkeiten in Wirtschaft und Politik aus. 1946-1953 war er Vizepräsident der Plankommission, danach Präsident der Handelsvereinigung, Direktor des Wirtschaftsinstituts beim Ministerrat, Minister für Leichtindustrie und Ernährung sowie‘ Mitglied des Präsidiums des albanischen Parlaments. Er verfaßte Lehrbücher, Artikel und Referate zur Ökonomie und Politik und erhielt zahlreiche Orden und Medaillen.

Nach seiner Pensionierung war Myquerem Fuga von 1984-1991 Generalsekretär der Organisation der Veteranen des antifaschistischen Widerstandskampfes des albanischen Volkes, seit 1992 deren Vizepräsident. Myquerem Fuga war Mitglied des F.I.R. und seit 2001 bis zu seinem Tod am 25. April 2003 albanischer Vizepräsident im IKBD.

† Francisco Garcia-Badillo

Geboren am 9. März 1904  in Bilbao (Spanien). 6. August 1944 KZ Buchenwald. 1969-1983 spanischer Vertreter im IKBD.

† Henry Glineur

Geboren am 13. März 1899 in Roux (Belgien). Bergarbeiterfamilie. Bergmann. Mit-begründer der ersten kommunistischen Zelle in Charleroi. KPB. Widerstand gegen die deutsche Besatzung. 8. August 1942 Verhaftung, KZ Buchenwald. ILK. Repatriierung. Bis 1954 Belgischer Senat, Sekretär der wallonischen Parlamentariergruppe. 1947-195o Bürgermeister von Roux. 1963 Mitbegründer der maoistischen KPB. 1952-1978 belgischer Vertreter im IBK/IKBD.

† Jacques Grippa
Geboren am 3o. März 1913  in Grivegnee (Belgien). Parteiführung der KPB in Brüssel. Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Seit Juli 1943 Chef des nationalen Generalstabs der bewaffneten Partisanen. 9. Juli 1943 Verhaftung. Fort Breendonk, 8. Mai 1944 KZ Buchenwald. Kommunistischer Widerstand. 1963 Ausschluss aus der KPB. Mitbegründer der maoistischen KPB, bis 1967 Vorsitzender.
† Paul Grünewald

Geboren am 15. Januar 1912 in Frankfurt a. M. (Deutschland). Kaufmännische Lehre. ZdA, Leiter der Jugendgruppe. 193o SPD, SAP, KPD. 1934 Verhaftung. Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft. 1938 KZ Buchenwald. Arztschreiber. Nach 1945 Mitbegründer und Vorsitzender der VVN Hessen. Betriebsrat. Seit 1988 in der Leitung der LG Buchenwald-Dora. Seit 1957 westdeutscher Vertreter im IBK/IKBD.

† Louis Heracle

Geboren am 15. Februar 1908 in Paris (Frankreich). Widerstand gegen die deutsche Besatzung, Front Nationale. 22. Juli 1942 Verhaftung. 14. Mai 1944 KZ Buchenwald. BFAL. Nach der Repatriierung FNDIRP. AFBDK, Schatzmeister. 1964-1983 Schatzmeister des IKBD.

† Kvetoslav Innemann

Geboren am 29. Juni 1910 in Lom u Mostu (Tschechien). KPC. 1938 KZ Dachau. 1939 KZ Buchenwald. Kommandos Häftlingsbibliothek, Arbeitsstatistik. 1LK. Nach 1945 ZK der KPC. Verlagsdirektor. Seit 1963 tschechischer Vertreter im 113K/1K BD.

† Jan Izydorczyk

Geboren am 8. Juni 1909 in Kleinkenbach (?) (Polen). PPA. 1943 KZ Auschwitz. 1944 KZ Buchenwald. ILK. 1948-1964 ZK der PVAP. Abgeordneter des Sejm. Erster Botschafter Polens in der DDR. Seit 1963 polnischer Vertreter im IBK/IKBD.

† Nikolaj Jung

Geboren am 9. August 1917  in Sofino (Russland). Vater Schweizer, Mutter Russin. Lehrer. KPdSU. Rote Armee, Zugführer in der Festung Brest, Politoffizier einer Artillerie-Einheit. 5. Oktober 1941 Verwundung, deutsche Kriegsgefangenschaft. Ende Oktober 1941 Kriegsgefangenenlager Zeithain. Frühjahr 1942 Zwangsarbeit beim Steinkohleabbau in Belgien. 17. September 1943 KZ Buchenwald. ILK. Juli 1945 Repatriierung. Lehrer. It. März 1949 Verhaftung durch den NKWD. SKWW. 1970-1981 sowjetischer Vertreter im IKBD.

† Karl Dirnitrov Kandulkov

Karl Dimitrov Kandulkov wurde am 16. Juni 1920 in Sevlievo (Bulgarien) als Sohn eines Schneiders geboren. Seit 1939 besuchte er die Technische Mittelschule in Sofia, arbeitete als Techniker und studierte seit 1942 Architektur an der Technischen Hochschule Dresden. Dort gründete er 1943 eine illegale Studentengruppe. Mit 19 weiteren Kommilitonen wurde er am 16. November 1944 verhaftet und in das Polizeigefängnis Radeberg eingeliefert, von dort kam er Ende Februar 1945 als politischer Häftling ins KZ Buchenwald. Er erhielt die Häftlingsnummer 136167, wurde zunächst im Kleinen Lager, Block 58, danach im Hauptlager, Block 45, untergebracht; Arbeit im Steinbruchkommando. Nach der Befreiung setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule Dresden fort und kehrte nach dem Diplom (1946) nach Bulgarien zurück. Dort war er als Architekt tätig. Karl Dimitrov Kandulkov vertrat bis 1995 die bulgarischen ehemaligen Häftlinge im IKBD.

† Edward Kierski (Kiwala)

Edward Benedykt Kierski (Kiwala) wurde 1924 in Lemberg (Lw6w) geboren und starb am 14.11.2008.

1941 schloß er sich der Polnische Untergrundarmee an und wurde im Juni 1943 von der Gestapo verhaftet. Aus Auschwitz-Birkenau überstellte ihn die SS ins KZ Buchenwald, wo er am 23. Oktober 1943 mit den Berufsangaben Schlosser und Musiker registriert wurde. Er mußte im Gustloffwerk II arbeiten und Steuerinstrumente für die V1 und V2 herstellen. Dort beteiligte er sich an Sabotageakten. Er war auch von den medizinischen Experimenten, die die SS im KZ Buchenwald durchführte, betroffen.

Nach der Befreiung durch die Amerikaner im April 1945 kehrte Edward Kierski nach Polen zurück und studierte in Warszawa Ökonomie. Danach arbeitete er in der Internationalen Organisation für Standardisierung. Er beförderte die Lionsbewegung in Polen und ist Präsident des ersten Lionsclubs Warszawa-Centrum.

Edward Kierski wurde mit dem Orden der Polnischen Untergrundarmee, dem Offiziersorden des polnischen Widerstands und der Auswitzmedaille ausgezeichnet. Seit 1996 war er Vertreter der polnischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

† Gerhard Kirchgatter

Geboren am 19. März 1909 in Berlin (Deutschland). Vater Stadtinspektor. Volks-und Fachschule. Maschinenschlosser. Christliche Pfadfinder. 1928 DMV. 193o KPD, Einheitsverband der Metallarbeiter Berlins. Widerstand, Mitarbeiter des technischen Apparats der Roten Hilfe. 28. Juli 1936 Verhaftung. 11. Februar 1937 Verurteilung zu zwei Jahren Zuchthaus. Zuchthaus Brandenburg-Görden. September 1938 KZ Buchenwald. Arbeitskommandos Schlosserei, Geldverwaltung. Nach 1945 Sekretär im Generalsekretariat der VVN. Seit 15. August 1947 Sekretär des BWK. Gütekontrolleur im VEB Transformatorenwerk Berlin-Oberschöneweide.

† László Kroó

László Kroó wurde am 7. Juli 1921 in Homonna (heute Slowakei) geboren und wuchs in Ungvar (Usgorod), einer kleinen Stadt in den Karpaten, auf. Während der Wirtschaftskrise 1929-1933 geriet die Familie in Armut.
Als Gymnasiast schloß sich László Kroó den Kämpfern gegen Ungerechtigkeit, Armut und das totalitäre Regime an. Mit 19 Jahren, kurz nach seiner Matura, wurde er wegen der Teilnahme im Kampf für die demokratische Entwicklung in den Karpaten verhaftet und war fünf Jahren in verschiedenen Straflagern inhaftiert. Nach der Besetzung Ungarns kam er am 19. März 1944 frei, wurde aber bald wieder festgenommen und nach Buchenwald verschleppt. Am 24. Mai 1944 kam er mit einem Transport im KZ Buchenwald an und wurde in die Gruppe der politischen Widerstandskämpfer aufgenommen. Er arbeitete im Baukommando-I. Darüber hinaus kümmerte er sich um die Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Buchenwald.

Nach der Befreiung im April 1945 kehrte László Kroó nach Ungarn zurück. Von 1945 bis 1975 lebte und arbeitete er wieder in Ungvar als Journalist und Schriftsteller. Mehrere seiner Bücher erschienen in ungarischer und russischer Sprache, unter anderem die Autobiographie Unter den Karpaten und der Roman Buchenwald, meine Wiege und mein Grab. Seit 1975 lebte er in Budapest. László Kroó war bis zu seinem Tode am 15. Mai 1998 Vertreter der ungarische ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

† Kurt Köhler

Geboren am 11. Mai 1911 in Chemnitz (Deutschland). Schriftsetzer. 1925 SAJ. 1928 KJVD. 1929 RFB. 1930 KPD. Nach 1933 Schutzhaft, Verurteilung. Zuchthaus Zwickau. KZ Sachsenburg. 1938 KZ Buchenwald, Arbeitskommando Häftlingskrankenbau. Kommunistischer Widerstand. 1945 Deutsche Volkspolizei. 1949 Ministerium des Innern der DDR, mitverantwortlich für Strafvollzug. 1957 MfS, Oberst, Bezirksverwaltung Erfurt, Leiter der Abteilung XV (HVA). Mitglied der Zentralleitung des KdAW. Vorsitzender der LAG Buchenwald. Seit 1975 DDR-Vertreter im IKBD..

† Harry Kuhn

Geboren am 4. Juli 1900 in Leipzig (Deutschland). Schneiderfamilie. Schneider. 1915 SAJ, Schneidergewerkschaft. 1918 Mitbegründer FSJ. 1921 KJVD, Mitglied des ZK. 1923 KPD. 1927-1933 Redakteur von Parteizeitungen, zeitweise Arbeitslosigkeit. Juni 1933 Verhaftung, Zuchthaus. 1936-1939 Widerstand in Leipzig. Verhaftung der gesamten Familie. Mit Vater und Bruder KZ Buchenwald. 1939 konspirative KPD-Leitung, 1943 mit Walter Bartel und Ernst Busse. Leiter des Abwehrapparates. ILK. 1945 Bezirksleiter der KPD in Leipzig. 1945-1948 führende Positionen in der Zentralverwaltung Arbeit und Sozialfürsorge der SBZ. 1948/49 Parteihochschule der SED. Generalsekretär der VVN. 1951 Verlust aller Leitungsfunktionen. 1951-1953 Redakteur in der Sozialversicherung. 1954-1962 Zentralvorstand der Gewerkschaft Wissenschaft, Sekretär für nationale und internationale Arbeit. 1962-1971 MfAA, Cheflektor des Bulletins Außenpolitische Korrespondenz. 1957 Vaterländischer Verdienstorden, 1970 Karl-Marx-Orden. Seit 1963 DDR-Vertreter im IBK/IKBD.

† Milivoj Lalin

Milivoj Lalin wurde am 30. Januar 1925 in Kotor (Kroatien) geboren und starb 2012. Als Gymnasiast war er im SKOJ (Bund der kommunistischen Jugend Jugoslawiens) organisiert und nahm an Demonstrationen der Mittelschuljugend gegen die Ausstellung der Zeugnisse in italienischer Sprache teil.

Am 16. Juni 1942 verhafteten ihn die Italiener wegen illegaler Widerstandsarbeit und verurteilten ihn zu langjähriger Haft, die er bis September 1943 in verschiedenen italienischen Gefängnissen (Capo d’Istria, Trieste und Perugia) absaß. Im Oktober 1943 wurde er über Dachau ins KZ Buchenwald deportiert. Er war Mitglied des Lagerjugendkomitees (jugoslawisches Komitee) und gehörte der illegalen Widerstandsgruppe an. Nach der Bombardierung Buchenwalds wurde er am 12. September 1944 in das Außenlager Halberstadt geschickt. Dort blieb er bis zur Evakuierung am 8. April 1945.

Im befreiten KZ Buchenwald arbeitete Milivoj Lalin mit Rudi Supek an der Ausgabe der jugoslawischen Zeitung Unsere Stimme. Er kehrte im August 1945 nach Split zurück und studierte an der Pädagogischen Hochschule. Nach dem Militärdienst war er als Berichterstatter der Staatsagentur TANJUG tätig.

Seit 1952 arbeitete er als Lehrer und von 1959-1991 als Schulleiter sowie in der politischen und gesellschaftlichen Bildung. Er war Gewerkschaftsführer in Split, Kroatien und im Bundesausschuß Jugoslawiens, Abgesandter im Parlament der Sozialistischer Republik Kroatien. 1983 gründete er die Gesellschaft der jugoslawisch-französischen Freundschaft und war deren Vorsitzender. Im Jahr 1965 stellte er die kulturelle und See-Schiffahrtsverbindung zwischen Split (Kroatien) und Pescara (Italien) her, gründete und redigierte mehrere Zeitschriften, verfaßte Beiträge und arbeitete an mehreren Büchern mit, darunter Buchenwald – Zbornik (Sammelband, Ausgabe Ljubljana, 1983), Otpor u zicama (Widerstand im Drahtzaun), Istina o Buchenwaldu (Wahrheit über Buchenwald, Ausgabe Zagreb 1978) und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

Er vertrat seit 1967 die Vereinigung der Häftlinge von Buchenwald in allen Republiken des früheren Jugoslawiens und war Vizepräsident des IKBD für Jugoslawien, seit 1992 vertrat er Kroatien.

† Andre Leroy

Geboren am 16. Januar 1913 in Montreuil-sous-Bois (Frankreich). 1938 Nationalsekretär der JC. Widerstand gegen die deutsche Besatzung. 12.. Mai 1942 Verhaftung. Mehrere Haftanstalten. 14. Mai 1944 KZ Buchenwald. BFAL, Leiter mit Marcel Paul und Jean Lloubes. 1946-1948 Generalsekretär der UJRF. ZK der KPF. FNDIRP, Gründungsmitglied und leitende Funktionen. 1951-1962 Generalsekretär der FIR. Direktion der UFAC. Präsident der Amicale francaise Buchenwald Dora er Kommandos. U.a. Kriegskreuz 1939-1945, Ritter der Ehrenlegion. Seit 1957 französischer Vertreter im IBK/IKBD.

† Jean Lloubes

Geboren am 25. August 1909 in Morbihan (Frankreich). 1933 KPF. November 1940 Inhaftierung. 8. Juli 1941 Flucht. Widerstand gegen die deutsche Besatzung, Regionalchef der Front National für Nordparis, März 1942 Stellvertreter Jean Laffittes. Leiter von KPF-Organisation und Widerstand in der Region Ile-de-France. 14. Mai 1942 Verhaftung. Mehrere Haftanstalten. April 1944 Compiegne, 12. Mai 1944 KZ Buchenwald. Leitende Funktionen in CIF und BFAL. Seit 1945 Generalsekretär der AFBDK. Seit 1973 französischer Vertreter im IKBD.

† Reinhold Lochmann

Reinhold Lochmann wurde am 5. Februar 1914 als zweites Kind des Töpfers Bruno Lochmann in Dresden geboren und starb am 26.07.2008 und starb 2008. Sein Vater war schon in den zwanziger Jahren Funktionär der USPD und der KPD. Als er 1923/24 verhaftet wurde, schickte die Internationale Arbeiterhilfe den Jungen für ein Vierteljahr zu Pflegeeltern in die Schweiz. Dort lernte er das Leben in einer kommunistischen Kindergruppe kennen. 1924 trat er in Deutschland einer solchen Gruppe bei, die von Karl Barthel, den er später im KZ Buchenwald wieder treffen sollte, geleitet wurde. Danach wurde er Mitglied im kommunistischen Jugendverband. 1928 begann er eine Lehre als Mechaniker und war Mitglied im Arbeiter-Radio-Bund. Als Neunzehnjähriger wurde Reinhold Lochmann im April 1933 zum ersten Mal verhaftet, in einer SA-Kaserne misshandelt und danach in das Schutzhaftlager Hohnstein überführt. Nach seiner Entlassung im Dezember 1933 setzte er seine illegale Tätigkeit fort, wurde im Februar 1935 durch die Gestapo festgenommen und wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 3 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. Nach Ablauf der Strafzeit im Zuchthaus Zwickau und im Emslandlager überstellte ihn die Gestapo am 28. Juli 1938 in das KZ Buchenwald. Er kam ins Elektrikerkommando und ab 1939 in die Radiowerkstatt, wo er im Auftrag der Widerstandsorganisation Nachrichten deutschsprachiger Sender abhörte.

Am 15. Mai 1945 verließ Reinhold Lochmann das befreite KZ. Bis 1946 war er Bürgermeister in Waldheim, 1947-1949 Lehrer an einer Kreisparteischule. Seit 1947 war er Mitglied der VVN und am Aufbau der nationalen Lagergemeinschaft beteiligt. 1961 zog er nach Berlin um, wurde dort in die Leitungsarbeit der Lagerarbeitsgemeinschaft einbezogen. Seit den siebziger Jahren berichtete er häufig in Schulen und Organisationen über den antifaschistischen Kampf während der NS-Zeit und im Lager. Er setzte sich für den Aufbau der Gedenkstätte Buchenwald ein, machte Führungen und sprach bei Lehrerkursen.

Von 1989-1995 war Reinhold Lochmann Vorsitzender der LAG für das Gebiet der DDR. Seit 1979 nahm er an den Tagungen des IKBD teil und wurde Mitte der neunziger Jahre Vizepräsident. Seit 1986 DDR- bzw. deutscher Vertreter im IKBD.

 

† Georgi Karl Loik

Georgi Karl Loik wurde am 17. November 1919 in Aleschki, Gouvernement Tauria (Rußland), geboren und starb am 22.02.2009. Er besuchte das russische Humanistische Gymnasium in Tallin, das er 1937 beendete. 1936 nahm er an der XI. Olympiade in Berlin (Olympia-Ausweis No. 03714) als Vertreter der Jugend Estlands teil. Von 1937-1939 studierte er am Polytechnischen Institut der russischen‘ Akademie in Estland, einer Filiale der Prager Polytechnischen Universität, und trat dann in den Dienst der Estnischer Armee, Stab der 4. Division, Abteilung Topographie. Im Oktober 1940 wurden Estnische Armee und Rote Armee vereinigt. Im Juli 1941 wurde Georgi Loik verwundet und gefangengenommen. Als Kriegsgefangener schloß er sich der Widerstandsbewegung an und war bis Oktober 1941 Konsultant beim Leiter der Ostrower Widerstandsgruppe. Im Dezember 1942 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.

Am 27. Februar 1943 wurde Georgi Loik in Haapsalu verhaftet und von der Politischen Polizei Estlands zu 5 Jahren KZ-Haft verurteilt. Grund: Politischer Gegner, Tätigkeit gegen das deutsche Okkupations-Regime. Nach der Haft in den KZ Haapsalu, Tallinn (Reval) und Stutthof kam er ins KZ Buchenwald, Block 38, anschließend nach Mittelbau-Dora (Häftlingsnummer 56101) und von dort nach Neuengamme, Außenlager Hohwacht. Am 5. Mai 1945 wurde er in Kiel befreit.

Nach der Befreiung war Georgi Loik Repräsentant der Militärischen Verwaltung der Sowjetarmee (Stab in Paris), bis August 1945 Leiter der Repatriierungslager für UdSSR-Bürger, Stadt Neumünster, Departement Nr. 819 der 2. Englischen Armeegruppe und kehrte dann in seine Heimat zurück. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Von 1946-1949 studierte er am Institut für Kunst und Gewerbe und war danach in Tallin als Designer tätig.

1963 gründete Georgi Loik in Estland die Vereinigung ehemaliger KZ-Häftlinge und war deren Vorsitzender. Er arbeitet an einer Dokumentation über die Okkupationszeit 1941-1945 Lebende und Tote. Im IKBD vertrat er seit 1992 die ehemaligen Häftlinge Estlands.

† Henri Frédéric Manhès

Geboren am 9. Juni 1889 in Etampes (Fankreich). Eltern Uhrmacher. 1910-1912 Militärdienst. Tätigkeiten im Verlagswesen. 1914 bis März 1918 Erster Weltkrieg, mehrere Verwundungen. Leitende Tätigkeiten im Verlagswesen, Messageries Hachette und Tallandier. U.a. Mitglied der rechtsextremen Croix-de-Feu (Feuerkreuzler). 1936 Luftfahrtministerium. Seit Juli 1936 Berichterstattung vom ‚panischen Bürgerkrieg. Radikalsozialisten. November 1937 Luftwaffe, Major. r. August 1940 Demobilisierung. Widerstand gegen die deutsche Besatzung, u. a. Forces frafflises libres (Freie Französische Streitkräfte) als Colonel Frederic. Seit Mai 1942 Vertreter Jean Moulins in der französischen Nordzone. Januar 1943 Treffen mit Charles de Gaulle in London. 3. März 1943 Verhaftung durch eine französische Spezialeinheit, Auslieferung an den SD. 3. November 1943 Todesurteil, Vollstreckung abgewendet. Compiegne, 24. Januar 1944 KZ Buchenwald. Kleines Lager. Enger Kontakt zur KPF-Organisation, Präsident des CIF. 18. April 1945 Rückkehr nach Paris. I. Juli 1945 Mitbegründer der Amicale des anciens deportes de Buchenwald, Herausgeber des monatlichen Bulletins. Oktober 1945 Mitbegründer der FNDIRP, Präsident. Stellvertretender Chef des persönlichen Stabes des Ministers für Industrieproduktion, Marcel Paul. 1947 Ehrenpräsident der FIAPP. 1951 Präsident der FIR. U.a. Kriegskreuz 1914-1918 und 1939-1945, Kommandeur der Ehrenlegion, Ehrenbürger der Stadt Weimar.

† Miloslav Moulis

Miloslav Moulis wurde am 30. April 1921 in Prag als Sohn eines Juristen geboren und starb 2010. Er wuchs seit 1923 in Pilsen auf, wo er das Realgymnasium besuchte. 1938 trat er der Sozialdemokratischen Jugend bei. Nach der Okkupation der Tschechoslowakei am 15. März 1939 wurde er Mitglied der illegalen Organisation Nationale Bewegung der werktätigen Jugend.

Am 29. Mai 1940 wurde Miloslav Moulis von der Gestapo verhaftet und nach harten Verhören in das Zuchthaus Ebrach gebracht. Im März 1941 verurteilte ihn der Volksgerichtshof zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus. Im Zuchthaus Amberg nahm er an einer illegalen Flugblattaktion teil und wurde mit drei Wochen Arrest und sechs Monaten Einzelhaft bestraft.

Nach seiner Entlassung am 24. Dezember 1942 arbeitete er in Pilsen als Telegrafist bis ihn die Gestapo im März 1943 wieder verhaftete und über Theresienstadt nach Auschwitz deportierte. Von dort kam er am 18. August 1943 mit anderen tschechischen Häftlingen nach Buchenwald, Block 33, arbeitete in der Desinfektion, dann im Gustloffwerk (Transportkolonne) und war Mitglied der illegalen Jugendgruppe. Von November 1944 bis zur Befreiung war er mit anderen politischen Häftlingen in der Schreibstube beschäftigt. Am 11. April 1945 nahm er an der Befreiungsaktion teil.

Am 6. Mai 1945 kehrte Miloslav Moulisnach Pilsen zurück – sein Vater war als Hochverräter am 6. Oktober 1943 in Stuttgart hingerichtet worden. Er studierte Jura an der Universität in Prag, war als Redakteur, 1967-1969 als Historiker in der Kanzlei des Präsidenten Ludvik Svoboda beschäftigt. Seit 1972 arbeitete er als Redakteur der Zeitungen Hlas revoluce und Narodni Osvobozeni. 1998 und 1999 war er Pressechef des Vorsitzenden des Verbandes der Kämpfer für Freiheit Jakub Čermín. Seit 1957 veröffentlichte Miloslav Moulis mehrere Bücher, u.a.: Das war Buchenwald, Niemand darf es vergessen, Die unsichtbare Front, Die Widerstandsorganisationen in den Konzentrationslagern. Seine Memoiren erscheinen in Kürze. Er ist Mitglied des tschechischen Schriftstellerverbandes.

Seit 1974 ist Miloslav Moulis Mitglied des Comitee International Buchenwald-Dora, seit 1998 Mitglied des Häftlingsbeirats KZ Buchenwald und Vorsitzender der tschechischen Gruppe der ehemaligen Häftlinge von Buchenwald im IKBD.  Seit 1974 tschechoslowakischer bzw. tschechischer Vertreter im IKBD.

† Petru Mureşan

Am 12. Februar 1917 wurde Petru Mureşan in Corbu (Rumänien) geboren. Von 1935 bis 1941 nahm er am antifaschistischen Widerstandskampf seines Landes teil. 1941 wurde er verhaftet und war bis 1944 als politischer Häftling in acht ungarischen Gefängnissen inhaftiert. Im November 1944 kam er ins KZ Dachau, von dort im Dezember 1944 nach Buchenwald.

Nach der Befreiung kehrte Petru Mureşan nach Rumänien zurück und wurde Arzt an der Medizinischen Fakultät in Cluj-Napoca, 1947 war .er Spezialist für Innere und Chirurgische Medizin in Bukarest, 1949 Assistent am Lehrstuhl für Biostatistik der Universität in Bukarest, 1953 Oberarzt. 1956 promovierte er zum Dr. med. Er war von 1948-1979 Direktor im Gesundheitsministerium und im Gesundheitsstatistik-Zentrum, 1965-1985 für die Welt Gesundheits-Organisation tätig und von 1980-2000 Oberarzt im Gesundheitsstatistik-Zentrum.

Neben seiner beruflichen Arbeit war und ist Petru Mure5an Herausgeber der Zeitschrift Memento Buchenwald – Romania, Präsident des Assoziation Memento Buchenwald – Romania und seit 1984 Vertreter der rumänischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

† Arthur Joseph Neve

Arthur Joseph Neve wurde am 6. Juni 1922 in Terneuzen in den Niederlanden geboren. 1941 nahm er Kontakt zu einer Widerstandsgruppe im Süden der Niederlande auf, die u. a. alliierte Piloten nach Belgien überführte. Da er in der Nähe der Grenze wohnte und mit allen örtlichen Gegebenheiten sehr gut vertraut war, konnte er diese Aufgabe ohne große Schwierigkeiten erfüllen. Während des Winters 1942/43 löste sich diese Gruppe vermutlich aufgrund eines Verrates auf. Mit zwei Mitgliedern der Gruppe ging er nach Frankreich, um dort mit der Organisation Maquis Kontakt aufzunehmen. Als es in der Gegend von Brives nicht gelang, mit den Maquisards in Verbindung zu treten, beschlossen sie, über Spanien und Portugal nach England zu gehen.

In den Pyrenäen, zwischen Mauleon und Saint Jean de Pied Fort, wurde Arthur Joseph Neve mit seinen Kameraden verhaftet und zur Gestapo nach Pau gebracht, anschließend in das Gefängnis von Forte du Hä in Bordeaux und von dort im März 1943 nach Compiegne überführt. Am 26 Juni 1943 kam er von Compiegne nach Buchenwald (Häftlingsnummer 14339), wo er bis zur Befreiung am 11. April 1945 blieb.

Arthur Joseph Neve ist seit 2000 Vertreter der niederländischen ehemaligen Häftlinge des KZ Buchenwald im IKBD.

† Milan Filip New

Milan Filipeie wurde am 3. August 1920 in Maribor (Slowenien) geboren. Als dieser Teil Sloweniens von drei Staaten (Deutschland, Italien und Ungarn) okkupiert worden war, ging Milan Filipeie aus der deutschen Okkupationszone in die italienische, nach Ljubljana, wo am 27. April 1941 die Befreiungsfront gegründet wurde. Er schloß sich der Widerstandsbewegung an und wurde aktives Mitglied der Befreiungsfront.

Im Juli 1942 verhafteten ihn die Italiener und brachten ihn in ein italienisches Konzentrationslager. Nach der Kapitulation Italiens kehrte er nach Ljubljana zurück. Er wurde verraten und der Gestapo übergeben, die ihn am 18. November 1943 ins Konzentrationslager Dachau deportierte. Von dort schickte ihn die SS nach Buchenwald und Ende Dezember nach Dora, wo er bis zur Evakuierung am 5. April 1945 blieb. In Dora gehörte Milan Filipeie zum Kommando Scherer, war im Stollen untergebracht und ab Frühjahr 1944 in der Baracke 104.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat übernahm er eine Arbeit im umstrittenen Gebiet zwischen Jugoslawien und Italien, war Lehrer und Schulinspektor, seit 1946 Redakteur beim Wochenblatt Primorska borba (Küstenlandkampf). Nach dem Anschluß der Zone B an Jugoslawien ging er 1948 nach Ljubljana, wo er als Redakteur verschiedener Zeitungen beschäftigt war. Im Oktober 1952 übernahm er in Maribor die Redaktionsleitung der Tageszeitung Vejer (Abend), wo er bis zur Pensionierung 1973 beschäftigt war.

Milan Filipeie war Abgeordneter im Parlament der Republik Slowenien, Mitglied des Ausschusses SZDL OF (Sozialistischer Verein des arbeitenden Volkes der Widerstandsbewegung) und wurde mit dem Journalistenpreis Tone Tomgie ausgezeichnet. In den Jahren 1980, 1981 und 1983 redigierte er 3 Ausgaben der Bücher Bili so uporni (Sie waren widerständisch). Er arbeitete u. a, an den Sanunelbänden über Buchenwald (1983) und über Mittelbau-Dora (1989) mit und erhielt dafür den Preis des Widerstandes des slowenischen Volkes.

Als Vertreter der Föderativen sozialistischen Republik Jugoslawien war Milan Filipeie Mitglied des Comit6 international Buchenwald-Dora, danach als Vertreter Sloweniens Mitglied des CIB-D und des Comit6 Europ6en Dora, Ellrich, Harzungen & Kommandos in der Federation, des IKBD sowie der nationalen Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora. Milan Filipeie starb am 10. Januar 2003.

† László November

László November wurde am 10. April 1918 in Budapest geboren. Er war Lagerarbeiter, später Facharbeiter in der Papierindustrie. 1938 emigrierte er nach Frankreich. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zur. französischen Armee und nach 1940, als er mit der Arbeiterbewegung in Kontakt gekommen war, lebte er in der Illegalität. Seit 1943 gehörte er mit seiner Frau der bewaffneten Widerstandsgruppe von Imre Békés-Glasz an.

Am 17. November 1943 wurde László November mit seiner Frau von der Gestapo verhaftet und ins Zuchthaus von Fresnes verschleppt, danach in das Internierungslager Compiegne. Er wurde im Prozess der sogenannten Dreiundzwanzig verurteilt und nach Buchenwald deportiert. Hier hatte er Verbindung zur französischen, später der ungarischen illegalen Widerstandsorganisation.

Im Oktober 1945 kehrte László November nach Budapest zurück und nahm mit der Partei Kontakt auf. Nachdem er 1951 das Ökonomiestudium absolviert hatte, wurde er Leiter der Papierfabrik Hungaria, später Generaldirektor des Zentrums der Papierindustrie. Seit 1958 arbeitete er im Außenhandelsministerium, wurde dann Handelsrat in Griechenland, in der Türkei und in Albanien. 1979 ging er in den Ruhestand.

László November war Mitglied des Verbandes der Ungarischen Widerstandskämpfer und Antifaschisten, Leiter des Komitees der Verfolgten des Naziregimes sowie Vertreter Ungarns im IKBD. Im Juli 1991 ist László November verstorben, Bis zu seinem Tod leitete er das Komitee und hatte sehr gute Kontakte zu den Überlebenden in Ungarn und auch zu den internationalen Organisationen der Widerstandskämpfer. Damit hat er viel dazu beigetragen, daß auch die ungarischen Deportierten an der Wiedergutmachung teilhaben.

† Marcel Paul

Marcel Paul (* 12. Juli 1900 in Paris; † 11. November 1982 in L’Île-Saint-Denis) war ein französischer Politiker (PCF).

Kindheit in ländlichen Pflegefamilien. Hirte, Landarbeiter, Elektrikerlehre. 1915 Jeunes Socialistes (Junge Sozialisten). 1919-1922 Marine. Seit 1923 KPF und CGTU, Leitungsfunktionen. Marcel Paul war Generalsekretär der Confédération Générale du Travail. Beteiligung am Anschlag auf den Zug Hermann Görings im Wald von Chantilly. Am 13. November 1941 wurde er im deutsch besetzten Frankreich gefangengenommen und in Saint-Denis gefoltert. Er floh und trat der französischen Widerstandsbewegung Résistance bei. Februar 1944 Compiegne, April/Mai 1944 KZ Auschwitz, 14. Mai 1944 KZ Buchenwald. Leiter der konspirativen KPF-Organisation, Generalsekretär des CIF, Leiter der BFAL mit Andre Leroy und Jean Lloubes, französischer Vertreter im ILK. Im April 1945 nahm er an dem Aufstand in dem Lager teil, der bei Annäherung der US-Armee zur Selbstbefreiung des Lagers führte.

18. April 1945 Rückkehr nach Paris. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er 1945/46 Industrieminister in der Regierung von Charles de Gaulle. Am 8. April 1946 stimmte er für die Verstaatlichung von Strom und Gas und gründete die Électricité de France und Gaz de France.  Minister für Industrieproduktion der ersten drei französischen Nachkriegsregierungen. 1945-1964 Mitglied des ZK der KPF. 1946-1982 führende Positionen in der CGT der Energie-Industrie. 1. Juli 1945 Mitbegründer der Amicale des anciens deportes de Buchenwald, Oktober 1945 der FNDIRP. Führende Positionen in FIAPP und HR. U.a. 1979 Ritter, 1982 Offizier der Ehrenlegion.

Seit 1952 bis 1982 war Paul gewählter Präsident des Internationalen Buchenwald-Komitees (IBK/IKBD). Bis 1948 war er stellvertretender Vorsitzender der Parti communiste français. Von 1945 bis 1964 war er Mitglied im Zentralkomitee.

† John Ranz

John Ranz wurde am 5. August 1920 in Lodz als Sohn eines Angestellten in eine jüdische Familie geboren. Schon früh sympathisierte er mit der sozialistischen Arbeiterbewegung und engagierte sich im Widerstand gegen die Nazis. Nachdem er verschiedene Lager im Osten erlebt hatte, wurde er am 10. Februar 1945 mit einem Transport aus Groß-Rosen in das KZ Buchenwald eingeliefert und unter der Nummer 125926, Beruf Elektromechaniker, registriert. John Ranz ging 1950 in die USA. Aus seiner Erfahrung des Holocaust setzt er sich mit einer Gruppe Gleichgesinnter für die Erinnerung gegenwärtiger Menschheitsverbrechen ein. 1980 gehörte zu den Mitbegründern der Holocaust Survivors Association. In seinem Haus hat er dafür ein Büro mit Bibliothek eingerichtet. John Ranz engagiert sich in der Friedensbewegung, nimmt in öffentlichen Diskussionen zu Politik und Menschenrechtsfragen Stellung. Im IKBD ist er Vertreter der USA.

Von John Ranz liegen noch keine autobiographischen Notizen vor. Angaben nach einem Zeitungsartikel von 1996.

† Willi Schmid

Am 26. Juli 1911 wurde Willy Schmidt in Duisburg geboren. Seine Eltern gehörten der SPD an, sein Vater, ein gelernter Elektromonteur, war SPD- und Gewerkschaftsfunktionär, Betriebsratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der Metallgesellschaft. Wegen seiner politischen Einstellung wurde er 1933 entlassen und verhaftet. Willy Schmidt lernte Setzer und Buchdrucker und studierte in Abendkursen an der Essener Folkwangschule Grafik. Er war Mitglied und Funktionär der SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend), der Jungsozialisten, der SPD, der Naturfreunde und des Arbeitersportbundes sowie ehrenamtlicher Jugendleiter der Gewerkschaft Druck. Das führte dazu, daß er im Juli 1932 von seinem Arbeitgeber DEMAG AG-DUISBURG entlassen wurde. Im Oktober 1932 trat er der KPD bei.

 

Aufgrund seiner illegalen Arbeit gegen den Faschismus wurde Willy Schmidt im März 1934 verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Anschließend kam er ins KZ Lichtenburg und von dort nach Buchenwald. Er gehörte der illegalen politischen und militärischen internationalen Widerstandsorganisation an und war am 11. April 1945 an der Befreiungsaktion der Häftlinge beteiligt. Im Mai 1945 kehrte Willy Schmidt nach Duisburg zurück und arbeitete am Aufbau der Einheitsgewerkschaft und der KPD mit, war ab März 1946 Hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär IG Metall Duisburg, 1946/47 Vorsitzender des Entnazifizierungsausschusses Duisburg, 1954-1958 Mitglied der Bezirksleitung der IG Metall Köln, 1958-1977 Vorstandssekretär der IG Metall. Heute ist er Vorsitzender des Seniorenausschusses der IG Metall und des DGB Frankfurt und Mitglied des DGB-Kreisvorstandes. Seit 1952 war Willy Schmidt wieder Mitglied der SPD, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der VVN – Bund der Antifaschisten und ist Mitglied des Bundesausschusses der VVN. Er gehörte dem IKBD an und war Beiratsmitglied der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie Redakteur des Mitteilungsblatts Die Glocke vom Ettersberg. Am 23. September 2003 verstarb Willy Schmidt in Frankfurt a. M.

† Robert Siewert

Geboren am 30. Dezember 1887 in Schwersenz (Deutschland). Vater Zimmermann. Maurer. 1906 SPD. 1908-1915 Schweiz, Mitglied des Internationalen Arbeitervereins »Eintracht«. 1913/14 Sekretär des schweizerischen Bauarbeiterverbandes in Genf. April 1915 Verhaftung, Ausweisung nach Deutschland. Soldat an die Ostfront. Spartakusgruppe, 1918/19 Soldatenrat. 1919 KPD. 1921-1929 Abgeordneter im Sächsischen Landtag. 1924/25 Leiter der Vereinigung Internationaler Verlagsanstalten (VIVA). 1926 Redakteur bei der Zeitschrift Einheit. Ende 1928 Funktionsenthebung, 14. Januar 1929 KPD-Ausschluss. KPO. 1929/30 Maurer und Fliesenleger. 1931 Geschäftsführer des Leipziger Verlages Arbeiterpolitik. Nach 1933 Illegale Reichsleitung der KPO. 8. April 1935 Verhaftung. Verurteilung zu drei Jahren Zuchthaus. September 1938 KZ Buchenwald. KPD-Organisation. Nach 1945 KPD/SED. t. Vizepräsident der Provinzialverwaltung Sachsen-Anhalt, Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt. Mitbegründer des BWK. U. a. SED-Landesvorstand, ab 1949 Kleines Sekretariat der Landesleitung Sachsen-Anhalt. April 1950 degradiert, bis 1967 Ministerium für Bauwesen. 1965 Karl-Marx-Orden. 1957-1964 DDR-Vertreter im IBK/IKBD.

† Henryk Sokolak alias Mikołajczyk

Geboren am 16. Dezember1921  in Goraj, Polen. 1939 deutsche Kriegsgefangenschaft. 1940 KZ Buchenwald. Arbeitskommandos Polenschule, Häftlingskrankenbau. Kommunistischer Widerstand, ILK. Nach 1945 Änderung des Nachnamens in Sokolak. Bis November 1974 leitende Funktionen in polnischen Staatssicherheitsorganen. Ende der 1970er Jahre polnischer Botschafter in Tunesien. Seit 1963 polnischer Vertreter im IBK/IKBD.

† Petr Iwanowitsch Stoba

Petr Iwanowitsch Stoba wurde am 20. Februar 1920 geboren. Bei Kriegsbeginn war er Leutnant und kommandierte eine Schützenkompagnie. Er wurde dreimal verwundet. Nach seiner Gefangennahme wurde er zum Tode verurteilt und schließlich in das KZ Stutthof eingeliefert. Von dort kam er am nach Buchenwald, wo er an der Befreiung des Lagers am 11. April 1945 beteiligt war. Invalide des Großen Vaterländischen Kriegs; Präsident des Verbandes der Kriegsinvaliden in Belarus. Von 1994-2000 war Petr Iwanowitsch Stoba Vertreter Belarus im IKBD.

† Rudi Supek

Geboren am 8. April 1913 in Zagreb. Vater Schornsteinfeger. Studium der Philosophie, Kultur- und Kunstgeschichte. 1933 ZK der KPJ. 1939 Psychologiestudium in Paris. 3o. April 1942 Verhaftung durch die französische Polizei. Mai 1943 Übergabe an die Gestapo. Compiegne, Januar 1944 KZ Buchenwald. ILK. 1946 Rückkehr nach Paris. 1947-195o Redakteur der Zeitung Nova Jugoslavija (Neues Jugoslawien). Sommer 1950 Rückkehr nach Zagreb. Dozent für Psychologie. 1952 Promotion. Mitbegründer und Herausgeber der Zeitschrift Pogledi (Ansichten), 1954 verboten. 1955 Habilitation. 1957 zeitweise Ausschluss von der Universität. 1958 Institut für Gesellschaftswissenschaften in Belgrad. 1963 Mitbegründer und -verantwortlicher der Sommerschulen der Praxis-Gruppe auf der Insel Koreula, 1964 der Zeitschrift Praxis. 1989 Offizier der französischen Ehrenlegion. 1957-1965 jugoslawischer Vertreter im IBK/IKBD.

† Klaus Trostorff

Geboren am 12. November 1920 in Breslau/Wroclaw (Polen). Vater Zimmermann, später Opernsänger und Gesangslehrer. Volks- u. Mittelschule. Kaufmann, Bauarbeiter bei der Reichsbahn, Orthopädiemechaniker. Antifaschistischer Widerstand. z8. Oktober 1943 Verhaftung. Polizeigefängnis Breslau, April 1944 KZ Buchenwald. Juni 1945 Rückkehr nach Breslau. August 1945 Erfurt. 1945/46 KPD/SED. Mitbegründer der FDJ Erfurt. Neulehrerkurs, 1947 Lehrerprüfung. 1948-1950 Studium der Rechts- und Gesellschaftswissenschaften in Jena. 1950-1956 Instrukteur bzw. politischer Mitarbeiter der SED-Landesleitung Thüringen, ab 1952 der SED-Bezirksleitung Erfurt. 1956-1961 Persönlicher Referent des Erfurter Oberbürgermeisters. 1961 I. Stellvertreter des Bürgermeisters von Erfurt-Mitte, 1964-1969 Bürgermeister. 1969-1989 Direktor der NMG Buchenwald. Mitglied der Zentralleitung des KdAW. 1979 und 1985 Vaterländischer Verdienstorden. 1975-1989 DDR-Vertreter im IKBD.

† Leo van Vessem

Levinus van Vessem wurde am 24. Dezember 1916 als jüngster Sohn einer niederländischen Familie mit 6 Kindern geboren und starb 2009. Nach dem Realschulabschluß arbeitete er in einem internationalen Handelskontor, wurde als Handelsvertreter für das damalige Niederländisch Indien ausgebildet. Er nahm ein dreijähriges Abendstudium an der Handelsschule auf und war danach als Verwalter bei einem technischen Handelsunternehmen in Amsterdam tätig. Als die Firma während der deutschen Besatzung verpflichtet wurde, ihr Personal für einen möglichen Arbeitseinsatz in Deutschland zu melden, trat er zurück.
Er tauchte unter und betrieb mit ehemaligen niederländischen Wehrmachtsoffizieren ein halblegales Transportgeschäft. Sie versorgten Juden und Arbeitsverweigerer mit Lebensmittelkarten und halfen bei der Herstellung von gefälschten Ausweisen. 1944 wurde Leo van Vessem an den Sicherheitsdienst verraten und über das Durchgangslager in Amersfoort nach Buchenwald deportiert. Ende des Jahres überstellte ihn die SS in ein Außenlager in Halle.

Nach der Befreiung kehrte Leo van Vessem nach Holland zurück und arbeitete als Offizier bei der Militärbehörde in einem Lager für nationalsozialistische Internierte. Nach dessen Schließung war er kurze Zeit als Koordinator bei der niederländischen Kommission zur Untersuchung der NS-Schäden tätig. Danach arbeitete er 30 Jahre in einem englischen technischen Unternehmen, zunächst als Vertreter, später als technischer Berater.

Leo van Vessem gehörte 1977 zu den Mitbegründern der niederländischen Vereinigung ehemaliger Buchenwaldhäftlinge, war bis 2000 deren Vorstand und Mitglied in verschiedenen Organisationen. Er wurde mit dem Widerstandskreuz ausgezeichnet. Von 1975-2000 vertrat er die niederländischen ehemaligen Häftlinge im IKBD.

† Ferdinando Zidar

Ferdinando Zidar wurde am 13. Februar 1915 in Triest geboren. Er war Universitätsassistent und Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens. Am 24. Juni 1944 wurde er im KZ Buchenwald unter der Nummer 44217 als politischer, italienischer Häftling registriert. Er gehörte der italienischen Widerstandsorganisation im Lager an. Ferdinando Zidar war bis zu seinem Tod am 31. Januar 2003 Mitglied der Associazione Nazionale Ex-Deportati Politici NEI Campi Nazisti, Sezione di Trieste und Vertreter Italiens im IKBD.

Von Ferdinando Zidar liegen noch keine autobiographischen Notizen und keine Fotografie vor. Angaben nach Unterlagen des Archivs der Gedenkstätte Buchenwald.

† Elling Kwamme

Elling Kwamme wurde am 23. August 1918 in Hafslo bei Sogu (Norwegen) als Sohn eines Arztes geboren. 1938 legte er das Examen Artium (Student. Examen) ab.

Am 31. November 1943 wurde er verhaftet und am 7. Januar 1944 mit einem Transport norwegischer Studenten in das KZ Buchenwald eingeliefert, im Oktober kam er nach St. Andreas Sennheim und von dort im Dezember 1944 wieder zurück nach Buchenwald. Durch erfolgreiche Verhandlungen des schwedischen Grafen Bernadotte wurden die norwegischen Studenten am 5. März 1945 im KZ Neuengamme zusammengeführt.

Über Dänemark und Schweden kehrte Elling Kwamme in seine Heimat zurück. Er beendete an der Universität Oslo sein Medizinstudium (Cand. Med: 1947), arbeitete 1947-1950 als Arzt am Dikemark Hospital in Asker, 1950-1952 am Ulleväl Hospital in Oslo. Es folgten weitere Ausbildungen in New York, USA (Fulbright und Smith Mundt Stipendien): Sloan Kettering Inst. For Cancer Research 1952-54, Publ. Health Research Inst. 1954-1955 und die Promotion zum Dr. med. 1959. Elling Kwamme spezialisierte sich auf Klinische Chemie, war als Oberarzt am Ulleväl Hospital und der Psychiatrischen Universtitätsklinik Oslo angestellt. Seit 1966 war er Professor für Neurochemie an der Universität Oslo, seit 1990 ist er Professor emeritus.

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»The absolute destruction of Nazism is our device!
The building of a new world of peace and freedom is our ideal!«

»Notre mot d’ordre est l’anéantissement du nazisme et de ses racines !
Notre but est l’édification d’un monde nouveau de Paix et de Liberté !«

»Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung!
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.«

»Уничтожение Фашизма со всеми его корнями - наша задача!
Наша цель - построить новый, миролюбивый и свободный мир.«

»Naszym hasłem jest wyniszczenie faszyzmu od korzeni!
Budowa nowego świata pokoju i wolności naszym celem!«

Die drei Generationen des IKBD